merken
PLUS

Radebeul

Die Forststraße hat es nötig

Zwischen Meißner Straße und dem Elbepark soll es künftig schneller vorangehen. Doch der Ausbau ist kompliziert.

Die Forststraße in Radebeul-Ost ist die wichtigste Verbindung zwischen Meißner Straße und Autobahn. Bis zum nächsten Frühjahr wird hier gebaut.
Die Forststraße in Radebeul-Ost ist die wichtigste Verbindung zwischen Meißner Straße und Autobahn. Bis zum nächsten Frühjahr wird hier gebaut. © Norbert Millauer

Radebeul. Seit dieser Woche wird gebaut in der Forststraße, ganz im Osten von Radebeul der Abzweig von der Meißner Straße. Geredet und geplant wird zu der Straße schon fast zehn Jahre. Quer durchs Gewerbegebiet Ost verbinden die Forststraße und weiterführend die Seestraße und die Emilienstraße Radebeul mit dem Elbepark und der Autobahnauffahrt.

Eine Abkürzung, die nicht nur Pkw-Fahrer mögen. Auch Lkw möchten dort rollen. Die meisten können aber nicht. Die Brückendurchfahrt ist lediglich mit 3,40 Meter lichter Höhe angegeben. Seitdem die Bahn die Brücke erneuert hat, ist die Höhe direkt unter der Brücke eigentlich ausreichend, aber unmittelbar danach macht die Straße schon einen Knick bergauf, was für große Lastwagen gefährlich werden könnte.

Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Oliver Lange ist im Radebeuler Bauamt verantwortlich für das Projekt Forststraße. Der Abschnitt Bahnbrücke und bergauf Richtung Meißner Straße ist der komplizierteste. Unter diesen rund 100 Metern des insgesamt etwa 400 Meter langen Bauabschnittes liegen jede Menge Kabel und Rohre. Nicht nur die von Telekom und den Stadtwerken sowie für Abwasser, Wasser und Gas, sondern auch ein alter Kanal vom früheren Arzneimittelwerk. Nachfolger Arevipharma hat schon einen relativ neuen Abfluss in der Böschung östlich der Forststraße liegen. Der alte Kanal wird nicht mehr gebraucht.

Oliver Lange: „Das Stück Brücke und bergan ist das technisch anspruchsvollste, wegen der Leitungen, und weil unter der Brücke kein Bagger eingesetzt werden kann.“ Außerdem sind die Böschungen mit Betonmauern abzustützen. Nahe der Brücke werden diese Stützmauern zwei Meter hoch sein, aber nur etwa einen Meter aus der Erde ragen, mit der ansteigenden Straße in den Ausmaßen abnehmend.

Künftig wird, bevor es bergauf geht, nach der Brücke noch ein etwa zehn Meter langes Stück eben verlaufen. Das erleichtert es den Lkw-Fahrern, sicher durch die Brücke zu gelangen. Wegen der komplizierten Zusammenhänge ist der Brückenabschnitt der, der auch für die lange Bauzeit sorgt. Von jetzt bis wahrscheinlich Frühjahr 2020 sind Straßen- und Kanalbau in der Forststraße geplant.

Zuerst wird der obere Abschnitt zwischen Meißner Straße und der Neigung bei Arevipharma aufgegraben. Entlang der Straße saniert die Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Radebeul + Coswig GmbH ihren Mischwasserkanal einschließlich der Hausanschlussleitungen. Die Stadtwerke erneuern ihre Stromleitungen.

Der letzte Bauabschnitt wird voraussichtlich der zwischen Brücke und Gartenstraße sein. Das Stück heißt hier Seestraße. Bis in eine Tiefe von 70 Zentimetern wird von unten der Belag neu aufgebaut – 40 Zentimeter Frostschutzschicht aus feinem Schotter, darüber drei Lagen Asphalt, erläutert Oliver Lange.

Der Kreuzungsbereich Forststraße, Seestraße, Emilienstraße wird auf der Ostseite aufgeweitet, sodass künftig von der Forststraße in die Emilienstraße die Hauptstraßenführung sein wird. Jetzt haben Forststraße, Seestraße die Vorfahrt. Die neue Regelung wird den Verkehr zügiger von und nach Dresden lenken.

Beidseits der Straßen gibt es neue Fußwege auf einer Breite von 2,50 Meter. Die Entwässerung der Straße entsteht neu. Soweit möglich, sollen die vorhandenen Bordsteine wieder gesetzt werden. Damit die neue Straße dann auch heutigen Anforderungen entspricht, bekommt sie eine Breite von etwa sechs Metern. Ausreichend Platz ist dafür jetzt vorhanden, die Stadt hat auf der Westseite einen Grundstücksstreifen abgekauft und den neuen Zaun dafür bereits als Grundstücksgrenze gesetzt.

Die Forststraße hat den Ausbau und die Sanierung dringend nötig. Heute besteht sie aus einem Flickwerkteppich und abgenutztem Granitpflaster. Das Pflaster wird ausgebaut und aufgehoben und eventuell wiederverwendet.

Mit dem rund 2,15 Millionen Euro teuren Bauprojekt ist die Firma Strabag AG aus Meißen beauftragt. Für Kraftfahrer ist die Durchfahrt komplett gesperrt. Den Betrieben an der Straße soll die Zufahrt gesichert werden.