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„Dampfschiffe haben mein Leben geprägt“

Als Kind wollte Michael Hillmann Kapitän werden. Später fand er durch die Sächsische Dampfschiffahrt sein Glück. Die SZ sucht auch Ihre schönsten Erlebnisse.

Michael Hillmann kann und will sich kein Elbtal ohne Dampfer vorstellen.
Michael Hillmann kann und will sich kein Elbtal ohne Dampfer vorstellen. © Sven Ellger

Dresden. Das Pfeifen des Dampfers macht ihm bis heute Gänsehaut. "Das ist immer noch jedes Mal ein bewegender Moment, wenn er um die Ecke kommt", sagt Michael Hillmann. Am Pfeifton erkennt er schon, um welches Schiff der Weißen Flotte es sich handelt. Die "Leipzig", die "Dresden" oder doch die "Pillnitz"?

Hillmann ist mit den Dampfern groß geworden. Dabei sagen seine Eltern, beim ersten Versuch als Kleinkind, habe er sich noch lautstark dagegen gewehrt, mit auf das Schiff zu kommen. Wenig später aber war der kleine Michael stets ganz vorn dabei, wenn es auf große Fahrt gen Schmilka oder nach Meißen ging. Fasziniert beobachtete er die schweren Maschinen und noch lieber stellte er sich vor, dass er selbst ein Schiff an den Bergen vorbei lenkt. "Ich wollte Dampfschiff-Kapitän werden, keine Frage", sagt er. Sein Opa habe ihm sogar eine Kapitänsmütze gekauft.

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"Meine Großeltern sind mit mir jedes Jahr nach Wehlen in den Urlaub gefahren" erinnert sich der 47-Jährige, der gebürtig aus Hoyerswerda stammt, aber mit seiner Familie häufig nach Dresden reiste.

Seine enge Verbindung zur Dampfschifffahrt ist bis heute bestehen geblieben. Nicht zufällig wählte er für seine Arbeit als selbstständiger Lebensberater den Titel "Wieder auf Kurs". Auf seiner Homepage begrüßen Besucher als erstes die Dampfer, auch wenn die gerade selbst in eine existenzielle Krise gerutscht sind.

Das drohende Aus beschäftigt Hillmann sehr, zumal er sich sicher ist, dass die Dampfschifffahrt genug Potenzial habe, um bald wieder schwarze Zahlen zu schreiben. "Ich möchte alles dafür tun, dass dem Elbtal dieses Kulturgut erhalten bleibt und sich auch künftige Generationen daran erfreuen können", sagt er. "Das Beste, was man dafür tun kann, ist mitzufahren." Außerdem engagiert er sich seit Jahren in der Fachgruppe Elbschifffahrt und kümmert sich so um die Traditionspflege.

Schon als Kind war Michael Hillmann von den Dampfern auf der Elbe fasziniert.
Schon als Kind war Michael Hillmann von den Dampfern auf der Elbe fasziniert. © privat

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Vor zwei Jahren brachte Hillmann ein Buch mit dem Titel „Zurück in die Kindheit – Eine Seelenreise auf der Elbe“ heraus, eine Liebeserklärung an die Dampfer auf 170 Seiten mit Bildern und Anekdoten.

Die jüngste Anekdote, wenn man sie so nennen möchte, prägt sein Leben bis heute. Beim Dampfschifffest 2016 lernte er auf seinem Lieblingsdampfer "Pillnitz" eine Frau kennen, die eigentlich gar nicht mitfahren wollte. "Sie hatte ihre Eltern zur Anlegestelle gebracht und jemand bot ihr eine Karte zum halben Preis an, sagt Hillmann. Also stieg sie spontan doch selbst mit ein. "Ein knappes Jahr später waren wir verheiratet."

Haben auch Sie Erinnerungen an Dampfschifffahrten auf der Elbe, die Sie nie vergessen werden? Berichten Sie uns von Ihren witzigen, traurigen oder berührenden Erlebnissen und schicken Sie uns die Geschichten per E-Mail an [email protected] oder per Post an Sächsische Zeitung, Stadtredaktion, Ostra-Allee 20 in 01067 Dresden.


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