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Die Frau an den Reglern

Elke Noack sorgte beim Stadtfest für den richtigen Ton. Ohne ihre Technik wären die Künstler auf der Bühne aufgeschmissen.

© Regina Berger

Von Constanze Knappe

Etwa 200 Knöpfe und Schieber hat das Mischpult vor Elke Noack. Damit das, was auf der Bühne auf dem Bischofswerdaer Markt passiert, nicht zur Zumutung für die Ohren der Besucher wird, muss die 50-Jährige hier ein bisschen mehr aufdrehen, dort etwas zurücknehmen. Sie regelt die Lautstärke, spielt Tänzern, Chören und Sängern die Musik ein. Dazu brauchen die Frau an den Reglern und ihr Mitarbeiter selbst gute Ohren. Wenn das Publikum bei einem Sänger die Musik hört und auch den Text versteht, dann haben die Tontechniker ihren Job gut gemacht.

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Seit 2010 betreibt Elke Noack den Topline-Audioservice in Coblenz bei Göda. Zuvor hat die gelernte Zerspanungsfacharbeiterin in einer Chipfabrik in Dresden gearbeitet. „Bei einem Dorffest half ich beim Abbau und hatte Spaß daran. Das war etwas ganz anderes als die Arbeit im Reinraum“, erzählt sie. Es förderte ihren Entschluss, sich beruflich zu verändern. Als der Inhaber der Tontechnikfirma diese verkaufte, griff Elke Noack zu. Nicht ohne sich gründlich einarbeiten zu lassen.

Seither hat sie beim Pfingstfest in Jiedlitz, den Schiebocker Tagen, beim Herbst- und Weihnachtsmarkt in Bischofswerda und bei der Schlagernacht in Neschwitz für den guten Ton gesorgt. Mit vielen Künstlern kam sie da zusammen. „Die meisten sind hinter der Bühne ganz normale Menschen“, sagt sie. Gelegentlich sei einer abgehoben gegenüber den Technikern, dabei käme kaum ein Musiker auf der Bühne ohne Unterstützung an den Reglern zurecht.

Im Wechsel mit einer anderen Firma sichert Elke Noack alle zwei Jahre die Schiebocker Tage tontechnisch ab. Im Schlepptau hat sie dabei Firmen für Licht- und Videotechnik wie Light und Show Hagen Jeremies, Lichtfabrik André Jäger und LTT Professional Sven Zarske. Bühnentechnik sei heutzutage so vielfältig, dass sich kleinere Firmen spezialisieren, begründet sie. Für alle zusammen fungiert sie als Ansprechpartnerin gegenüber der Aktionsgemeinschaft Schiebocker Tage 2.0 und der Stadt. Sie selbst ist für Boxen, Verstärker, Mischpulte, Verkabelung, Player und Mikrofone zuständig. Das neue Mischpult ist halb so groß wie das vorherige mit den 1 000 Knöpfen. Nur drei Schuko-Steckdosen genügen, um den Altmarkt in Bischofswerda zu beschallen. Einen fast sechsstelligen Betrag investierte Elke Noack in die neue Tonanlage mit der hohen Energie-Effizienz. Berechnet wurde diese von zwei Ingenieuren. Denn jeder Veranstaltungsort ist anders. Die im Kreis aufgestellten Stände auf dem Altmarkt reflektieren und schlucken den Ton von der Bühne, auch das will bedacht sein.

Von 8 bis 21 Uhr bauten die Techniker am Donnerstag auf, der Abbau gestern ging schneller. Zwischendurch war manches weg- und wieder hinzuräumen, denn die teuersten Stücke sollten nicht über Nacht stehen bleiben. Regen stört übrigens kaum, Boxen sind recht unempfindlich geworden. Computer und Mischpulte würden aber vorsichtshalber mit Planen abgedeckt. Ein echtes Problem wäre ein Blitzeinschlag in die Bühnentechnik. Passiert ist ihr das zum Glück noch nie, sagt Elke Noack. Vor und während einer Open-air-Veranstaltung hat sie deshalb ein Auge auf die Wetter-App.

Beim Stadtfest in Bischofswerda gefällt ihr das gute Miteinander der AG 2.0, der Verantwortlichen des Bauhofs und der anderen Techniker. Man helfe einander, das sei nicht überall so selbstverständlich.