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Die Gauß-Schule ist fertig

Der Umzug kann starten. Die Oberschüler finden in Pirna Bedingungen vor, von denen andere nur träumen können.

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© Norbert Millauer

Von Alexander Müller

Naserümpfen und Stirnrunzeln – das waren typische Reaktionen, wenn man Pirnaer auf die Gauß-Schule ansprach. Die Lehrbedingungen im alten Plattenbau auf dem Sonnenstein waren schon lange nicht mehr zeitgemäß. Zwar wurde bei diesen äußerlichen Bewertungen das engagierte Team der Einrichtung gleich mit degradiert, doch das ist leider häufig so. Diese Gefahr dürfte nun nicht mehr bestehen. Die neue Gauß-Schule ist fertig.

Allerdings scheint sie noch immer aus einer anderen Zeit zu sein. Nun gilt das aber in die Zukunft gewandt. Das Haus und sein Interieur könnten teilweise einem Science-Fiction-Film entsprungen sein. Das gute alte „Schwarze Brett“ ist jetzt ein Flat-
screen, also ein großer Flachbildschirm. Es gibt interaktive Tafeln, von denen sich die Schüler den Inhalt gleich auf ihre Bildschirme holen können. Dafür fehlen Heizkörper – angenehm warm ist es trotzdem überall. Und das gesunde Tageslicht gelangt sogar in die Innenräume.

Die Zufahrt und die Stellplätze der neuen Schule liegen an der Straße in Richtung Kreisverkehr Struppener Straße. Es gibt einen breiten und attraktiven Haupteingang. Der Pausenhof ist windgeschützt und teilweise überdacht. Das Zentrum des Gebäudes bildet ein vielfältig nutzbares Atrium. Im Eingangsbereich sind die Cafeteria und Musikräume untergebracht. Und nicht zuletzt bietet der Neubau dank Passivbauweise gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb.

Nun kann endlich umgezogen werden. „Erste Sachen sind schon hier, wir haben bereits fleißig gepackt“, berichtet Schulleiter Norbert Fernitz erwartungsfroh. Er hat im Prinzip sein gesamtes Berufsleben an der Gauß-Schule verbracht. Das neue Haus ist deshalb gerade auch für ihn persönlich ein ganz besonderer Glücksfall. Im kommenden Jahr geht er in Ruhestand. Doch das ist weit weg. Erst einmal sind schon 500 Kisten gepackt, erzählt er. In den Winterferien wartet die Hauptarbeit.

Ab 3. März geht es für alle im neuen Haus los. Der erste Tag soll zum Kennenlernen, die erste Woche zum Eingewöhnen genutzt werden. Für 10. März ist die offizielle Einweihung geplant, mit anschließendem Tag der offenen Tür. Der wird mit Sicherheit stärker genutzt werden, als in der Vergangenheit. Die Schule hatte früher immer mit mangelndem Interesse zu kämpfen.

„Einen Neuzugang haben wir schon jetzt“, erzählt Norbert Fernitz. Ein Schüler aus der Pirnaer Pestalozzi-Schule müsse operiert werden und könne sich danach eine Weile nur im Rollstuhl bewegen. Die Gauß-Schule hat auch einen Fahrstuhl …

Mit dem Abriss des alten Gebäudes wird das Gesamtprojekt voraussichtlich 8,2 Millionen Euro kosten. Dafür stehen keine Zuschüsse aus der Schulbauförderung zur Verfügung. Die Errichtung als Passivhaus wird durch den Freistaat mit 400 000 Euro unterstützt. Um bauen zu können, hat Pirna zusätzliche Kredite in Höhe von 5,1 Millionen Euro aufgenommen und andere städtische Investitionen zurückgestellt.