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Die Handball-Flüsterer

Vor dem Saisonstart präsentieren sich die Spieler des ESV Lok Pirna fit, vor allem mental – dank der Hilfe eines speziellen Trainers.

ESV-Lok-Handballer mit Heller (l.), Winn (4.v.l.) und Milicevic (2.v.r.) beim gemeinsamen Draisinefahren: Seid positiv, habt keine Angst.
ESV-Lok-Handballer mit Heller (l.), Winn (4.v.l.) und Milicevic (2.v.r.) beim gemeinsamen Draisinefahren: Seid positiv, habt keine Angst. © privat

Den ersten Erfolg hat die erste Männer-Handballmannschaft des ESV Lok Pirna schon eingefahren, ehe am 31. August die neue Saison in der Mitteldeutschen Oberliga mit dem Heimspiel gegen den HC Aschersleben beginnt. Keiner der Spieler hat nach der letzten Spielzeit den Verein verlassen, alle sind noch dabei. „Unsere geleistete Arbeit“, sagt ESV-Geschäftsführer Uwe Heller, „trägt nun endlich Früchte.“

Die Saat für diesen Erfolg legte der Verein vor drei Jahren nach einer damals ziemlich verkorksten Saison, das Ergebnis stimmte nicht, die Spieler waren nicht besonders gut drauf. Nun galt es, die Handballer wieder aufzubauen, gar nicht so sehr sportlich – sondern vor allem mental. Kopfarbeit und mentale Stärke, sagt Heller, machen im Sport viel aus.

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Die Truppe begann damit, neue Ziele zu setzen, Es begann zunächst mit einem T-Shirt, auf dem alle unterschrieben und auf dem die gewünschte Punktzahl stand, die man in der Folge-Saison erreichen wollte. Auch für die neue Spielzeit gibt es einen solchen Talisman, diesmal in Form eines Handballs, wieder mit Wunschpunktzahl und allen Unterschriften. Er wird nun wie ein Wanderpokal von Spieler zu Spieler gereicht, damit jeder das Ziel vor Augen hat. „Dadurch haben sich die Jungs in jedem Training weiterentwickelt“, sagt Heller.

Auch mental ist die Truppe gereift, dabei half ein wenig Kollege Zufall – in Gestalt eines Handball-Flüsterers. Eben nach jener verkorksten Saison kam der Verein mit Wolfgang Winn zusammen, der in seiner Freizeit Wein in Pirna anbaut und beruflich Personal schult. „Die Jungs waren damals ziemlich geknickt, also haben wir geschaut, wie sich die Freude zurückholen lässt“, sagt Winn. Er traf sich zunächst zweimal vor Spielen mit den Jungs in der Kabine, um sie mental zu stärken. Daraufhin gewannen sie gleich das nächste Auswärtsspiel, und recht schnell waren die Handballer wieder gut drauf. „Wichtig war, dass die Jungs einfach wieder Spaß am Spiel haben“, sagt Winn. Seine Kernaussage: Seid positiv, habt keine Angst. Das trifft allerdings nicht nur auf den Sport zu. „Wir wollen die Jungs ja auf ihrem eigenen Weg entwickeln und haben dabei geschaut, was sie auch mental mitnehmen können, damit sie generell positiv durchs Leben gehen“, sagt Winn. Vor allem bei einem so hektischen Sport wie Handball sei es wichtig, dass die Spieler ruhig und emotional stabil sind, um sich nicht von der Hektik ringsum anstecken zu lassen. Seither ist der Handball-Flüsterer sporadisch im Einsatz, immer dann, wenn Bedarf besteht. „Wolfgang ist immer in den Köpfen der Spieler, auch wenn er nicht bei jedem Spiel dabei ist“, sagt Trainer Dusan Milicevic.

Seit dem verstärkten Mentaltraining, seien die Jungs enorm gereift, sie denken jetzt den Sport. Der Trainer sieht zudem sein Training nicht nur als Sporteinheit, sondern auch als Lebensschule. „Wir tun alles, damit sich die Jungs wohlfühlen, wir sind eine große Familie“, sagt er. Für Familienflair sorgen auch Ausflüge zu Zielen abseits des Handballs, so zum Fußball-Golf oder zum Draisinefahren in Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Allein durch diesen familiären Zusammenhalt, so der Trainer, lasse sich die Leistung des Teams um bis zu 30 Prozent steigern. Und offensichtlich tut es auch die richtige Mischung. „Ich als serbisches Heißblut beim Training und Wolfgang mit seiner deutschen Disziplin“, sagt Milicevic, „das ist eine gute Kombination.“

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