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Pirna

Die Grenze geht quer durch Heidenau

Laufen oder zahlen? Bei Bahn und Bus macht eine Haltestelle den Unterschied. Eine Lösung würde das Problem nur verlagern.

Lieber nochmal nachschauen: Wer zwischen Heidenau und Dresden mit Bus oder Bahn unterwegs ist, muss bei den Tarifzonen genau hinschauen.
Lieber nochmal nachschauen: Wer zwischen Heidenau und Dresden mit Bus oder Bahn unterwegs ist, muss bei den Tarifzonen genau hinschauen. © Archiv/SZ

Eine Stadt, ein Preis: Nicht so in Heidenau. Wer mit dem Bus der Linie 65 oder 86 von Dresden nach Heidenau fährt, merkt den Unterschied im Portemonnaie.

 Bis zur Haltestelle Käthe-Kollwitz-Straße gilt die eine Zone, wer eine Haltestelle weiter bis zum Nord-Bahnhof fährt, bezahlt schon für die nächste Zone. Das macht gleich 1,90 Euro mehr für die Einzelfahrt und damit insgesamt 4,30 Euro. Ganz schön viel für rund 500 Meter. Der Dresdner Tarif gilt nämlich bis zur Käthe-Kollwitz-Straße. Doch irgendwo muss ja die Grenze sein, sagt der Verkehrsverbund Oberelbe.

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Und das klingt logisch. Würde die Dresdner Zone dann bis zum Bahnhof reichen, sagen die von der nächsten Haltestelle, warum nicht bis zu ihnen. Am Ende würde das ganze Prinzip ad absurdem geführt. Seit 1998 gibt es die Tarifzonen samt ihrer Grenzen. „Prämisse war damals, dass sie sich an den kommunalen Grenzen der Städte und Landkreise orientieren sollten“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper.

So erkläre sich auch die Tarifzonengrenze zwischen Dresden und Heidenau. Es wurden jedoch einige sogenannte Überlappungsbereichen geschaffen. So auch im Fall der Linien 65 und 86 sowie der S-Bahn. Der Grenzraum zwischen den Tarifzonen Pirna und Dresden reicht von Heidenau-Großsedlitz über den Bahnhof Heidenau bis zur Berthold-Haupt-Straße und Meußlitzer Straße in Dresden. Auf der S-Bahn gibt es einen Grenzraum zwischen Heidenau-Großsedlitz und Dresden-Niedersedlitz. Das heißt, wer erst in Großsedlitz einsteigt und spätestens in Niedersedlitz (beziehungsweise den Bushaltestellen in Dresden) wieder aussteigt, zahlt nur eine Tarifzone. Im Umkehrschluss gilt aber auch, wer aus Dresden in Zschachwitz aussteigt, zahlt eine Tarifzone, steigt er eine Station weiter in Heidenau-Nord aus, ist das schon die Nächste.

Norbert Rokasky hat noch einen anderen Vorschlag. Der Geschäftsführer der Ausbildungsgesellschaft auf der Heidenauer Siegfried-Rädel-Straße – genau zwischen den Haltestellen Kollwitzstraße und Bahnhof gelegen – würde Heidenau-Nord einfach zu Dresden als auch in die andere Richtung zählen. „Viele unserer Teilnehmer und Lehrlinge haben uns schon mehrfach auf das Problem der Tarifzone angesprochen.

Irgendeinen erwischt es immer

Das klingt zwar interessant, sei aber nicht wirklich praktikabel, sagt der Verkehrsverbund. Am Ende gilt, irgendwo ist immer die Grenze. „Natürlich mag die Grenzziehung von den betroffenen Fahrgästen links und rechts der Tarifzonengrenze teils willkürlich und als Schikane empfunden werden“, sagt Schlemper.

Würde man die Grenzen oder Überschneidungsbereich weiter verschieben, würde das auch den Preissprung nur verschieben. Dann wären andere Fahrgäste betroffen, die das genauso ungerecht empfinden würden. Die theoretische Alternative wäre die Auflösung der Tarifzonen. Doch das ist kein Thema. Sie haben sich prinzipiell seit nunmehr über 20 Jahren bewährt. Es bleibt also dabei: Fahren und bezahlen oder laufen und sparen.

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