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Die Bürgermeisterschaft

Carsten Hahn und Mirko Knöfel wollen Amtschef in der Gemeinde werden und sich vorher den Bürgern stellen.

Carsten Hahn Foto) will am 1. September genauso wie Mirko Knöfel neuer Bürgermeister von Klipphausen werden.
Carsten Hahn Foto) will am 1. September genauso wie Mirko Knöfel neuer Bürgermeister von Klipphausen werden. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Wir wollen, dass kein Bürger am Ende sagt, er hätte nicht die Chance gehabt, die beiden Kandidaten kennenzulernen.“ Markus Flade, Restaurator aus dem Klipphausener Ortsteil Semmelsberg, spricht für eine Gruppe von Bürgern, die ein Streitgespräch zwischen Carsten Hahn, der für die CDU zur Bürgermeisterwahl am 1. September antritt und Mirko Knöfel, den das Bündnis Freie Wählergemeinschaft ins Rennen geschickt hat. 

Flade weiter: „Wir wollen damit auch erreichen, den neuen Bürgermeister von Anfang an für eine bessere Informationspolitik und mehr Bürgernähe zu sensibilisieren.“ Nach dem Motto: Wir fordern nicht nur – wir gehen mit gutem Beispiel und Eigeninitiative voran, so Flade, der am 26. Mai für das Triebischtaler Bürgerbündnis Klipphausen in den Gemeinderat wiedergewählt worden ist.

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Unter dem Motto „Ihre Fragen – zwei Antworten. Zwei Kandidaten im Duell.“ Sind alle Bürger der Gemeinde am 19. August um 19 Uhr in den großen Saal des Groitzscher Hofs eingeladen. Das Argument der Initiatoren: Viele Bürger der Gemeinde kennen die Bürgermeisterkandidaten nicht oder nur wenig. 

Die Kandidaten stellten sich bisher nur allein in eigenen Veranstaltungen vor. „Für eine Entscheidung ist aber der direkte Vergleich notwendig. Die Bürgermeisterschaft bietet die einmalige Gelegenheit, beide Bürgermeisterkandidaten gleichzeitig zu erleben, Unterschiede zu erkennen und einen persönlichen Eindruck zu erhalten“, schreibt Flade.

Mirko Knöfel (Foto) will am 1. September genauso wie Carsten Hahn neuer Bürgermeister von Klipphausen werden.
Mirko Knöfel (Foto) will am 1. September genauso wie Carsten Hahn neuer Bürgermeister von Klipphausen werden. © Claudia Hübschmann

Und das sehen auch die beiden Bürgermeisterkandidaten so. Carsten Hahn freute sich auf den Abend, zumal „es so etwas noch nie in unserer Gemeinde gegeben hat“. Mirko Knöfel begrüßt es, „dass sich die Bürger von beiden Kandidaten im direkten Vergleich ein Bild machen können“.

Bei der „Bürgermeisterschaft“ sollen die Bürger die Möglichkeit haben, Fragen an die Kandidaten zu formulieren. „Um ein breites Spektrum an Fragen zu ermöglichen, werden die Bürgerfragen vor der Veranstaltung gesammelt und dann von den Moderatoren gestellt.“

Nach einer kurzen Vorstellung der Kandidaten werden diese abwechselnd immer eine Minute Zeit haben, um auf die Fragen zu antworten. Bei komplexen Fragestellungen ist eine Verlängerung möglich. Nach einer Stunde wird den Kandidaten noch die Möglichkeit für ein abschließendes Statement gegeben.

Der Wettstreit soll fair und unparteiisch erfolgen. Die Veranstaltung wird von zwei professionellen Moderatoren geleitet. Sie werden von einem Team von sechs Personen unterstützt. Die Fragen und Antworten der Kandidaten werden protokolliert.

„Ein besonderes Novum wird aber sein, dass die Antworten jedes Kandidaten direkt von je einem professionellen Zeichner grafisch umgesetzt werden.“ Das Ziel dieses „Grafic Recording“ sei es, dass mit diesem etwas Bleibendes geschaffen wird. Ein Protokoll gerät in Vergessenheit – ein Bild kann dagegen in der Gemeindeverwaltung öffentlich ausgehangen werden.

Fragen und Antworten sind dem Betrachter immer gewahr, eine Besinnung auf Geschafftes und noch Notwendiges also stets möglich. Flade betont, dass die Idee zu der Veranstaltung bei verschiedenen Bürgern und Gruppen, so dem Triebischtaler Bürgerbündnis Klipphausen, einigen Gemeinderäten und Vereinen unabhängig voneinander entstanden ist. Durch Vernetzung und informelle Kontakte, sind sie zusammengekommen.

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