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Die Karrasburg will sich neu erfinden

Das Museumsteam ruft die Bürger auf, Ideen für eine neue Dauerausstellung zu liefern.

Museumsleiterin Evelies Baumann und die Mitarbeiterinnen Annette Schmieder und Katrin Kynast (v.l.) bauen im Museum Karrasburg derzeit die Sonderausstellung „Wir bitten zu Tisch“ auf. Sie wird ab 4. September zu sehen sein.
Museumsleiterin Evelies Baumann und die Mitarbeiterinnen Annette Schmieder und Katrin Kynast (v.l.) bauen im Museum Karrasburg derzeit die Sonderausstellung „Wir bitten zu Tisch“ auf. Sie wird ab 4. September zu sehen sein. © Norbert Millauer

Coswig. Vor 24 Jahren ist das Coswiger Stadtmuseum in der Karrasburg eröffnet und vier Jahre später erweitert worden. 102 Sonderausstellungen hat es bis jetzt gegeben, von denen die stadt- und regionalgeschichtlichen Themen in die Dauerausstellung eingeflossen sind. Das steht im Internetauftritt der Stadt. Und: „Nun ist es an der Zeit, die Dauerausstellung zu überarbeiten, besucherfreundlicher zu gestalten und neue Erkenntnisse zu berücksichtigen.“

Die Bürger sollten ihre Meinung sagen, damit auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingegangen werden könne. „Bitte teilen Sie uns mit, welche drei stadtgeschichtlichen Themen - zu Gebäuden, Ereignissen, Persönlichkeiten, Erzeugnissen - für Sie von großer Bedeutung sind und deshalb in der Dauerausstellung Berücksichtigung finden sollen. 

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Vielleicht haben Sie auch eine ganz persönliche Geschichte, die unsere Dauerausstellung bereichern könnte?“ Ideen und Vorschläge können bis zum 20. September per E-Mail an [email protected] oder im Briefkasten am Coswiger Rathaus eingereicht werden. „Wir werden etwa drei Jahre für den Aufbau der neuen Dauerausstellung brauchen, erklärt Museumsleiterin Evelies Baumann.

 Zunächst soll bis Dezember das Büro gefunden werden, mit dem man die Gestaltung erarbeiten will. Dann geht es natürlich um das nötige Geld, von dem abhängt, was man sich leisten kann - etwa an digitaler und multimedialer Technik. „Wir müssen die Informationsfüller besser für die Besucher aufarbeiten“, so die Museumsleiterin.

Blick in den derzeitigen Ausstellungsraum im ersten Geschoss des Museums, der Handwerks- und Industrietradition von Coswig und angrenzender Orte zeigt. Hier soll in der neuen Ausstellung ein Schwerpunkt gesetzt werden, etwa am Beispiel des ersten sächsisc
Blick in den derzeitigen Ausstellungsraum im ersten Geschoss des Museums, der Handwerks- und Industrietradition von Coswig und angrenzender Orte zeigt. Hier soll in der neuen Ausstellung ein Schwerpunkt gesetzt werden, etwa am Beispiel des ersten sächsisc © Norbert Millauer

In der aktuellen Dauerausstellung ist das nicht in jedem Fall gelungen. So liefert etwa die Informationstafel zum Friedewald auf engstem Raum eine Überfülle an Informationen zu Erdgeschichte und Besiedlung, zu Flora, Fauna und Jagd. Mit diesen Informationen sind Landkarten und historischen Fotografien eingerahmt. Hinzu kommt, dass die Schrift - dunkelrot auf grauem Grund - schwer zu lesen ist. Das ist eindeutig zu viel des Guten.

„Künftig wollen wir konsequent von den Ausstellungsstücken ausgehen und dann auf verschiedenen Ebenen informieren“, erklärt die Museumsleiterin. Zudem wolle man sich auf für Coswig bestimmende Momente konzentrieren. So sollen etwa die ur- und frühgeschichtlichen Funde nicht mehr gezeigt werden - „dafür gibt es Spezialmuseen, die das besser als wir können“.

Derzeit ist einer der fünf Räume der Dauerausstellung der Alten Kirche und der örtlichen Kirchengeschichte vorbehalten. Auch das soll sich ändern. Mehr Platz soll der Industriegeschichte eingeräumt werden. Hier hat Coswig Wegweisendes zu bieten, wenn man etwa an Emil Nacke denkt, der 1900 den ersten sächsischen Personenkraftwagen produzierte. Allerdings will Evelies Baumann der Alten Kirche wegen ihrer überregionalen Bedeutung auch in der neuen Dauerausstellung Platz einräumen.

„Wir fördern und unterstützen das Museum Karrasburg in Coswig dabei, seine Dauerausstellung neu zu gestalten“, erklärte Katja Margarethe Mieth, die Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, die die nichtstaatlichen Museen in Sachsen betreut. Ziel sei es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln und dann umzusetzen.

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