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"Die Dippser Innenstadt ist gut belebt"

Die Stadt Dippoldiswalde gibt bei der Wirtschaftsförderung wieder Gas. Dafür arbeitet jetzt eine Studentin der Verwaltungshochschule Meißen im Rathaus mit.

Pia Jantschke (li.) steht hier mit Oberbürgermeisterin Kerstin Körner auf dem Dippser Markt. Die Verwaltungsstudentin will auch in der Innenstadt die Wirtschaft fördern.
Pia Jantschke (li.) steht hier mit Oberbürgermeisterin Kerstin Körner auf dem Dippser Markt. Die Verwaltungsstudentin will auch in der Innenstadt die Wirtschaft fördern. © Karl-Ludwig Oberthuer

Pia Jantschke ist bei der Stadt Dippoldiswalde angestellt und arbeitet in ihrem Praxissemester im Rathaus. Dabei hat sie den Auftrag, sich speziell um die Wirtschaftsförderung zu kümmern. Sächsische.de sprach mit ihr und Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) über dieses Thema. 

Wirtschaftsförderung ist in Dipps die letzten Jahre holprig gelaufen. Was wird sich jetzt ändern?

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Körner: Ich hatte ja zu Beginn meiner Amtszeit gesagt, dass das auf alle Fälle Chefinnensache wird. Wir werden das Thema auch personell noch untersetzen. Mein Büro bekommt durch Umorganisation noch eine zusätzliche Kraft für das Thema Wirtschaftsförderung und Tourismus. Aufgabe von Frau Jantschke ist jetzt zu erfassen: Was ist schon da? Was will die Wirtschaft?

2016 war ja ein gemeinsames Projekt von Altenberg, Dippoldiswalde, Glashütte und Klingenberg angedacht. Das ist im Dippser Stadtrat gescheitert. Altenberg und Glashütte arbeiten jetzt zusammen. Geht Dipps allein seinen Weg, oder ist auch eine Kooperation mit Nachbarn ins Auge gefasst?

Körner: Wir hatten schon Kontakt, uns aber entschlossen, eigenständig weiterzuarbeiten. Das Projekt in Altenberg und Glashütte ist schon fortgeschritten und auf die Bedürfnisse dieser Städte ausgerichtet. Zudem sind die Anforderungen von Dippoldiswalde individuell. Wir haben ja gute Voraussetzungen. Unsere Innenstadt ist nach wie vor gut belebt. Das Interesse an neuen Gewerbeflächen ist riesig.

Die Erweiterung des Gewerbegebiets in Reinholdshain wäre also nötig. Wie weit ist die?

Körner: Von der Nachfrage her könnten wir schon den dritten Bauabschnitt vorbereiten, wenn wir genug Geld hätten. Wir werden noch dieses Jahr mit der Planung für das Regenrückhaltebecken beginnen. Das ist Grundvoraussetzung, damit wir dort überhaupt weitermachen können. Die Ableitung von Regenwasser ist schon im bisherigen Gewerbegebiet ein Problem. Das müssen wir lösen.

Der Blick geht hier vom Gewerbegebiet Reinholdshain in Richtung Oberhäslich. Hier soll das Gebiet erweitert werden. Dafür soll die Planung dieses Jahr noch beginnen.
Der Blick geht hier vom Gewerbegebiet Reinholdshain in Richtung Oberhäslich. Hier soll das Gebiet erweitert werden. Dafür soll die Planung dieses Jahr noch beginnen. © Foto: Archiv Egbert Kamprath

Geht es Ihnen eher um das Anwerben neuer Firmen von außen oder um die Weiterentwicklung der ortsansässigen Unternehmen?

Körner: Für uns ist das beides interessant. Frau Jantschke bereitet jetzt gerade eine Umfrage unter unseren Unternehmen vor, was die brauchen. Die Umfrage wird auch das Thema Corona ansprechen. Damit wir erfahren, welche Auswirkungen das hatte. Wir werden die Unternehmen auch anschreiben, dass wir uns ihre Beteiligung wünschen.

