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Die Johannstadt wird Bezahlzone

Zwei Bewohnerparkbereiche sollen den Druck mindern. Auf 200 Plätzen muss bezahlt werden. Doch es bleibt Freiraum.

Von Kay Haufe

Zugeparkte Kreuzungen, Autos auf Wiesen und Fußwegen: In der Johannstadt sind Stellplätze Mangelware. Die 11.150 Bewohner haben 3.100 Fahrzeuge. Dazu kommen mindestens 1.000 Beschäftigte, die im Justizzentrum, der Sparkasse oder in Geschäften arbeiten. Im Sommer sorgen die Gäste des Fährgartens oder Elbwiesen-Griller für weiteren Parkdruck. Damit Anwohner leichter einen Stellplatz finden, will die Stadt Bewohnerparkzonen einrichten.

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Nur zwei Lösungen für drei Knackpunkte

Aus Sicht der Stadt gibt es drei Johannstädter Problembereiche. Der erste liegt rund um den Sachsenplatz, der zweite konzentriert sich um den Thomas-Müntzer-Platz, und der dritte betrifft den Bereich des Uniklinikums. Für Letzteren hat die Stadt ein extra Parkraumkonzept erstellt, das demnächst den Bürgern vorgestellt werden soll. Wann es umgesetzt wird, ist unklar.

Noch in diesem Jahr wird es ernst zwischen Käthe-Kollwitz-Ufer, Sachsenallee, Gerok- und Arnoldstraße (Parkzone 15). Ab Dezember sind die darin befindlichen Stellplätze aufgeteilt in reine Bewohnerparkplätze, zeitlich beschränkte sowie frei nutzbare Plätze. Mit Parkverbotsschildern werden die Elsasser, Florian-Geyer-, die Bundschuh-, Hopfgarten- und Pfeifferhansstraße versehen. Doch sie tragen den Zusatz „Außer Bewohnern“. Wer sich einen Parkausweis besorgt, kann hier stehen.

Zweiter Anwohner-Parkbereich kommt im Juni 2015

Länger warten müssen die Bewohner des nordöstlichen Teils der Johannstadt. Erst im Juni kommenden Jahres beginnt die Bewirtschaftung des Viertels zwischen Käthe-Kollwitz-Ufer, Arnold-, Fetscher- und Pfotenhauerstraße (Parkzone 16). Hier gibt es zudem größere Bereiche mit frei nutzbaren Parkplätzen an Straßen, darunter Teile der Blumen-, Hertel-, Gutenberg- und Pfotenhauerstraße. Anwohner bekommen auf der Arnold-, Blumen-, Alfred-Schrapel- und Burckhardtstraße Stellmöglichkeiten.

Kostenpflichtige Plätze nahe den Elbwiesen

Für das relativ große Gebiet der beiden Bewohnerparkzonen, in denen insgesamt 3.638 Parkplätze im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen, sind lediglich 200 kostenpflichtig. Dies betrifft den gesamten Thomas-Müntzer-Platz, Teile der Elsasser Straße zwischen Kollwitz-Ufer und Florian-Geyer-Straße sowie am Sachsenplatz. Anwohner können diese allerdings größtenteils mit Ausweis mitnutzen. Dafür lässt die Stadt rund 15 Parkautomaten aufstellen. Sie rechnet jährlich mit rund 40.000 Euro Einnahmen daraus. 156 zeitlich beschränkte Parkplätze wird es vor Supermärkten, Geschäften und Ärtzehäusern geben.

Anwohnerparkausweise garantieren keinen Stellplatz

Ab Oktober können Bewohner der Parkzone 15 Ausweise bei der Straßenverkehrsbehörde in der Lingnerallee 3 beantragen. Für Anwohner der Zone 16 ist dies ab April 2015 möglich. Nötig dafür sind Führerschein, Ausweis und Fahrzeugschein. Die Kosten betragen für ein Jahr 30, für zwei Jahre 50 Euro. Allerdings garantiert der Anwohnerparkausweis keinen Stellplatz, er bevorzugt lediglich.

Nicht jeder profitiert von der neuen Parkplatzregelung

Wer nicht in der Johannstadt wohnt, muss mit längerer Suche nach einem Stellplatz und weiteren Wegen rechnen. Dies trifft auch Gäste der Bewohner. Allerdings stehen nach wie vor 1.704 kostenlose Parkplätze für jedermann zur Verfügung. Der frühere Altstädter Ortsamtsleiter Dietrich Ewers, der selbst im Viertel wohnt, sieht das Konzept kritisch. „Es entstehen ja nicht wirklich mehr Parkplätze“, sagt Ewers. „nur die alten kosten auf einmal Geld.“