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Hochkirchs erste Feuerwehrfrau

Cornelia Schulze leitet seit 1996 die Jugendfeuerwehr von Hochkirch. Dafür wurde sie jetzt ausgezeichnet. Sie hat aber noch mehr Ehrenämter.

© Carmen Schumann

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Zurück in die Heimat!

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Wenn andere am Sonnabendvormittag mit Einkaufen, Hausputz oder Gartenarbeit beschäftigt sind, streift Cornelia Schulze die Feuerwehrsachen über und fährt zum Gerätehaus. Zumindest aller zwei Wochen. Dann trifft sich die Hochkircher Jugendfeuerwehr. Cornelia Schulze hat die Gruppe vor mittlerweile fast 19 Jahren gegründet – und leitet sie bis heute.

„Dabei hatte ich am Anfang überhaupt keine Ahnung“, räumt die 53-Jährige ein. Trotzdem stellte sie damals die Frage, warum es in Hochkirch keine Jugendfeuerwehr gibt. Noch am selben Abend wurde festgemacht, dass eine gegründet werden soll, erinnert sich Cornelia Schulze. Ihr Mann war damals schon aktiv in der Wehr, und sie half wie andere Ehefrauen auch hier und da mit. Doch mit Gründung der Jugendfeuerwehr trat sie selbst in die Reihen der Aktiven ein. So fuhr sie als erste Frau in Hochkirch auch zu Einsätzen und übernahm als Gruppenführer sogar die Leitung. „Bei meinem ersten gab es gleich einen Toten“, erinnert sie sich. Ein Verkehrsunfall. Wenig später gleich der nächste. „Wir werden psychologisch betreut, und wir reden nachher miteinander auch darüber“, beschreibt sie, wie sie solch schlimme Erlebnisse verarbeitet.

Schöner sind da die Stunden, die sie mit der Jugendfeuerwehr verbringt. Vom Training für Wettkämpfe bis zu Sport und Spiel, Wanderungen und Zeltlager ist alles dabei. Auch beruflich arbeitet Cornelia Schulze als Lehrerin an der Bautzener Schule für Geistigbehinderte mit Kindern und Jugendlichen. Die Jugendfeuerwehr bezeichnet sie trotzdem als Ausgleich.

Gedanken zur Nachwuchsgewinnung

Kamen in den ersten Jahren nach der Gründung nur Jungs, sind mittlerweile auch Mädchen dabei. Allerdings ist die Gruppe von anfangs 16 auf derzeit zehn Mitglieder geschrumpft. Cornelia Schulze macht sich deshalb auch Gedanken, wie sich wieder Zuwachs für die Nachwuchsfeuerwehr gewinnen lässt. So ist sie seit September zusammen mit Kerstin Kunath, der inzwischen zweiten Frau bei den aktiven Hochkircher Feuerwehrleuten, im Ganztagsangebot an der Grundschule präsent. 14 Kindern vermitteln sie aller zwei Wochen Wissen zum Brandschutz. Joyce ist die erste, die von dort den Weg zur Jugendfeuerwehr gefunden hat. Sie war vorigen Sonnabend, als die neueste Atemschutztechnik vorgeführt wurde, erst zum zweiten Mal dabei und hat deshalb auch noch keine Uniform. Ein größeres Problem als das Beschaffen der Bekleidung ist für Cornelia Schulze jedoch die in Sachsen geltende Altersgrenze. Erst mit acht Jahren dürfen Kinder aufgenommen werden. „Da haben sich viele aber schon für eine andere Freizeitbeschäftigung entschieden, zum Beispiel im Sport.“ Deshalb setzt sie sich auch auf Kreisebene für eine Änderung ein.

Für ihr langjähriges Engagement wurde sie kürzlich ausgezeichnet. Bürgermeister Norbert Wolf (CDU) überreichte beim Neujahrsempfang einen Ehrenteller. Dabei brennt Cornelia Schulze nicht nur für die Feuerwehr, in der sie zehn Jahre auch stellvertretende Ortswehrleiterin war. Die Mutter zweier erwachsener Töchter – die nie bei ihr in der Jugendfeuerwehr waren – befasst sich als Gemeinderätin auch mit anderen Belangen der Gemeinde. Außerdem ist sie sportlich aktiv, wobei sie nach einer Knie-OP mit Volleyball nun erst einmal aussetzen muss, und auch gern mit dem Fotoapparat unterwegs ist.

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