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Die geringe Inflation hilft in der Krise

Nach der Krise werden die Preise steigen - die Löhne hoffentlich auch. Ein Kommentar von Wirtschafts-Redakteur Georg Moeritz.

Die Mehrwertsteuer-Senkung ist beim Kunden angekommen, sagt SZ-Redakteur Georg Moeritz.
Die Mehrwertsteuer-Senkung ist beim Kunden angekommen, sagt SZ-Redakteur Georg Moeritz. © dpa

Bitte jetzt Milch einkellern! Sie ist gerade zwei Cent billiger geworden, ebenso wie Schokolade. Diese zwei Cent kommen im Januar vermutlich wieder drauf, wenn die Mehrwertsteuer-Senkung zurückgenommen wird. So lange lässt sich Milch leider kaum lagern. Ohnehin ist der Preis von 77 Cent pro Liter Vollmilch fast ein Rekord. Viele Produkte sind vor der Mehrwertsteuer-Senkung erst einmal teurer geworden – auch Dienstleistungen wie Haareschneiden.

Doch die jüngsten Zahlen zur Inflationsrate zeigen, dass von Teuerung keine Rede sein kann. Die Mieten in Sachsen sind fast stabil. Das wird natürlich diejenigen nicht trösten, bei denen es eine Erhöhung gab. 

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Spürbarer Effekt durch Mehrwertsteuer-Senkung

Doch einen typischen Warenkorb einschließlich Diesel und Dienstleistungen bekommt man jetzt für nur 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das hilft in einer Krisenzeit, in der viele mit gesunkenem Einkommen auskommen müssen – weil sie zu den rund 270.000 Kurzarbeitern in Sachsen gehören oder als Selbstständige Einbußen haben.

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Ein typischer Warenkorb kostet 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das ist deutlich weniger als gewöhnlich - und eine gute Nachricht für alle Verbraucher.

Die staatliche Mehrwertsteuer-Senkung ist in vielen Fällen tatsächlich bei den Kunden angekommen. Manche Produkte wie Benzin wurden allerdings auch ohne die Steuersenkung deutlich billiger. Da zeigt sich, dass die Wirtschaft sich in einer Krise teilweise selbst heilen kann: Wenn die Nachfrage sinkt, fallen viele Preise. Im nächsten Aufschwung werden die Händler allerdings versuchen, das Versäumte nachzuholen. Die Preise werden steigen, die Löhne dann hoffentlich auch.

E-Mail an Georg Moeritz

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