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Die Eckfahnen und ein Strafraum sind zu haben

Sportplatz. Die Fußballer von Liegau-Augustusbad verkaufen ihren Platz – symbolisch, um einen neuen zu bauen.

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Von Heike Garten

Liegau-Augustusbad. 180 000 Euro brauchen die Fußballer von Liegau. 180 000 Euro, um einen neuen Kunstrasenplatz zu bekommen. Dieser kostet ca. 400 000 Euro mit Flutlichtanlage. Bei einer maximalen Förderung von 50 Prozent und 20 Prozent Eigenleistung durch den Verein fehlt also noch besagte Summe. Doch wo soll ein Sportverein innerhalb eines knappen halben Jahres so viel Geld hernehmen? Bis zum Herbst muss der Betrag vorhanden sein, will man im Frühjahr 2006 mit dem Bau beginnen.

Die Mitglieder des Vereins hatten eine originelle Idee: Wir verkaufen unseren Sportplatz – natürlich nur symbolisch. „Der ganze Rasen wurde in einzelne Felder aufgeteilt. Interessenten und Sponsoren können dann einzelne Felder erwerben“, erklärt Vereins-Schatzmeister Michael Hoffmann. Der Quadratmeter kostet 50 Euro, für fünf Quadratmeter gibt es einen Vorzugspreis von 200 Euro. Auf einer Tafel am Sportplatz und im Internet ist die Tafel mit den aktuellen Verkaufsergebnissen und den Spendern zu sehen. Schon nach vier Tagen hatte man über 15 000 Euro zusammen.

„Bis jetzt sieht es bereits recht gut aus“, erzählt Michael Hoffmann auf SZ-Nachfrage. Ein Elfmeterpunkt zum Beispiel ist schon weg, aber die Eckfahnen und Strafräume sind noch zu haben. Trotzdem haben sich schon zahlreiche Spender an der originellen Aktion beteiligt, „so dass wir hoffen, unser Ziel zu schafften“, so Hoffmann. Das Ziel heißt: Bis 30. September soll der Platz verkauft, und die erforderliche Summe zusammen sein. Michael Hoffmann ist überrascht, dass sich so viele Leute an der Aktion beteiligen. „Ein Vati, der Sohn spielt bei uns Fußball, gab als Privatperson 2 500 Euro. Das ist einfach Wahnsinn, aber hilft uns enorm“, so Hoffmann. Aber auch zahlreiche Firmen der Region beteiligen sich. Ein Radeberger Unternehmen wollte zum Firmenjubiläum zum Beispiel keine Blumen, sondern lieber Geld, das dann an den SV Liegau-Augustusbad weitergereicht wurde. Bis gestern kamen auf dem Vereins-Konto rund 30 000 Euro zusammen, aber es geht täglich neues Geld ein. Noch in dieser Woche trifft sich Michael Hoffmann mit Vertretern verschiedener Geldinstitute.

Zum Radeberger Stadtfest will der Verein vertreten sein. Dann mit einer Tombola und einer Sportlerbar. Übrigens: Michael Hoffmann betätigt sich selbst als Barkeeper.