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Die IT-Macher

Die pdv-systeme Sachsen GmbH baut seit 25 Jahren EDV-Anlagen – auch im Landtag und bei der Polizei.

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© Christian Juppe

Von Simone Burig

Im Grunde seines Herzens ist Gerald Gruhl Ingenieur. Auch wenn er diesen Beruf nicht mehr so auslebt, wie er es gerne möchte. Er hat sich von der Technik getrennt und ist in eine neue Rolle hineingewachsen: Gerald Gruhl ist Geschäftsführer der pdv-systeme Sachsen GmbH und hat die Firma vor 25 Jahren mitbegründet. Heute kümmert er sich hauptsächlich um die Finanzen und den Vertrieb. Dass er einmal Chef von 60 Mitarbeitern sein würde, daran hatte der 59-Jährige nie gedacht. Doch mit der politischen Wende 1989/90 stellten sich für ihn die Weichen neu.

Informationstechnik hatte Gruhl an der TU Dresden studiert, danach bei Robotron in der Forschung und Entwicklung gearbeitet. „Wir hatten bereits damals ein enormes Wissen im Bereich IT“, erinnert er sich. Doch mit der Wende brach zunächst alles wie ein Kartenhaus zusammen. Gruhl tat sich mit vier Kollegen zusammen. Sie kannten sich vom Studium, bündelten ihr Wissen und gründeten die pdv-systeme Sachsen GmbH mit Sitz in Dresden. Das Team baute unter anderem IT-Landschaften auf und sorgte dafür, dass die EDV bei den Kunden problemlos lief. Weil Anfang der 1990er-Jahre auch die öffentliche Verwaltung neu organisiert wurde, fand die Firma in diesem Bereich schnell Aufträge: Sie konzipierten die IT-Landschaften in der Staatskanzlei und im späteren Innenministerium, in Dresdner Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen.

„Am Anfang wurden wir als Gurus auf dem Gebiet belächelt“, sagt Gruhl. „Heute sind wir ein gefragter IT-Dienstleister.“ Die Firma kümmert sich um alles, was im Hintergrund läuft, also Serverstrukturen, Speicher, Betriebssysteme und die IT-Sicherheit. Drei Viertel seines Umsatzes erwirtschaftet pdv mit Aufträgen der öffentlichen Hand: Landtag, Ministerien und die Sächsische Polizei gehören zu den Kunden.

Nach der Gründung zog die Firma zunächst nach Radebeul, 2009 dann nach Klotzsche in die ehemalige Luftkriegsschule – ein altes Kasernengebäude. Drei Millionen Euro wurden in den Umbau investiert. „Dass das Haus für uns zu groß sein könnte, dachten wir nie“, erzählt Gruhl. Im Gegenteil: „Hier haben wir endlich genügend Platz, auch große Speichersysteme selbst zusammenzubauen.“ Auch für die Belegschaft gibt es ausreichend Räume: „Mit 36 Angestellten sind wir hierher gezogen, jetzt sind wir 60.“ Und das Unternehmen wächst weiter – sowohl bei Personal als auch beim Umsatz. Nur der Kreis der Geschäftsführer ist in den vergangenen Jahren geschrumpft: Von den ursprünglich fünf Firmengründern sind nur noch Gruhl und sein Kollege Lutz Dähne geblieben.

Das tut den Aussichten aber keinen Abbruch: „Der Standort Dresden ist für uns ideal“, erklärt Gruhl. „ Zum einen bietet er im Bereich Forschung viele Kapazitäten. Und dass die Landesregierung hier ihren Sitz hat, bedeutet für uns viele Aufträge.“ Die Firmengründer setzen auf Sicherheit und Nachhaltigkeit, deshalb haben sie ihre Nachfolge bereits geregelt. Fest steht: „pdv wird in seiner jetzigen Form auch nach unserem Ausscheiden fortbestehen.“ Doch weil bis zur Rente noch einige Jahre vergehen, bleiben genauere Infos erst einmal in Gruhls Schublade.