merken

Die ersten Pollen fliegen

Hasel und Erle blühen bereits. Aber auch Grippe und Kreislaufbeschwerden plagen die Mittelsachsen.

Von Maria Lotze

Anzeige
Ein Wintermärchen in Lappland 

Meissen Tourist macht´s möglich und organisiert eine Reise in die Heimat des Weihnachtsmanns und ins Land der Rentiere. 

Juckende Augen, tropfende Nase, Niesattacken – es ist wieder so weit. Wer besonders empfindlich ist, reagiert auf die ersten Pollen sofort. Die Heuschnupfenzeit beginnt, und das mitten im Winter. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt Diplom-Mediziner Christian Münzberger. Er ist in Döbeln nicht nur als Hautarzt, sondern auch als Spezialist für Allergien tätig. Ist der Winter mild, kann es durchaus vorkommen, dass Haselnuss und Erle schon jetzt blühen.

Bisher haben sich zwar nur wenige Patienten in Münzbergers Praxis gemeldet, die schon erste Heuschnupfen-Beschwerden haben. Allerdings kommen jetzt diejenigen zu ihm, die gerade eine Hyposensibilisierung machen. Mit dieser spezifischen Immuntherapie sollen die Patienten von ihren Allergien befreit werden. „Die Behandlung erfolgt in der pollenarmen Zeit. Schwere Fälle sollten jetzt abgeschlossen sein“, sagt Münzberger.

Doch der Zeitraum für eine solche Therapie wird immer kürzer, denn der Blütenstaub ist immer länger unterwegs. Ist der Winter zu warm, tritt der erste nach Weihnachten auf. Durch neue Pflanzen, wie das Traubenkraut, das aus Nordamerika gekommen ist, verzögere sich der Pollenflug immer weiter in den Herbst hinein, so Münzberger. Doch auch wenn der Winter lang ist, bedeutet das für die Patienten keine Entlastung. Denn meist ist dann der Pollenflug umso stärker. „Dann blüht alles gleichzeitig, die Beschwerden sind dadurch schlimmer“, erklärt Münzberger. Ist die Pollenflug-Saison dagegen lang, komme die Belastung nicht in geballter Form, sondern nach und nach und damit schwächer.

Sowohl Münzberger als auch Matthias Werchau von der Stiftung des deutschen Polleninformationsdienstes rechnen damit, dass die kommende Pollensaison nicht so stark wird wie die vergangene. „Der Pollenflug der Birke war 2014 sehr stark. Es wird erwartet, dass er dieses Jahr geringer ist“, so Pollenanalyst Werchau. Hoffen können die Patienten nun nur auf einen richtigen Wintereinbruch. „Dann geht der Pollenflug sofort zurück“, sagt Münzberger.

Neben den typischen Anzeichen, wie den juckenden Augen, der tropfenden Nase und dem Niesen, kann es bei Patienten durch den Blütenstaub auch zu Reizhusten kommen. „Viele können schlecht durchschlafen und sind abgeschlagen und müde“, so der Döbelner Allergologe. Die meisten Medikamente, die den Patienten bei den Allergien helfen, sind frei verkäuflich in der Apotheke. „Augentropfen und Nasensprays können die Beschwerden lindern“, sagt Apotheker Gerd Günther von der Döbelner Apotheke an der Oberbrücke. „Vielen helfen auch homöopathische Mittel.“ Die Nachfrage nach den Medikamenten gegen Heuschnupfen halte sich zurzeit allerdings noch in Grenzen. Vielmehr kommen die Kunden derzeit, um Medikamente gegen Erkältungen zu bekommen.

Diese sind bei dem wechselhaften Wetter auf dem Vormarsch. „In den vergangenen zwei Wochen hatte ich auffällig viele Patienten mit Erkältungen“, sagt Allgemeinmedizinerin Elgine Tur de la Cruz aus Leisnig. Ursache sein könnte der ständig Wechsel zwischen warm und kalt sowie der Wind. Trotzdem sollten die Bürger viel an die Luft. „Wenn man unterwegs ist, sollte man immer eine zusätzliche Jacke, ein Tuch oder eine Mütze dabei haben“, rät die Ärztin. Gerade der Wind sorge bei vielen Menschen für Ohrenschmerzen. Die Luftdruckschwankungen wirken sich zudem bei einigen auch auf den Kreislauf aus.

Landratsamt meldet 37 Grippefälle

Bei manchen bleibt es nicht bei einer Erkältung. Bis gestern sind dem Landratsamt nach Angaben von Kreissprecher André Kaiser 37 Grippefälle gemeldet worden. Den ersten Nachweis auf Influenza Typ A gab es am 8. Januar. Vor einem Jahr wurde die erste Grippeerkrankung erst im Februar gemeldet.

Auch zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Impfung gegen die Influenza noch möglich, so Kaiser. Die steht zwar zurzeit in der Kritik, weil sie gegen einen Virustyp weniger wirksam sein soll. „Die Impfung ist dennoch sinnvoll“, betont Kaiser. „Gegen die anderen zirkulierenden Influenzaviren bietet sie einen Schutz.“

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.