merken
PLUS Radebeul

Die gefährliche Autobahnabfahrt von Radeburg

Wer von Dresden kommt und zur Stadt oder ins Gewerbegebiet will, muss sich oft in den Stau einreihen. Jetzt gibt es eine Teillösung, nur ein erster Schritt.

Runter mit der Geschwindigkeit an der Abfahrt nach Radeburg - jetzt gilt: 120 km/h!
Runter mit der Geschwindigkeit an der Abfahrt nach Radeburg - jetzt gilt: 120 km/h! © Arvid Müller

Radeburg. Nicht nur die Radeburger, die Schönfelder und selbst Riesaer sowie viele andere aus der Gegend wissen das. Besonders am Nachmittag gegen 16 Uhr, aber auch zu anderen Zeiten, kann es sehr eng werden auf der Autobahnabfahrt Radeburg. „Vor allem aus Richtung Dresden kommend“, sagt Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos).

Die Situation an dieser Abfahrtsstelle der A 13: Lastwagen, die von der Autobahn abfahren, sind zumeist Lieferfahrzeuge für die Großlager und Zentralen von Lidl, Selgros, Dachser und andere. Zugleich kommen zu bestimmten Zeiten viele Autofahrer im Feierabend zurück in ihre Heimatorte rund um Radeburg.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Dort, wo die Abfahrt endet, kann man einerseits nach links Richtung Stadt fahren, rechts, Richtung Großdittmannsdorf, die Umfahrung übers Radeburger Gewerbegebiet in die Stadt nehmen. Hier staut es sich. Oft bis zurück auf die Autobahn.

Dort ist die Geschwindigkeit freigegeben. Wer rund um Dresden vorher Einschränkungen hatte, tritt hier zumeist ordentlich aufs Gas. „Eine große Gefahr“, sagt Bürgermeisterin Michaela Ritter. Sie hat deshalb schon wiederholt ans Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) geschrieben und um Hilfe gebeten. Schon einmal vor Monaten nach einem langen Beschwerdebrief von Bürgern, jetzt am 14. Juli wieder.

Aus Berlin kommend stauen sich die Lkw in Richtung Radeburg.
Aus Berlin kommend stauen sich die Lkw in Richtung Radeburg. © Arvid Müller

Die Bürgermeisterin in ihrem Brief: „Uns erreichen in den letzten Tagen und Wochen massiv Anrufe von Bürgern und Stadträten, die die sehr gefährliche Situation an der Autobahnabfahrt Radeburg aus Richtung Dresden kommend beklagen.

 Gerade in den Nachmittagsstunden ist dort täglich ein Rückstau bis weit auf die Autobahn zu beobachten. Zusätzliche Gefahren entstehen dadurch, dass Verkehrsteilnehmer die wartende Schlange überholen, um dann kurz vor der Abfahrt in die Ausfahrt einzukreuzen. Glücklicherweise ist bisher kein Unfall zu verzeichnen, aber dies sollte auch in jedem Fall vermieden werden.“

Michaela Ritter schildert dazu das Problem - nämlich, dass die Fahrzeuge oben auf die S 177 nicht zügig abfließen können. Hier wäre eine Ampellösung oder ein Zwangspfeil nach rechts eine mögliche Lösung, um den Abbiegeverkehr in Richtung Stadt und den dadurch entstehenden Rückstau zu vermeiden.

Für diese Abfahrt wollen die Radeburger eine Lösung, damit Staus vermieden werden können.
Für diese Abfahrt wollen die Radeburger eine Lösung, damit Staus vermieden werden können. © Arvid Müller

 Zusätzlich sollte in jedem Fall mit Geschwindigkeitsreduzierungen gearbeitet werden, so die Bürgermeisterin. „Wir bitten wirklich dringend um Prüfung der Situation und schnelle Suche nach Lösungsmöglichkeiten.“ Im Landesamt haben die Fachleute offenbar die Situation erkannt und relativ schnell reagiert. Verschärft wurde das Problem in den letzten Tagen zusätzlich, weil an der gegenüberliegenden Ausfahrt aus Berlin kommend gebaut werden musste. 

Aus dem Lasuv kam am Donnerstag die Antwort: „Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben für den Bereich der Autobahn entschieden, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung sinnvoll ist. Seit gestern ist die Geschwindigkeit auf 120 km/h reduziert. Wir werden den Landkreis Meißen ebenfalls noch einmal bitten, die Erforderlichkeit verkehrsrechtlicher Maßnahmen für seinen Zuständigkeitsbereich zu prüfen.“

Michaela Ritters Kommentar dazu: „120 km/h ist nicht gerade viel Reduzierung der Geschwindigkeit. Es hätte weiter runter gehen können.“ Allerdings sieht die Bürgermeisterin als mindestens genauso wichtig an, eine Lösung an der Abbiegekreuzung hinzubekommen. Sie ist ja der Auslöser für den Stau.

 Aus ihrer Sicht können dies eben ein Abbiegeverbot Richtung Stadt sein. Dann bliebe die Fahrt nur in eine Richtung offen und der Verkehr könnte schneller rollen - dann eben über das Gewerbegebiet nach Radeburg rein. Zumindest aber sollte eine Ampel dort eingerichtet werden.

Das allerdings, so liest sie den Verweis des Landesamtes auf die Verkehrsbehörde des Kreises, muss offenbar in Meißen besprochen und gelöst werden. „Hoffentlich schnell“, sagt Michaela Ritter. Denn in Schönfeld und an anderen Orten wird noch lange gebaut, weshalb die Radeburger Abfahrt mindestens ebenso lange für viele Umfahrer ein Ausweich bleibt.

Und der langfristige Plan für neue Abfahrten, die staufrei funktionieren könnten, der liegt gerade mal erst als Plan aus.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radebeul