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Die höchsten Ehren für besonderes Stehvermögen

Der BC Hartha spielt seit 100 Jahren Fußball. Dafür wurde er mit der „Sportplakette des Bundespräsidenten“ geehrt.

Von Sylvia Mende

Ein 100-jähriges Auf und Ab hat den BC Hartha nicht aus der Bahn geworfen. Während zweier Weltkriege mit großen Verlusten und Nöten und zweier Diktaturen habe der Verein Stehvermögen gezeigt und Menschen Heimat und Gemeinschaft vermittelt. Warme Worte fand Staatssekretär Michael Wilhelm vom sächsischen Innenministerium, als er in Dresden Deutschlands höchste staatliche Auszeichnung für Sportvereine an den BC-Präsidenten Matthias Scheidig überreichte.

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Der Verein hat Fußballgeschichte geschrieben. Goldenen Zeiten erlebten der Ballsportclub Hartha, als er in den 1930er Jahren zweimal Sachsenmeister wurde und um die deutsche Meisterschaft mitspielte. „Hartha, Sachsens Fußballhochburg“ titelte zum Beispiel die Allgemeine Zeitung Chemnitz im März 1938. Von 1953 bis 1958 spielte der in BSG Fortschritt Hartha umbenannte Verein in der DDR-Liga mit.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Aber sie sind nicht vergessen, und zur Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens lebten sie wieder auf. Auch wenn die Erfolge nicht mehr so spektakulär sind, so hat der Verein mit seinen mehr als 250 Mitgliedern einiges vorzuweisen. Das betrifft unter anderem die Nachwuchsarbeit. „Unser Verein ist im Nachwuchsbereich in allen Spielklassen vertreten. Wir führen die Jungs und auch einige Mädchen an den Sport heran und legen so die Grundlage für eine sinnvolle Freizeitgestaltung“, sagte der Präsident des BC Hartha Matthias Scheidig. Im Jugendbereich kooperiert der BC Hartha mit anderen Vereinen. Mit den Fußballvereinen in Geringswalde und Leisnig wurden Spielgemeinschaften gebildet.

Gewürdigt wurde auch das Engagement des Vereins für die Erhaltung des Industriestadions. In den letzten Jahren entstand ein Sanitärtrakt, der Rasen wurde gegen Rollrasen ausgewechselt, eine Stützwand erneuert und Ballfangnetze aufgehangen. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um ordentliche Rahmenbedingungen für die Fußballer und auch die Schüler des Gymnasiums zu schaffen, die diesen Platz ebenfalls nutzen“, sagte Matthias Scheidig. Der Verein sei bei allen kulturellen Höhepunkten der Stadt dabei. Am vierten Adventswochenende werden die Fußballer einen Stand auf dem Harthaer Weihnachtsmarkt betreuen.

Der Verein hatte die Auszeichnung aufgrund seines 100-jährigen Bestehens beantragt, die nach einer Prüfung bestätigt worden ist. „Wir sind sehr stolz auf diese Ehrung. Sie ist für uns eine Anerkennung unserer Arbeit“, sagte Matthias Scheidig. Die Plakette werde einen würdigen Platz im Verein finden. Und weil man mit Ehre allein keinen Verein betreiben kann, gab es vom sächsischen Innenministerium noch eine Geldprämie von 1 000 Euro obendrauf. „Das Geld werden wir für die Nachwuchsarbeit verwenden“, so Matthias Scheidig. Der Verein hat einen Kleinbus, mit dem die Kinder zu den Spielorten gefahren werden. Das kostet nicht nur Spritgeld. Auch Reparaturen müssen bezahlt werden. „Das Geld hilft uns da sehr“, so der Vereinspräsident. Die Ehrung bilde den Abschluss des 100-jährigen Vereinsjubiläums des Traditionsvereins in diesem Jahr.

Nach den Auszeichnungen und Feierlichkeiten hoffen die Fußballer, dass es nun auch sportlich wieder bergauf geht, und künftig mit dem Eintritt einiger A-Jugendspieler in den Männerbereich wieder mehr Siege erzielt werden können. Wie in allen Vereinen ist der Wegzug von jungen Leuten, die eine Arbeit in einer anderen Region finden, ein Problem.