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Die fünften Klassen stehen fest

Meist wird der Schulwunsch erfüllt. In einem Fall gibt es allerdings 15 Absagen.

Von Sebastian Martin, Verena Weiß und Annett Heyse

Das Warten hat ein Ende. Nachdem das Kultusministerium das Verschicken der Schulbescheide quasi über Nacht gestoppt hatte, steht nun fest, wo die künftigen Fünftklässler lernen werden. Mit einer Woche Verspätung haben die Eltern die Briefe bekommen, in denen steht, ob ihre Kinder an der gewünschten Schule aufgenommen werden. In Freital und Umgebung sei das bei den meisten der Fall, sagt Katrin Reis von der Sächsischen Bildungsagentur. Lediglich in Bannewitz habe es Umlenkungen gegeben.

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66 Kinder wurden an der Oberschule „Am Marienschacht“ angemeldet. Schulleiter Gert Winter hoffte im März daher, drei fünfte Klassen bilden zu dürfen. Vergebens. Die Bildungsagentur lehnte den Wunsch ihm zufolge ab. Lediglich 51 Schüler haben daher einen positiven Bescheid erhalten. Mehr Kinder konnte die Oberschule in Bannewitz nicht aufnehmen.

„Die Klassenbildung erfolgt unter verschiedenen Gesichtspunkten“, sagt Katrin Reis. „Gibt es Schüler, die die Klasse wiederholen, dann hält die Schule diese Plätze vor. Auf Grundlage der Schulintegrationsverordnung ist es zudem möglich, die Klasse nicht bis zur Klassenobergrenze von 28 Schülern zu füllen.“ Und da es in Bannewitz in der künftigen fünften Klasse sowohl Kinder geben wird, die die Klassenstufe wiederholen und integrativ beschult werden, hat die Oberschule 15 Absagen verschicken müssen.

„Wir werden zwei fünfte Klassen mit vermutlich 53 Schülern bilden“, sagt Gert Winter. Wer mit ihm telefoniert, der merkt schnell, dass er gern mehr Zusagen erteilt hätte. „Es ist natürlich nicht schön, Kinder wegschicken zu müssen. Auf der anderen Seite wären drei fünfte Klassen eine organisatorische Herausforderung gewesen“, sagt der Schulleiter.

Gegen die negativen Bescheide aus Bannewitz sind bereits Widersprüche einiger Eltern eingegangen. Diese werden innerhalb der nächsten Wochen bearbeitet. Inwiefern Aussicht auf Erfolg besteht, ist allerdings fraglich. Denn die Platzvergabe ist rechtens. „Melden sich mehr Schüler an, als die Schule Kapazität hat, trifft der Schulleiter eine Auswahl auf der Grundlage von sachgerechten Kriterien“, sagt Katrin Reis von der Bildungsagentur. „Kriterien können beispielsweise Geschwisterkinder, Härtefälle oder auch Schulwegentfernungen sein. Diese sind den Eltern bereits im Vorfeld mitzuteilen.“ Ist eine Schülerauswahl anhand dieser Kriterien erfolgt und gibt es an der Schule nach wie vor mehr Anmeldungen als Plätze, sei das Losverfahren ein legitimes Mittel der Auswahl – so wie in Bannewitz geschehen.

Die Kinder, die eine Absage aus Bannewitz erhalten haben, stammen nach SZ-Informationen vor allem aus Dresden und Freital und werden nun vermutlich dort eine Oberschule besuchen. Denn: „In der Mehrheit konnten die Zweit- bzw. Drittwünsche der Eltern berücksichtigt werden“, sagt Katrin Reis.

In Freital wird es wie an den drei staatlichen Oberschulen sieben fünfte Klassen geben – je zwei in Hainsberg und Potschappel, drei am Waldblick. „Wir sind als Schulträger zufrieden“, sagte Schulamtsleiterin Ilona Helbig bereits im März, als die Anmeldungen für die fünften Klassen erfolgten. Zufrieden ist auch der Leiter der Privaten Oberschule Sabel in Freital. Ihm liegen derzeit 15 Anmeldungen vor, sagt Andreas Frister. Er geht davon aus, dass er eine fünfte Klasse mit maximal 20 Schülern begrüßen wird.

79 Schüler werden ab September an die Oberschule in Wilsdruff wechseln. Wie in den vergangenen Jahren werden dort drei fünfte Klassen gebildet. „Ich freue mich, dass sich unsere Oberschule einer so großen Beliebtheit erfreut. Die hohen Anmeldezahlen bestätigen die stabile Einwohner- und Schülerzahlentwicklung in unserer Region“, sagt Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother. Die Oberschule in Kreischa muss im Vergleich zum Vorjahr dagegen Verluste hinnehmen. Eine fünfte Klasse mit voraussichtlich 26 Schülern werde es im kommenden Schuljahr geben, sagt Schulleiter Wolfgang Schuster.

Auch am Weißeritzgymnasium in Freital ist man zufrieden. „Ich kann alle angemeldeten Schüler aufnehmen“, sagt Schulleiterin Renate Kühnel. Sie geht derzeit davon aus, dass in den sechs fünften Klassen 148 Schüler lernen werden. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne sich die Zahl aber noch verändern. An der Schülerzahl kann sich zwar auch am Evangelischen Gymnasium in Tharandt noch etwas ändern. Die zwei geplanten fünften Klassen sind aber möglich, sagt Schulleiter Volker Gaitzsch. Ihm zufolge starten aus aktueller Sicht 41 Fünftklässler ins neue Schuljahr.