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Freital

Die drei Hürden bis zur neuen Lederfabrik

Dass das Freitaler Millionenvorhaben tatsächlich umgesetzt wird, ist noch längst nicht sicher. Das liegt nicht nur am Geld.

So stellt sich die Stadt den Nachfolge-Bau für die Lederfabrik vor. Noch existiert das Vorhaben nur auf dem Papier.
So stellt sich die Stadt den Nachfolge-Bau für die Lederfabrik vor. Noch existiert das Vorhaben nur auf dem Papier. © Ansicht: Stadt Freital

30 Millionen Euro – so viel will die Stadt Freital voraussichtlich in ein neues Verwaltungszentrum investieren, das anstelle der alten Lederfabrik bis 2024 entstehen soll. Die Pläne dafür hat die Stadt am vergangenen Freitag erstmals vorgestellt. Doch obwohl diese schon recht konkret klangen, gibt es bis zum Baustart noch einige hohe Hürden zu nehmen. Die Sächsische Zeitung erklärt, welche.

1. Hürde: Der Stadtrat muss dem Vorhaben zustimmen

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30 Millionen Euro – das ist für eine Stadt wie Freital viel Geld. Das Vorhaben dürfte eines der größten Bauprojekte nach der Wiedervereinigung überhaupt sein. Doch darüber kann die Stadtverwaltung nicht einfach selbst entscheiden, sondern braucht die Genehmigung des Stadtrates. Mit neuen Machtverhältnissen nach der anstehenden Stadtratswahl könnte das Projekt gestoppt werden. Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) warb deshalb bei der Vorstellung des Projektes auch intensiv darum, seiner Partei bei der Ende Mai anstehenden Stadtratswahl die Stimme zu geben. „Das Vorhaben ist unser politischer Wille“, sagt er. „Wir werden unsere ganze Kraft dafür einsetzen.“

2. Hürde: Die Finanzierung muss passen

Letztlich hat der Stadtrat auch bei der Finanzierungsfrage die Zügel in der Hand. Er muss das Geld für das Projekt im Haushalt freigeben. Wie bei der Vorstellung des Projekts am vergangenen Freitag angedeutet wurde, wird Freital den Bau nicht ohne neue Schulden stemmen können. Für den ein oder anderen Stadtrat könnte zu viel Risiko sein. Freital hat in den vergangenen Jahren seine Verbindlichkeiten Stück für Stück abgebaut und schon seit langem keine neue Schulden aufgenommen.

Um das Vorhaben auch den Stadträten schmackhafter zu machen, hofft die Stadt auf Fördermittel. Auch das wurde am vergangenen Freitag deutlich. Doch ob diese kommen, ist noch offen.

3. Hürde: Der Komplex muss voll vermietet sein

Unmittelbar mit der Finanzierungsfrage hängt die Frage zusammen, ob die Stadt den Komplex auch voll vermietet bekommt. Den jetzigen Plänen zufolge soll ein Großteil des Komplexes von Behörden des Landratsamtes genutzt werden – konkret von der Arbeitsagentur, dem Jobcenter und von der Freitaler Außenstelle des Landratsamtes, die derzeit noch in einem Büro an der Hüttenstraße untergebracht ist.

Obwohl Landrat Michael Geisler (CDU) die Pläne unterstützt, ist noch längst nicht sicher, ob sie auch umgesetzt werden können. Letztlich entscheidet der Kreistag über einen Umzug der Behörden.

Und selbst wenn das Landratsamt mit seinen Behörden, wie geplant, einzieht, wäre der Komplex noch nicht voll vermietet. Freitals Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) sprach am vergangenen Freitag von insgesamt 230 Büro-Arbeitsplätzen, die in den neuen Gebäuden entstehen. Wie viele davon letztlich vom Landratsamt genutzt werden sollen, steht zwar noch nicht fest, aber sicher nicht alle. Schautz hat von Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss und Platz für zum Beispiel Arztpraxen gesprochen. Bevor der Bau beginnen kann, müssen dafür Mieter gefunden werden.

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