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Die Enso will zwei Prozent mehr

So dick wie vorigen Januar kommt es nicht: Die Enso erhöht den Strompreis diesmal um rund 0,53 Cent pro Kilowattstunde. Aber andere sind billiger.

© dpa

Von Georg Moeritz

Dresden. Eine Durchschnittsfamilie im Raum Bischofswerda, Dippoldiswalde oder Großenhain wird nächstes Jahr wohl etwas über 1.000 Euro für Strom ausgeben. Denn der Stromversorger für das ostsächsische Gebiet außerhalb der Stadtwerke, die Enso Energie Sachsen Ost, hat gestern eine Preiserhöhung um rund zwei Prozent für den Januar angekündigt. Bei einer Familie mit 3.500 Kilowattstunden Verbrauch macht das im Jahr etwa 19 Euro mehr aus.

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Die Erhöhung ist deutlich geringer als zum vergangenen Jahreswechsel – und nicht so heftig, wie manche Experten vorausgesagt hatten: Zwar muss die Enso nächstes Jahr 0,963 Cent netto pro Kilowattstunde mehr als bisher für die Förderung erneuerbarer Energien bezahlen. Doch dieser Betrag wird nur etwa zur Hälfte auf die Stromrechnung aufgeschlagen, denn andere Kosten sind gesunken. Vor allem der Strom selbst ist billiger geworden: Weniger als vier Cent muss die Enso derzeit bezahlen, wenn sie ihren Strom an der Leipziger Energiebörse kauft. Vor fünf Jahren war es mal doppelt so viel. Vor allem der Zuwachs an Windstrom hat zu dieser Preissenkung beigetragen. Die Enso erzeugt kaum eigenen Strom.

Ebenfalls gesunken sind die Netzkosten. Der Besitzer des Hochspannungsnetzes in Ostdeutschland, das Unternehmen 50 Hertz, hat den lokalen Versorgern gleichbleibende oder leicht sinkende Preise angekündigt.

Enso-Sprecherin Claudia Kuba kündigte gestern in Dresden an, den Preis für Haushaltskunden um rund 0,53 Cent brutto pro Kilowattstunde zu erhöhen. Wer den teuersten Tarif namens Privat bezahlt, wird künftig mit 28,3 Cent pro Kilowattstunde zur Kasse gebeten. Ein großer Teil der Kunden hat in den vergangenen Jahren den billigeren Tarif Swing beantragt. Der kostet im nächsten Jahr 27,01 Cent. Unverändert bleiben die jährlichen Grundpreise.

Die Enso-Preiserhöhung fällt ähnlich aus wie bei den Dresdner Stadtwerken Drewag – beide Unternehmen gehören hauptsächlich der Stadt Dresden, an der Enso sind außerdem ostsächsische Gemeinden beteiligt. Die Drewag hat bereits ihre Preiserhöhung um 0,53 Cent brutto für alle Tarife angekündigt. Sie ist günstiger als die Enso: Der teure Grundversorgungstarif kostet bei der Drewag künftig 26,56 Cent, auf Antrag gibt es etwas billigere Tarife namens Privat oder Online. Dass die Enso teurer ist, begründet Sprecherin Kuba damit, dass auf dem Lande längere Leitungen liegen und pro Kunde höhere Kosten anfallen.

Die Enso wird ihren Kunden die neuen Preise in den nächsten Tagen per Brief mitteilen. Die meisten Stadtwerke in Ostsachsen kalkulieren derzeit noch ihre Preise; Mitte November müssen sie sie veröffentlichen. Mindestens zwei Stadtwerke werden die Preise zunächst nicht erhöhen: Plauen sowie die Stadtwerke Elbtal, die Radebeul und Coswig versorgen. Sie haben nach eigenen Angaben ihren Strom für die nächste Zeit günstig eingekauft. Allerdings ist der Strom bei den Stadtwerken Elbtal im Schnitt teurer als bei der Drewag.

Der Chemnitzer Regionalversorger Envia-M erhöht den Preis jedenfalls nicht zum Januar. Er versorgt die ländlichen Regionen in Mittel- und Westsachsen sowie in Südbrandenburg und angrenzenden sächsischen Gebieten. Sprecher Stefan Buscher sagte auf Anfrage, zur weiteren Preisentwicklung im nächsten Jahr könne er jetzt noch keine Angaben machen.

Zum Preis für Erdgas kündigten Enso und Drewag der Sächsischen Zeitung an, diesen Winter nichts zu ändern.