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Die Großenhainer Pflege wartet aufs schnelle Internet

Viele Orte haben kaum DSL-Anschlüsse. 2008 ist Abhilfe durch die Telekom nicht in Sicht. Andere Anbieter sind da weiter.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Das schnelle Internet aus der Telefondose bleibt in der Großenhainer Region weiterhin Zukunftsmusik. Während die Telekom in diesem Jahr kräftig neue DSL-Anschlüsse zum Beispiel in Radebeul und Coswig einrichtet, müssen sich die Haushalte in und um die Kreisstadt Großenhain meist noch mit einem langsamen Modem begnügen oder sich selbst helfen. „Zur Zeit ist kein weiterer DSL-Ausbau geplant, weil die derzeitige Nutzung der Anschlüsse im Verhältnis zu den DSL-fähigen Anschlüssen unter 30 Prozent liegt“, sagt Telekom-Sprecherin Diana Saupe. Mit anderen Worten: Zu wenige Leuten nutzen ihren DSL-Anschluss, während andere händeringend auf einen warten. Im Bereich Zabeltitz ist der Ausbau aus technischen Gründen gar nicht möglich.

Viele liegen unter zwei Prozent

Die Angaben auf dem Breitbandportal www.zukunft-breitband.de des Bundeswirtschaftsministeriums machen die Unterversorgung der Großenhainer Pflege sichtbar: Die Gemeinde Weißig a.R., der Bereich Strauch/Zabeltitz, ein Teil der Gemeinde Priestewitz oder große Teile der Gemeinde Ebersbach weisen eine Verfügbarkeit der schnellen Internetverbindung DSL von unter zwei Prozent aus. Auf 50 bis 75 Prozent kommt der Streifen Lampertswalde/Schönfeld/Thiendorf. Ebenso der Bereich zwischen Kottewitz und Großdobritz.

Über 75 Prozent kommen Böhla b.O. und Kraußnitz, die von der Nähe zu Ortrand profitieren. Den gleichen Wert erreicht Großenhain bis Skassa und Kleinthiemig. Einen Spitzenplatz hat der Bereich Würschnitz bis Röhrsdorf. Hier könnten sogar über 95 Prozent der Haushalte mit DSL im Internet surfen.

Diese großen Unterschiede resultieren zum einen aus baulichen Gegebenheiten. Die DSL-Internetverbindung läuft über die Telefonbuchse. Die Telekom hat ihr Leitungsnetz nach der Wende aber mit Glasfaser aufgebaut. Woran damals noch keiner dachte: DSL braucht Kupferkabel. Doch auch Glasfaser lässt sich mittlerweile DSL-fähig machen. Zum anderen gibt es zum Teil zu große Entfernungen zwischen dem Kundenanschluss und dem Netzknoten.

GWVB bietet es Mietern an

Wer also bei DSL keine Chance hat, musste sich Alternativen suchen. Es gibt schnelle Internetverbindungen über Funk, das kabellose WLAN, UMTS-Empfang (derzeit laut Breitbandatlas nur im Raum Priestewitz) oder Satellitensignal. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten sind jedoch sehr kostenintensiv.

Preisgünstig versucht die Großenhainer Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft GWVB ihren Mietern selbst schnelles Internet anzubieten. „Bei der Sanierung der Villastraße 2a haben wir das testweise für alle Wohnungen gemacht“, sagt Geschäftsführer Jürgen Reimitz. Das soll Standart werden, wenn möglichst viele Mietparteien mitziehen. Interessenten können sich bei der GWVB melden.

Eine großflächige Versorgung hat mittlerweile der Riesaer Anbieter von manCityNet erreicht. Was 2006 mit der Initiative des Cunnersdorfer Schülers Sebastian Stelzner begann, hat den Datenfunk in die gesamte Gemeinde Ebersbach, zahlreiche Orte rund um Großenhain und in die komplette Röderaue gebracht. „Die Technologie WMAN funktioniert separat mit einem Zusatzgerät“, sagt Geschäftsführer Andreas Günther. Praktisch in jedem Ort sei das möglich.

www.manCityNet.de