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Die Festungsorgel erklingt wieder

Königstein. Die„Sonntagsmusiken in derGarnisonskirche“ habenbegonnen. Sie setzen eine 15-jährige Tradition fort.

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Von Hans Peter Altmann

Die Reihe „Sonntagsmusik in der Garnisonskirche“ hat wieder begonnen. Seit dem Jahre 2000 gibt es über die Saison hinweg allsonntäglich die Orgelkonzerte, die für Organisten aus nah und fern eine Magnetwirkung zu haben scheinen.

Diese stellt sich erfahrungsgemäß beim Publikum noch nicht im gewünschten Maße ein. Dabei beschränkt der Veranstalter die Konzerte auf 45 bis 60 Minuten. So erfährt der Festungsbesuch durch den spontanen Besuch der Garnisonskirche eine Bereicherung.

In 18 Konzerten wechseln sich Organisten ab. Zwölf davon kündigen neben anderen Kompositionen ausdrücklich Werke von Johann Sebastian Bach an. Daneben finden wir eine interessante Programmgestaltung durch die Einbeziehung weiterer Instrumente (Orgel mit Flöte, Krummhorn, vokalen Beiträgen). Auch Tanz ist angekündigt.

In den vergangenen Jahren gelang es den Interpreten fast immer, Programm und Spielweise dem kleinen Kirchenraum, vor allem aber dem kleinen Instrument anzupassen. Davon kann man im Jahre 2005 wiederum ausgehen. Das bedeutet, dass romantische Orgelwerke kaum eine Rolle spielen. Musikalische Intimität ist gefragt, stellt wohl auch den besten Kontrast zu der Hektik jener Ansammlungen von Menschen dar, die sonntags bei schönem Wetter die Festung bevölkern. Man kann durchaus von einer wohltuenden Oase sprechen – im Hinblick auf die Ruhe des Raumes und auf die Sprache der Musik. Dippoldiswalde, Stadt Wehlen, Freiberg, Leipzig, Frauenstein, Bautzen, Weimar, Cottbus, Wernigerode, Berlin und München sind die Herkunftsorte der Organisten. Der Dresdner Domorganist Hansjürgen Scholze beweist seine Treue zur Festungsorgel, aus der Landeshauptstadt kommt auch Christian Thiele (vor seiner Berufung nach Dresden Kantor in Königstein). Drei Künstler haben weite Wege: Niederlande, Schweiz, Südafrika (hier der Bachpreisträger Henning Wagner aus Pretoria).

Über einige der Konzerte werden wir an dieser Stelle berichten. Der Leitung der Festung sei zu ihrem Mut zur Wahrung ihrer kulturpolitischen Verantwortung auch auf dem Gebiet der Musik gratuliert.

Morgen, 15 Uhr: Orgel & Stimmen mit Jana Adam (Potsdam) und Franns von Promnitzau (Leipzig). Es erklingen Werke von Senfl, Satie, Wolkenstein u.a.