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Die Birkmühle klappert bald wieder

Ab Pfingsten wird wieder Mehl gemahlen. Die Vorbereitungen dafür sind eine besondere Herausforderung.

Von Tina Soltysiak

Als ein historisches Ereignis bezeichnen die Mitglieder des Oderwitzer Birkmühlvereins den Austausch der Mühlsteine. „Das kommt nur einmal in 100 Jahren vor“, schwärmt Dietmar Truhel. Gestern haben die Mitglieder und die beteiligten Baufirmen unter Einsatz von schwerem Gerät die alten Drehscheiben aus den 20er-Jahren entfernt. Durch eine etwa 1,50 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Luke haben sie die beiden Mahlsteine, die einen Durchmesser von 1,28 Metern haben, ins Innere der Birkmühle gezirkelt. Doch es ist alles glatt gegangen.

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Die Arbeit ist damit freilich noch nicht beendet. Der Lagerstein, das ist der untere der beiden Mühlsteine, muss noch fest verankert werden. „Das Justieren ist eine etwas komplizierte Feinarbeit“, erklärt Hans-Georg Wendler. Der Oderwitzer Zimmermann kennt sich mit Windmühlen gut aus. Dennoch ist die Instandsetzung der Mühlsteine für ihn Neuland gewesen. Er hat deshalb Bücher gewälzt. „Nur um dann festzustellen, dass in der Birkmühle alles anders gebaut ist, als in den Büchern stand“, scherzt er.

Die neuen Mühlsteine hat Daniel Rosenberger von der Firma Dünnbier Steinmetz- und Restaurierungsgesellschaft gefertigt. Die beiden Steine sind aus Sandstein. Die Firma hat sie als Rohlinge eingekauft. Obwohl der obere und untere Mühlstein zwischen 350 und 500 Kilogramm schwer sind, ist die eigentliche Arbeit eine filigrane Angelegenheit gewesen. Und sie bedurfte einiger Planung vorab. Thomas Riedel, Meister in dem Großschönauer Steinmetzbetrieb, erklärt: Zunächst habe er recherchiert, wie eine Mahlfläche, das heißt die Struktur der Fläche der Steine, beschaffen sein muss, damit am Ende auch tatsächlich Mehl gemahlen werden kann. Daniel Rosenberg hat sie dann nach historischen Befunden aus einem Buch innerhalb von drei Tagen gefertigt.

Länger gedauert hat jedoch die Vorbereitung für den Austausch. „Etwa zwei Jahre haben wir das Geld dafür zusammengespart“, sagt Dietmar Truhel vom Birkmühlverein. Im September des vergangenen Jahres haben sie Fördermittel bei der Stiftung Denkmalschutz beantragt, die in Höhe von rund 3 200 Euro bewilligt wurden. Der Anteil, den der Verein aufbringen muss, ist trotzdem nicht unerheblich: Für die Sanierung, die auch das hölzerne, sogenannte Kammrad einschließt, sind rund 8 000 Euro fällig geworden.

Am Pfingstmontag soll das erste Getreide zu Mehl verarbeitet werden. „Da feiern wir unser Mühlenfest“, ergänzt Truhel. Doch schon bis Jahresende können die Fortschritte beim Einbau zu den regulären Öffnungszeiten begutachtet werden.