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Die Ersten wieder raus aus der Quarantäne

Eine ganze Reisegruppe aus Dipps muss wegen des Coronavirus seit einer Woche zu Hause bleiben. Jetzt gibt es für die Ersten Entwarnung.

Raimund Kunze aus dem Dippser Ortsteil Naundorf darf sein Haus wieder verlassen. Er und seine Frau mussten über eine Woche in Quarantäne leben.
Raimund Kunze aus dem Dippser Ortsteil Naundorf darf sein Haus wieder verlassen. Er und seine Frau mussten über eine Woche in Quarantäne leben. © Egbert Kamprath

„Am Montagabend kam der Anruf, dass wir aus der Quarantäne entlassen sind“, sagt Raimund Kunze am Dienstagmittag. Der 69-Jährige aus dem Dippoldiswalder Ortsteil Naundorf hat zu der Reisegruppe aus Dippoldiswalde und Umgebung gehört, die in den Februarferien in Südtirol war, wo sich ein Mitreisender mit dem Coronavirus angesteckt hat.

Das war einer der ersten bestätigten Coronafälle in Deutschland, und hatte für alle Mitreisenden eine schwere Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zur Folge. Das Gesundheitsamt stellte sie alle als Kontaktpersonen des Erkrankten unter Quarantäne und vergatterte sie dazu, konsequent zu Hause zu bleiben. Am Montag, dem 2. März, wurden sie alle zur Probeentnahme nach Dippoldiswalde gebeten. „Das war noch nicht so richtig durchorganisiert“, erinnert sich Kunze. Beim nächsten Test lief das schon alles wie am Schnürchen. Und es brachte für ihn und seine Frau wieder ein günstiges Ergebnis: keine Infektion.

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Immer drinsitzen ist belastend

Nun genießt er es, seine volle Bewegungsfreiheit wieder zu haben. „Erst ging es uns ja ganz gut. Wir waren ja nicht krank, und Lesen, Fernsehen und Schlafen kann ja Spaß machen. Aber wenn ein paar Tage so vergangen sind, dann reicht es doch und wird langweilig“, erzählt Kunze. Zu Beginn der Quarantäne war auch noch das Wetter schlecht. Da fiel es leicht, im Haus zu bleiben. „Aber als wir dann gutes Wetter bekamen, wären wir gerne einmal raus an die frische Luft gegangen. Es hat dann schon belastet, immer drin zu sitzen.“

Die ersten Tage hieß es ja konsequent im Hause bleiben. Dann wurden die Auflagen etwas gelockert. Sie durften auch einmal in den Garten, aber nach wie vor nicht darüber hinaus ihr Grundstück verlassen. Das Gesundheitsamt hielt täglich Kontakt, ließ sich die Temperaturwerte durchgeben und den Gesundheitszustand berichten. Die Nachbarn haben Familie Kunze mit Lebensmitteln versorgt. Was die Familie brauchte, haben sie per Telefon durchgegeben oder durch Zurufe von Haus zu Haus. „Das hat gut funktioniert. Die haben uns alles mitgebracht.“ Die beiden haben auch eine Ferienwohnung. "Zum Glück war die nicht belegt", sagt Kunze. "Wir hätten uns ja gar nicht um die Gäste kümmern können."

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Weiter vorsichtig

Andere Vorhaben mussten Kunzes alle absagen. Ein Handwerker sollte kommen und ein Fenster reparieren. Das ist verschoben worden. Ins Schauspielhaus nach Dresden wollten sie. „Da bekamen wir aber anstandslos einen Gutschein für eine andere Vorstellung. Das lief glatt.“ Seine Frau musste aber einen Termin im Krankenhaus verschieben, und jetzt dauert es bis April, ehe sie wieder an die Reihe kommt. Das ist ärgerlich.

Nun ist der Rentner froh, dass diese Phase wieder überstanden ist. Er kann seinen Interessen nachgehen. Er ist aber weiter vorsichtig und gibt niemandem die Hand. Mit anderen Naundorfern hilft er täglich dort im Schloss bei den Beräumungsarbeiten mit. Das kann er jetzt wieder aufnehmen. Seine Frau muss arbeiten gehen. Sie ist beim Landratsamt angestellt.

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Andere Mitglieder der Reisegruppe stehen aber weiterhin unter Quarantäne. „Wir haben noch keine derartige Information bekommen“, sagt ein Mitreisender. Diese Entscheidungen hängen von den jeweiligen Testergebnissen ab, informierte das Landratsamt. Insgesamt standen am Dienstag im gesamten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge noch 81 Personen unter Quarantäne wegen des Coronavirus. 

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