merken
PLUS

Die Johanna wird 40

Der Ruf der Schule wurde in den letzten Jahren schlechter. Doch Kinder und Eltern fühlen sich inzwischen richtig gut am Haus.

Von Kay Haufe

Noch vor einem Jahr stand die Grundschule Johanna auf der Pfotenhauerstraße fast vor dem Kollaps. Der bauliche Zustand des 1974 eröffneten Hauses war so schlecht, dass die Eltern auf die Barrikaden gingen. Im ganzen Haus ließ sich kaum noch ein Fenster öffnen, weil sie aus den Rahmen zu fallen drohten. Durch das Dach der Schule regnete es in Klassenzimmer. In mehreren Etagen des DDR-Plattenbaus waren die Wände feucht, im Keller schimmelte es. Im SZ-Familienkompass gab es deshalb mit 3,4 die schlechteste Benotung für das Schulangebot in einem Stadtteil.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Ganz anders präsentiert sich die Typ-Dresden-Schule heute. Die Fassade ist erneuert, die Fenster schließen perfekt. Drei Millionen Euro hat die energetische Sanierung gekostet. Zwar könnten Flure und Toiletten durchaus noch einen Anstrich vertragen. Und auch der Hort würde sich über weitere Räume freuen. Doch insgesamt sind die äußeren Bedingungen inzwischen gut. „Mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir endlich eine neue Schulleiterin haben, die sehr engagiert ist“, sagt Elternratsvorsitzende Heike Sobottka. Denn in den letzten fünf Jahren wechselte die Interims-Besetzung ständig. Der Schule fehlte eine klare Linie, sagt sie. Und Sobottka muss es wissen. Seit fünf Jahren verfolgt sie dank ihrer drei Kinder die Entwicklung der Johanna. „Ich weiß, dass es viele Vorurteile gegen die Schule gibt, weil hier viele Migranten-Kinder lernen“, sagt Sobottka. „Doch genau das ist ja auch das Schöne daran. Mein Sohn und meine Tochter haben Freunde aus anderen Ländern und hören auch, dass andere Kinder schon viel Leid in der Kindheit erlebt haben“, sagt die Mutter.

Sie legt jedoch genauso viel Wert darauf wie Schulleiterin Angela Wenk, dass es ein gesundes Gleichgewicht von deutschen und ausländischen Kindern gibt. „Sonst leidet die Sprache darunter“, sagt Wenk. Kinder aus über 20 Nationen unterrichtet sie an der Johanna. Einige können schon gut Deutsch, andere nicht mal ein Wort. Damit sich alle gut verstehen, lernen die ausländischen Kinder in kleinen Gruppen Deutsch. Je nachdem, wie gut sie es können, werden sie in den normalen Unterricht Stück für Stück integriert. „Weil wir im letzten Jahr nicht so viele Anmeldungen hatten, sind unsere Klassen nicht so groß. Das hat Vorteile“, sagt Wenk. Dennoch wünscht sie sich mehr Offenheit vor allem deutscher Eltern gegenüber der Johanna. Eine perfekte Möglichkeit, das Haus, Lehrer und Schüler besser kennenzulernen, bietet das heutige Schulfest. Darin spielt nicht nur die Entwicklung von der 102. Polytechnischen Oberschule in DDR-Zeiten zur Grundschule eine Rolle. „Wir wollen zeigen, wie gut es uns heute gelingt, Kindern aus aller Welt Spaß am Lernen zu bereiten“, sagt Schulleiterin Angela Wenk.

Unterstützung erhält die 54-Jährige nicht nur von ihren 16 Stammlehrern, Hortnern und Sozialarbeitern. Auch die Bildungsagentur hat erkannt, dass Lehrermangel an der Johanna größere Auswirkungen hat, als an anderen Schulen, sagt Wenk. Momentan liegt der Anteil ausländischer Kinder bei rund 30 Prozent. Damit er nicht weiter steigt, öffnen zum neuen Schuljahr drei weitere Stützpunktschulen mit Deutsch als Zweitsprache, so die Bildungsagentur.

Schulfest an der Grundschule Johanna zum 40. Geburtstag heute von 16 bis 18.30 Uhr, Pfotenhauerstraße 40. Alle ehemaligen Lehrer, Schüler, Eltern und interessierte Bürger sind dazu herzlich eingeladen.