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Die Heizung bleibt aus

Die Mieter der Paul-Neck-Straße 2 in Bautzen müssen sich auf einen kalten Winter einstellen. Trotz sinkender Temperaturen bleiben Heizungen und Warmwasser in den kommenden Monaten aus. Das teilte jetzt der zuständige Wärmeversorger mit. Die Hauseigentümerin soll bei dem Berliner Unternehmen 12 000 Euro Schulden haben.

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Von Ulli Schönbach

Für die Mieter der Paul-Neck-Straße 2 hat Hans-Thomas Stöckel im Grunde nur einen guten Rat. „Sie sollten ausziehen, das scheint die einzig sinnvolle Lösung zu sein“, sagt der Leiter des Kundendienstes bei der Firma Harpen EKT. Das Berliner Unternehmen ist für die Wärmeversorgung des Hauses zuständig, wurde nach Stöckels Angaben von der Hauseigentümerin aber nicht ordnungsgemäß bezahlt. Bis September liefen auf diese Weise 12 000 Euro Schulden auf. Nachdem diese trotz mehrfacher Mahnung nicht beglichen wurden und da Eigentümerin weder auf Post noch auf Anrufe reagiert, drehte Harpen EKT im Juni die Heizungen und das warme Wasser ab (SZ berichtete). Dies steht dem Unternehmen nach Recht und Gesetz zu.

„Den Mietern haben wir daraufhin eine Vereinbarung angeboten: Wir wollten das Haus weiter versorgen, wenn sie ihre monatlichen Abschläge direkt an uns überweisen“, sagt Hans-Thomas Stöckel. Doch damit waren die Bewohner nicht einverstanden. Warum, erklärt Mieter Rolf Kretzschmar: „Neben den neuen Kosten hätten wir auch die Schulden der Hauseigentümerin übernehmen sollen. Das kam natürlich überhaupt nicht in Frage.“ Aus Sicht von Hans-Thomas Stöckel ein Missverständnis: „Bei den Schulden handelt es sich überwiegend um eine Nachforderung für 2002“. Diese sei entstanden, weil die Heizkosten für das Haus höher lagen, als die Abschläge der Mieter. „Die Bewohner hätten also in jedem Fall mit einer Nachzahlung rechnen müssen“. Rolf Kretzschmar bezweifelt jedoch, dass die Heizkostenabrechnungen, auf die sich Stöckel beruft, stimmen.

So oder so – die Heizungen bleiben aus. Denn von den zehn Wohnungen steht mittlerweile die Hälfte leer. „Wenn wir die Wärme jetzt anschalten würden“, sagt Stöckel, „wären die Kosten für die restlichen Bewohner unvertretbar hoch.“