Jantschke: Ich bin dabei, ein Konzept für die Stadt zu erstellen als Grundlage, auf dem die nächsten Jahre die Wirtschaftsförderung aufbauen kann. Da muss ich erst einmal diejenigen fragen, die die Wirtschaft gestalten. Dafür habe ich eine Unternehmensumfrage vorbereitet. Die wird Ende der Woche veröffentlicht und online über das Beteiligungsportal Sachsen laufen.

Was können Sie dann den Unternehmen bieten?

Körner: Unsere Idee ist auch, 2021 in Dippoldiswalde einen Wirtschaftstag zu veranstalten und dort Themen anzusprechen wie die Unternehmensnachfolge oder die Gewinnung von Mitarbeitern. Und bei mir im Büro soll eine Art Schnittstelle entstehen, ein Lotse, an den sich die Unternehmer wenden können. Der Lotse stellt dann die Kontakte in die verschiedenen beteiligten Ämter in der Verwaltung her.

Wie kann die Stadt bei der Mitarbeitersuche helfen?

Körner: Ein Thema ist die Rückkehrerbörse. Die gibt es ja auf Ebene des Landkreises, aber wir wollen für die Fragen weiter unten auch Antworten bieten. Wenn da jemand Interesse anmeldet, dann geht es ja auch um Fragen wie Wohnung, Haus, Kindergartenplatz. Da können wir als Stadt weiterhelfen. Eine Idee ist auch, die Übersicht zu schaffen, welche Unternehmen bieten welche Möglichkeiten an. Dazu soll auch eine bessere Vernetzung dienen.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Jantschke: Ein wichtiges Anliegen der Wirtschaftsförderung ist auch, Verbindungen zwischen den Firmen herzustellen. Speziell für die Kernstadt will Dippoldiswalde nächstes Jahr am Wettbewerb „Ab in die Mitte“ des Freistaats teilnehmen. Dabei geht es um die Stärkung der Innenstädte. Hier können sich Geschäfte der Innenstadt beteiligen. Die werden Teil des Netzwerks. Das besteht dann, auch wenn wir nicht gewinnen.

Arbeiten Sie dabei mit dem Handels- und Gewerbeverein zusammen?

Körner: Ja. Mit dem haben wir schon Kontakt bei der Vorbereitung des Weihnachtsmarkts. Ich hoffe, dass hier die Zusammenarbeit noch intensiver wird, damit beide Seiten etwas davon haben.

Die Coronazeit hat Folgen für die Arbeitswelt. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Körner: Es hat das Thema Homeoffice und Telearbeit wesentlich vorangebracht. Wir hatten Mütter, die nicht ins Büro kommen konnten, aber arbeiten wollten. Da haben wir inzwischen Telearbeit in Bereichen, wo wir uns das vor einem Jahr noch nicht vorstellen konnten. Das wollen wir auch nicht wieder zurückschrauben, sondern weiter etablieren.

Frau Jantschke, wie kamen sie dazu, in Dippoldiswalde zu arbeiten?

Jantschke: Ich habe hier meine Kindheit verbracht, in Seifersdorf. Später sind wir dann weggezogen. Aber als ich nach dem Einstellungstest in Meißen gefragt wurde, ob ich mich bei der Stadt Dippoldiswalde vorstellen möchte, war ich sofort begeistert. Ich bin jetzt in Dippoldiswalde als Stadtinspektoranwärterin angestellt.

Können Sie sich vorstellen auch nach dem Studium in der Stadt Dippoldiswalde zu arbeiten?

Jantschke: Selbstverständlich. Durch mein Studium wird der Grundstein gelegt, mit dem es dann viele verschiedene Möglichkeiten gibt in der gesamten Verwaltung Fuß zu fassen. Über die Praxissemester arbeitet man sich gut ein.

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