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Sebnitz

Die Hürden für die Burgsanierung

Es gibt eine Vision für die Zukunft des Ensembles. Doch es könnte ganz anders kommen. Das hängt vom Stadtrat ab.

Noch vor Wochen wurde hitzig um Burg Hohnstein gestritten. Ist die nun eingekehrte Ruhe eher trügerisch?
Noch vor Wochen wurde hitzig um Burg Hohnstein gestritten. Ist die nun eingekehrte Ruhe eher trügerisch? © Marko Förster

Die Stadt Hohnstein übernimmt die Burganlage komplett in ihre eigene Regie. 

Dafür gibt der Landkreis einen Investitionszuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro und Unterstützung bei der Bauplanung. So zumindest hatte es der alte Kreistag beschlossen. Im Hohnsteiner Stadtrat ringt man dagegen noch mit einer Entscheidung. Der Bürgermeister wurde mit Forderungen konfrontiert. Während noch vor Wochen heißt gestritten wurde, ist es ruhig geworden zum Thema Burg Hohnstein. Hier die aktuellen Fakten.

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Fakt 1: Hohnstein legt ein neues Sanierungsgebiet auf

Damit Fördermittel von Freistaat und Bund fließen können, muss für Hohnstein ein neues Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Das soll die Burg und die Nebenanlagen mit einschließen und nur öffentliche Flächen einbeziehen. Dafür ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept notwendig. Doch schon darüber gab es unlängst Streit im Stadtrat. Vor allem an den veranschlagten reichlich 18 000 Euro erhitzen sich die Gemüter. Das Geld muss die Stadt zunächst selbst aufbringen, ohne zu wissen, ob es tatsächlich zur Übernahme kommt. Stadtrat Lutz Hentschel (UWV) sah darin eine bedenkliche Entwicklung. „Das ist ein Einstieg, wo es kein Zurück gibt“, sagte er. 

Zudem gab es Kritik daran, dass die Kommunalentwicklung Mittelsachen (KEM) beauftragt wurde, welche auch die Machbarkeitsstudie für die Burg erstellt hatte. Stephan Thunig (CDU) fand die Kosten zu hoch. Der Beschluss sei eine Gelddruckmaschine. Und er hatte ausgerechnet, dass etwa 550 Euro pro Tag berechnet werden. Letztlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich für die Ausweisung des neuen Gebietes aus. Viel Zeit bleibt nicht. Bereits im Oktober müssen die Unterlagen mit dem Förderantrag eingereicht werden.

Fakt 2: Stadtrat beharrt auf seinen Forderungen

Eine konkrete Fördermittelzusage ist eine Forderung aus einem ganzen Katalog des Stadtrates. Von diesem weichen die Stadträte auch nicht ab. Sie sagen, die Übernahme der Burg dürfe den Haushalt und die Handlungsfähigkeit der Stadt nicht beeinträchtigen. Die Zuschüsse von Bund und Land sollen vertraglich zugesichert werden. Außerdem soll die Stadt einen unabhängigen Gutachter für die Ermittlung der Kosten beauftragen, um letztlich zu sehen, ob die vom Landkreis beschlossenen 1,6 Millionen Euro als Eigenmittel reichen.

Fakt 3: Hinter den Kulissen gibt es viel zu klären

Ende des Jahres werde sich der Stadtrat frühestens mit dem Thema wieder befassen, sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Er rechnet damit, dass erst dann alle Vorarbeiten abgeschlossen sind. Derzeit gibt es Gespräche mit dem Innenministerium über eine Fördermittelzusage. Außerdem klären Landratsamt und Stadt, welcher Kaufpreis angemessen wäre. Der Buchwert liegt bei 860 000 Euro. Hohnstein hofft auf einen symbolischen Kaufpreis. Außerdem wird die Stadt weitere Leistungsphasen beauftragen, nämlich den Bauentwurf und die Kostenberechnung. Darüber hinaus wird geprüft, ob die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Die Betriebsgesellschaft arbeitet am Jahresabschluss und an einer Risikoberechnung, wenn die Burg saniert wird.

Fakt 4: Bei Ablehnung dreht sich alles auf Anfang zurück

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Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna und www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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