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Die Festmacher

Ein neuer Verein will das Herbst- und Weinfest als zweitgrößtes Volksfest der Stadt retten – und hat mit alten Problemen zu tun.

© Marko Förster

Von Yvonne Popp

Der Frühling erwacht gerade, da richten die Ersten den Blick schon wieder auf das Ende des Sommers – genauer gesagt auf das Herbst- und Weinfest im September. In diesem Jahr will sich der neugegründete Kulturverein Pesterwitz um die Organisation dieser traditionsreichen Festlichkeit kümmern. In den letzten Jahren hatte es immer wieder Zoff um die Ausrichtung dieser Veranstaltung gegeben.

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Grund dafür war die rasante Entwicklung des Weinfestes. Was einst vor knapp 20 Jahren als kleines Hoffest begann, hatte sich im Laufe der Jahre zum zweitgrößten Fest Freitals entwickelt. Der Dorfclub als Veranstalter konnte einerseits den damit verbundenen enormen Aufwand nicht mehr stemmen, und es fehlte ihm der Nachwuchs. Andererseits gab es Querelen um die Finanzierung und Unterstützung seitens der Stadt. Das hatte zur Folge, dass das Herbst- und Weinfest 2012 ausfallen musste. Spontan richtete das Gut Pesterwitz auf seinem Gelände, zusammen mit der Kirche, ein Weinfest zum Erntedank aus. Das kam bei den Gästen gut an.

Daraufhin hatte Gutschef Lars Folde, der auch Mitglied im Dorfclub ist, alle Interessierten zu einer Gesprächsrunde geladen, um über den Fortbestand des Weinfestes zu beraten. Am Ende konnte keine befriedigende Lösung gefunden werden. Deshalb gab es im vergangenen Jahr in Pesterwitz so etwas wie eine Weinmeile. Entlang dieser Strecke boten nun drei verschiedene Veranstalter ihr Programm an.

Die jüngeren Mitglieder des Dorfclubs betrachteten diese Entwicklung mit Stirnrunzeln. Sie wünschten sich das Pesterwitzer Herbst- und Weinfest in seiner ursprünglichen Form zurück – unter Beteiligung der anderen ansässigen Vereine, auf einem zentralen Platz im Ortskern. Die übrigen Mitwirkenden standen diesen Überlegungen skeptisch gegenüber.

So gründeten Jana Gramann und Uwe Jonas kurz entschlossen einen neuen Verein, den Kulturverein Pesterwitz. Der neue Verein hat sich nun unter anderem die übergeordnete Organisation des diesjährigen Weinfestes auf die Fahne geschrieben. Ob das gelingt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, denn auch der neue Verein hat mit denselben Problemen zu kämpfen, die dem Dorfclub zum Schluss über den Kopf gewachsen waren. Die Sicherheitsbestimmungen und der finanzielle Aufwand, den eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit sich bringt, haben sich auch in diesem Jahr nicht geändert. Offen ist auch die Frage, ob und wie sich die Pesterwitzer Vereine und Unternehmen an der Ausrichtung eines einheitlichen Festes beteiligen werden – und ob sie die übergeordnete Koordination überhaupt wollen.

Damit dieser entscheidende Punkt so schnell wie möglich geklärt werden kann, will der Kulturverein zeitnah alle Pesterwitzer Vereine und Firmen anschreiben. „Wir hoffen natürlich auf eine rege Beteiligung“, sagt Kulturvereinschefin Jana Gramann. „Auch wäre es schön, wenn sich das Gut Pesterwitz und das Hotel Siegel ebenfalls wieder mit ins zentrale Geschehen einbinden würden.“ Diese beiden hatten im letzten Jahr auf ihren Grundstücken jeweils ein eigenes Programm veranstaltet, während Gramann und Jonas, mit dem Freitaler Kultur- und Tanzwerkstatt e. V. (einst Windbergarenaverein) im Rücken, ebenfalls eine separate Veranstaltung auf die Beine gestellt hatten.

Marco Siegel vom Hotel Pesterwitzer Siegel, ebenfalls Mitglied im Dorfclub, hat kein Problem mit dem neuen Verein, denn der sei nötig, um ein Fest dieses Ausmaßes durchführen zu können. Weiter sagt er aber auch, dass er mit der Lösung im vergangenen Jahr zufrieden war und für dieses Jahr bereits ähnlich geplant habe. Dennoch will er das Schreiben vom Kulturverein abwarten und dann gemeinsam mit anderen Vereinen und Unternehmern entscheiden, wie es weitergehen soll. Und was aus den Puppenspieltagen wird, die einst mit dem Fest verbunden waren, ist auch noch zu klären.