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Die drei von der Chronik

Sie tauchten schon in die frühe Historie des Rödertals ein. Nun gibt es eine Fortsetzung der Großröhrsdorfer Chronik.

© Frank Sühnel

Von Frank Sühnel

Großröhrsdorf. Sie haben sich durch Archive gewühlt und Dokumente über das Rödertal studiert: Nun liegt Teil II der Großröhrsdorfer Zeittafel auf dem Tisch. Er ist etwas schmaler als der erste, umfasst er doch „nur“ die Jahre von 2004 bis Ende 2014. Doch es waren für die Kommune ereignisreiche Jahre. Denn rund 700 Fakten und einzelne Punkte hat Autor Gunter Häupl für dieses Jahrzehnt zusammengetragen.

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Im ersten Teil, der die Jahre von der ersten Erwähnung des Ortes im 14. Jahrhundert bis 2004 beinhaltet, sind es 2 300 Punkte. Was natürlich nicht bedeutet, dass früher so viel weniger passierte. Nur sind eben die Informationen aus den frühen Jahren nur spärlich überliefert. Auch das ist ein Grund von mehreren, warum sich Gunter Häupl, gemeinsam mit Martin Bräunig und Anja Kurze von der Stadtverwaltung, durch das Material arbeitete: „Wir wollen für die späteren Generationen diese Historie erhalten, die Informationen bereitstellen“, erklärt der Autor.

Gute Resonanz auf den ersten Teil

Dass jetzt ein zweiter Band erschienen ist, liegt natürlich auch daran, dass Geschichte nicht aufhört. Und so lag es in der Natur der Sache, eine Fortsetzung zu schaffen. „Auch Bürgermeisterin Kerstin Ternes fragte, ob ich nicht weitermachen kann“, sagt Gunter Häupl. Ein weiterer Grund war, dass der erste Teil so gute Resonanz gefunden hat. Inzwischen sind alle 500 Exemplare vergriffen und ein Nachdruck ist in diesem Jahr geplant. Der zweite Teil hat zunächst eine Auflage von 200 Stück.

Viele Großröhrsdorfer, aber auch ehemalige Einwohner, wollten das informative Heft haben. „Einige sind ins Ausland gesandt worden, sogar bis nach Amerika“, weiß Anja Kurze. Sie ist die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing im Großröhrsdorfer Rathaus und fungiert als Herausgeber. Anja Kurze erklärt auch, dass die Stadtdruckerei die Druckkosten vorgeschossen hatte und so das Risiko getragen, auf den Exemplaren sitzenzubleiben. Was nicht geschah. Warum die Leute die Zeittafeln kaufen? „Ich denke, sie haben einerseits einfach Interesse an ihrer Stadt und mancher will auch sehen, ob er oder seine Vorfahren im Buch auftauchen“, vermutet die Öffentlichkeitsarbeiterin. Es ist eine Art kleines Nachschlagewerk für Groß- und Kleinröhrsdorf. Der Leser erfährt, was wann wo passierte, ob es Eröffnungen und Einweihungen oder Brände waren. Viele Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen sind mit ihren Hintergründen aufgeführt, Handwerker, Ärzte, Lehrer, auch zu den bedeutendsten Großröhrsdorfern gibt es Informationen, wie zum Arzt Ferdinand Sauerbruch oder dem Lehrer, Erfinder, Astronom und Forscher Friedrich Ehregott Praßer.

Ältere Menschen befragt

Begonnen hatte alles Anfang des vorigen Jahrzehnts. Gunter Häuptl hatte eine ABM-Stelle (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) als Stadtchronist und dabei Feuer gefangen. „Mir kam die Idee, solch eine Zeittafel zu erstellen. Das fand beim damaligen Bürgermeister und auch bei seiner Nachfolgerin, Kerstin Ternes, viel Unterstützung. Da habe ich angefangen.“ Alte Zeitungen, das Stadtarchiv, heimatkundliche Schriften hat er durchgesehen, auch ältere Menschen nach ihren Erinnerungen befragt. Mit ins Boot kam Martin Bräunig, der damals in der Bibliothek arbeitete. Er hat alle Bilder gescannt und bearbeitet, die Texte in Form gebracht, das ganze Layout und Erscheinungsbild geschaffen. Anja Kurze stellte die Daten aus dem Einwohnermeldeamt und viele Fotos aus der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Sie besorgte auch das Lektorat. So kam ein Gemeinschaftswerk zustande, welches einen interessanten Blick in die Geschichte erlaubt.

Das Heft des zweiten Teils der zeitgeschichtlichen Tafel gibt es im Rathaus in der Information und in der Stadtdruckerei, Lessingstraße 2, in Großröhrsdorf für 8,50 Euro zu kaufen. Der derzeit vergriffene erste Teil kann in der städtischen Bibliothek, Schulstraße 2, eingesehen werden.