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Die extremsten Dresdner Regen-Monate

Der Februar war besonders nass. Seit Beginn der Messung durch die Stadtentwässerung gab es aber noch ganz andere Extreme.

Erst am vergangenen Sonntag bot sich in Dresden wieder dieses Bild. Nach vielen trockenen Monaten muss schon seit Februar häufiger zum Regenschirm gegriffen werden.
Erst am vergangenen Sonntag bot sich in Dresden wieder dieses Bild. Nach vielen trockenen Monaten muss schon seit Februar häufiger zum Regenschirm gegriffen werden. © (c) Christian Juppe

Dresden. Dieses Jahr hat mit besonderen Gegensätzen begonnen. War der Januar noch extrem trocken, so fiel einen Monat später sehr viel Regen. Während im Februar laut dem langjährigen Durchschnitt des Deutschen Wetterdienstes (DWD) normalerweise knapp 35 Liter je Quadratmeter fallen, so waren es in diesem Jahr über 87. Das entspricht rund 250 Prozent gegenüber dem Mittelwert.

Zwar hat es schon seit über drei Jahren in einem Monat nicht mehr so viel geregnet. Doch es gab noch ganz andere Extreme. Das geht aus der Statistik der Stadtentwässerung hervor. Sie zeichnet seit 1996 an 19 Stationen flächendeckend die Niederschläge in Dresden auf. Das ist nötig, da Regen eine große Rolle für die elektronische Steuerung und den Ausbau des rund 1.800 Kilometer langen Dresdner Kanalnetzes spielt.

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Besonders in den normalerweise regenreicheren Sommerhalbjahren gab es seit 1996 solche Extreme, die vielen Dresdnern noch gut im Gedächtnis sein werden.

Ein Bild vom 17. August 2002, als die Elbe in Dresden am höchsten stand. Vorher hatte es so stark geregnet, dass die Weißeritz, die Elbe und andere Flüsse und Bäche extrem angestiegen waren.
Ein Bild vom 17. August 2002, als die Elbe in Dresden am höchsten stand. Vorher hatte es so stark geregnet, dass die Weißeritz, die Elbe und andere Flüsse und Bäche extrem angestiegen waren. ©  Archiv: Ronald Bonss

Am meisten hatte der Himmel im August 2002 seine Schleusen geöffnet. Während das langjährige DWD-Mittel für den Monat bei rund 78 Litern je Quadratmeter liegt, war es 2002 mit knapp 241 Liter die dreifache Menge. Ab dem 9. August hatte es tagelang teilweise sintflutartig geregnet, was zur "Jahrhundertflut" führte. Zum Auftakt wurde die Weißeritz zum reißenden Strom, der Straßen von Löbtau und Friedrichstadt überflutete und sich seinen Weg bis in die Innenstadt bahnte. Danach stieg die Elbe an. Am 17. August erreichte sie in Dresden mit 9,40 Metern ihren Höchststand. Im 20. Jahrhundert gab es kein vergleichbares Elbehochwasser. Die Fluten richteten Schäden von 1,35 Milliarden Euro an.

In den Jahren danach wurde viel für den Hochwasserschutz getan. Das zahlte sich bereits im Juni 2013 aus. Denn der steht an zweiter Stelle in der Statistik der regenreichsten Monate seit Beginn der Erfassung 1996. Während der langjährige Juni-Durchschnitt des DWD bei knapp 69 Litern je Quadratmeter liegt, waren es 2013 rund 202 Liter. Die Konsequenz war die Juniflut. Bei der hat sich der bessere Flutschutz bereits ausgezahlt. Mit rund 120 Millionen Euro war die Schadenssumme deutlich geringer als 2002. Allerdings war damals der Dresdner Westen zwischen Cossebaude, Gohlis und Stetzsch besonders betroffen, da es noch keinen Flutschutz gab. Er wurde erst danach entlang der Elbe gebaut und 2017 fertiggestellt.

Knapp unter den Brückenbögen stand die Elbe bei der Juniflut 2013. Auch damals hatte es zuvor besonders stark geregnet.
Knapp unter den Brückenbögen stand die Elbe bei der Juniflut 2013. Auch damals hatte es zuvor besonders stark geregnet. © Foto: SZ/Peter Hilbert

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Auf Rang drei der regenreichsten Monate laut dieser Statistik folgt der August 2010 mit rund 199 Litern. Seit 1996 gab es laut der Statistik der Stadtentwässerung 17 Monate, in denen mehr als 100 Liter Regen je Quadratmeter gemessen wurden. Allerdings war in den vergangenen beiden Jahren eher das andere Extrem zu verzeichnen. Sie waren viel zu trocken. Dem DWD zufolge soll es bis Ende des Jahrhunderts mehr trockene Tage in Sommern geben. Im Vergleich zum Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung 1881 ist der Niederschlag in den warmen Monaten schon um neun Prozent zurückgegangen. Der Grund ist die wärmere Atmosphäre. Seit 1881 ist die mittlere Temperatur in sächsischen Sommern um 1,4 Grad gestiegen.

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