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Die Blechexperten

Das Unternehmen BSO im Gewerbegebiet Salzenforst hat volle Auftragsbücher. Und noch dazu große Pläne.

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Von Stefan Schramm

Nicht nur, wenn ihm mal sein Chef über die Schultern schaut – auch sonst misst BSO-Mitarbeiter Daniel Mara zur Kontrolle ganz exakt die Bleche nach, die in einer riesigen Maschine gekantet werden. Zum Einsatz kommen sie als Bauteile von Kabelkanälen. Und die sind das Steckenpferd des Bautzener Unternehmens BSO Blechsysteme Oberlausitz, das im Gewerbegebiet Salzenforst ansässig ist.

„Solche Industriekabelkanäle stellen wir in sechs verschiedenen Typen her, je nach Einsatzgebiet, das im Innen- oder Außenbereich liegen kann“, erklärt BSO-Chef Knuth Gellrich. Manche sind als Kabelrinne für eine Hallendecke bestimmt oder benötigen einen Spritzwasserschutz, andere werden in den Boden eingelassen und müssen auch standhalten, wenn Autos darüber hinwegfahren. Und wieder andere Kabelkanäle hängen in Büros an der Wand, um dort elektrische Leitungen zu bündeln, zu schützen und mechanisch zu entlasten.

Das Ganze funktioniert nach einem Baukastensystem, das Knuth Gellrich und seine Leute gemeinsam mit verschiedenen Kunden entwickelt und über die Jahre stets erweitert haben. BSO kauft die Bleche ein, zum Beispiel Aluminium, Schwarzblech, Edelstahl und verzinktes Blech. Maschinen verarbeiten sie dann weiter – vom Zuschneiden und Stanzen per Laser übers Kanten bis hin zur Pulverbeschichtung, die bei Temperaturen von rund 180 Grad Celsius geschieht. „Damit veredeln wir die Oberfläche und bringen Farben je nach Kundenwunsch auf“, sagt Knuth Gellrich. Nach der Montage der Bleche sind die zwei, drei Meter langen Kabelkanalteile fertig.

Das Unternehmen ist breit aufgestellt. Ein zweites wichtiges Standbein ist die Herstellung von Maschinengehäusen, die teils jeweils mehrere Meter lang, breit und hoch sein können. Gegründet hat Knuth Gellrich die Firma 2006 im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) Bautzen. Zuvor war der 54-jährige gelernte Werkzeugmacher und Techniker der Betriebsleiter einer im TGZ vorübergehend ansässigen britischen Firma, die er mit seinem Unternehmen damals sozusagen am gleichen Standort „weiterführen“ wollte.

Die Firma ließ 2012 eine moderne Halle in Salzenforst errichten. Über zwei Millionen Euro hatte sie damals investiert. Das hat sich ausgezahlt. Die Mitarbeiterzahl verdoppelte sich, als zum Jahresbeginn 2013 am neuen Standort die Produktion anlief. Seit mehreren Jahren arbeiten die mittlerweile 40 Angestellten im Dreischichtbetrieb, allein seit Jahresbeginn seien fünf, sechs Beschäftigte hinzugekommen. Zehn Mitarbeiter sind in der Verwaltung tätig. Heute hat das Unternehmen rund 400 Kunden europaweit, der Großteil davon aber aus Deutschland.

„Vergangenes Jahr hatten wir eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent“, freut sich Knuth Gellrich. Ein „Kraftakt“ sei das gewesen. Und der Hintergrund für neue Pläne. „Unsere Kunden wollten die Zusammenarbeit mit uns ausbauen, aber nur, wenn wir uns vergrößern“, sagt der Firmenchef. Das ist in Salzenforst möglich, denn Gellrich sicherte sich schon damals beim Kauf ein Nachbargrundstück. Dort soll perspektivisch eine weitere Produktionshalle entstehen. Denn die derzeit genutzten 2 500 Quadratmeter Produktionsfläche stehen mit den Maschinen und dem gelagerten Material schon fast voll. Wann genau der Bau losgeht, steht aber noch in den Sternen.