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„Die erstbeste Variante muss nicht immer die vernünftigste sein“

Die Ottendorfer CDU stimmt für die neue Mehrzweckhalle – hält aber noch einige wichtige Fragen für unbeantwortet.

Ein „Ja“ mit einem dicken „aber“ dahinter – zwar hält auch die Ottendorfer CDU den Bau der neuen Mehrzweckhalle für dringend notwendig, sieht jedoch bei dem Vorhaben noch erheblichen Klärungsbedarf. Genau den wollte die CDU mit einem Antrag im Grundsatzbeschluss am Montag verankern, scheiterte mit diesem Ansinnen jedoch knapp. Die SZ sprach mit CDU-Gemeinderat Mirko Thomas über die angeführten Bedenken.

Herr Thomas, Sie haben am Montag einen Antrag eingebracht, weitere Fragen zur Mehrzweckhalle ab Januar im Gemeinderat zu behandeln. Warum ist aus Sicht der CDU nicht alles klar?

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Der Gemeinderat ist das zuständige Gremium für die Interessen der Gemeinde. Die letzte Befassung zu diesem Thema war im Jahr 2005! Es ist aus unserer Sicht eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns beispielsweise zum Standort der Halle oder zum Bedarf der Vereine verständigen. Wenn wir hier auch die zukünftigen Nutzer möglichst frühzeitig an den Überlegungen beteiligen, kann das Für und Wider in aller Ruhe abgewogen und die beste Lösung gefunden werden. In der aktuellen Debatte sprechen wir von einer Zweifeld-Schulsporthalle mit Sitzplätzen. Vor einem Jahr war noch ein Gymnastik- oder Fitnessraum dabei und vor acht Jahren sollten noch Räume für eine gastronomische Betreuung vorgesehen werden. Sie sehen, es ist an der Zeit, für Klarheit zu sorgen.

Bürgermeister Michael Langwald verweist in diesem Zusammenhang immer auf die leeren Kassen und die geringen Möglichkeiten, um auf Sonderwünsche einzugehen.

Das ist natürlich ein Totschlagargument für jede Diskussion. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass alle sehr verantwortungsbewusst und sachlich darüber sprechen werden, was gebraucht wird und was möglich ist. In solchen Runden ist schon so manche Lösung gefunden worden, an die vorher niemand gedacht hat.

Ist es richtig, dass die CDU sich für eine Dreifeldhalle einsetzt?

Ohne eine Bedarfsanalyse und ohne sich über die zukünftige Nutzung der bestehenden Sporthallen Gedanken gemacht zu haben, kann diese Frage nicht beantwortet werden. Dass nicht immer die erstbeste Variante auch die vernünftigste ist, hat uns der Erweiterungsbau der Grundschule gezeigt. Die damals von der Gemeindeverwaltung favorisierte Aufstockung des Schulgebäudes will sich heute auch keiner mehr vorstellen.

Aber was steckt hinter diesem Gedanken?

Der geplante Bau der Sporthalle durch den Landkreis bietet unserer Gemeinde nicht nur die Lösung von bestehenden Unzulänglichkeiten, sondern auch eine Chance für die Zukunft. Erstens für unsere Vereine, zweitens für die Entwicklung des Betonwerksgeländes und drittens unter Umständen auch Kosteneinsparung für den Gemeindehaushalt. Diese Chance wollen wir als CDU-Gemeinderäte nicht verstreichen lassen, sondern aktiv daran arbeiten.

Gespräch: Sebastian Kositz