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Die Feuerwehrkarte kommt

Sie heißt ein wenig anders als andernorts. Das Ziel ist aber Dasselbe: das Engagement von Lebensrettern zu honorieren.

Von Heike Stumpf

Nach Leisnig und Waldheim führt jetzt auch Roßwein eine Ehrenamtskarte ein. Um deutlich zu machen, dass es dabei um ein besonderes Ehrenamt geht, wird die Ehrenamtskarte in Roßwein Feuerwehrkarte heißen. Die Besonderheit liegt zum einen darin, dass die Feuerwehrleute ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe der Kommune erledigen – notfalls Tag und Nacht. Das geht soweit, dass sie ihre persönlichen Interessen zurückstellen und beispielsweise wie beim Hochwasser teilweise tagelang nahezu rund um die Uhr helfen. Zum anderen nehmen die Feuerwehrleute in Kauf, selbst ihre Gesundheit oder ihr Leben zu riskieren, wenn sie Menschen aus brennenden Häusern retten müssen oder sie bei Unfällen gefragt sind. Auf die Rot-Kreuz-Helfer trifft das genauso zu. Aber auf welches andere Ehrenamt noch?

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Trotzdem. Nicht jedem Stadtrat gefällt die Bezeichnung Feuerwehrkarte. Doch Hauptamtsleiterin Michaela Neubert begründet die Namenswahl damit, dass die Karten zu 90 Prozent an Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr verteilt werden. Ebenso solch eine Karte bekommen die Mitglieder der Roßweiner Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Weil auch andere Leute ehrenamtlich arbeiten, hatte sich die Kartendiskussion in die Länge gezogen. Gemeindewehrleiter Wolfram Schirmer wertete das als Zeichen, dass die Stadträte offenbar nicht wie von den Feuerwehrleuten erhofft hinter der Wehr stehen. Mit einem einhelligen Ja zur Feuerwehrkarte bewiesen die Kommunalpolitiker, dass sie den Einsatz von Feuerwehr und DRK sehr wohl anerkennen.

Trotzdem soll die Karte zunächst auf reichlich anderthalb Jahre bis zum 31. Dezember 2015 begrenzt ausgestellt werden. Dann soll es eine Auswertung geben, ob und wie häufig die Karte überhaupt zum Einsatz gekommen ist. Die Inhaber erhalten feien Eintritt in die Bäder Roßweins, brauchen in der Bibliothek keine Nutzungsgebühren entrichten und dürfen einmal im Monat kostenfrei in einer der städtischen Sporteinrichtungen trainieren. Außerdem gewährt die Kommune 20 Prozent Rabatt, wenn sie selbst Veranstaltungen wie beispielsweise einen Kabarettabend organisiert.

Die Karten im gängigen Geldkartenformat werden jetzt gedruckt, mit einem Foto versehen und dann den Ortswehrleitern zugestellt, die sie verteilen. Nur Mitglied in den jeweiligen Hilfsorganisationen zu sein, genügt allerdings nicht, um die Feuerwehrkarte zu erhalten und die Vergünstigungen nutzen zu können. Voraussetzung ist in jedem Fall eine aktive Mitgliedschaft bei Feuerwehr und DRK. Wer nur alle paar Monate mal zum Dienst im Gerätehaus vorbeischaut, für den ist die Karte nicht bestimmt. Wer sie bekommt, darüber entscheiden Wehr- und Vereinsleitung.