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Großenhain

„Die Katze ist nun mal ein Haustier“

Die Kastrationspflicht ist ab 1. Juli in der Stadt Gesetz. Der Tierschutzverein hofft auf ein Umdenken der Besitzer.

Etwas ängstlich schaut Findus aus dem Käfig. Doch der kleine Streuner hat inzwischen den operativen Eingriff zur Kastration überstanden.
Etwas ängstlich schaut Findus aus dem Käfig. Doch der kleine Streuner hat inzwischen den operativen Eingriff zur Kastration überstanden. © privat

Großenhain. „Findus“ hat es hinter sich. Die Großraschützer Familie, die den Kater zwei Jahren regelmäßig füttert, hat den kleinen Streuner jetzt zum Tierarzt gebracht. Der dortige operative Eingriff verhindert künftig, dass „Findus“ ungewollten Katzennachwuchs „produziert“. 

Ab 1. Juli ist dies in Großenhain sogar Pflicht. Dann tritt eine entsprechende Verordnung in Kraft. Großenhain ist die dritte sächsische Kommune, die einen solchen Schritt geht.

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Dass es soweit gekommen ist, daran hat Armin Krake mit seinen Mitstreitern einen Riesenanteil. Der Chef des Großenhainer Tierschutzvereins prognostiziert, dass es in der Stadt hunderte herrenlose Katzen gibt. 

„Die Katze ist ein Haustier, und das soll sie auch bleiben“, so das Credo des 72-Jährigen. Was im Umkehrschluss bedeutet: Mit dem künftigen Passus in der Polizeiverordnung soll ungewollter Katzennachwuchs vermieden werden. Das Prozedere ist simpel: Streuner werden eingefangen, zum Tierarzt gebracht, nach der OP können sie wieder abgeholt werden. 

Was paradox klingt, ist einfach erklärt: Die herrenlosen Tiere gehen automatisch ins Eigentum von Personen über, die sie füttern. An dieser Stelle an die Verantwortung fürs Tier zu erinnern, liegt Armin Krake am Herzen. Auch wenn er weiß: „Das Problem wird sich nicht von heute auf morgen lösen.“

Zumal die Kastration sowohl Mühe als auch Geld kostet. Genau hier will der Tierschutzverein den Leuten Hilfestellung geben. Zum Beispiel bei den Kosten. Zwar sind die finanziellen Mittel des Vereins nicht üppig und resultieren lediglich aus den Mitgliedsbeiträgen, Fördergeldern und Spenden. Und doch stehen zum Beispiel im laufenden Jahr rund 2.000 Euro für die Streunerkatzen zur Verfügung. 

Auch Nicht-Vereinsmitglieder können von diesem Etat profitieren, wobei sich der Verein im Nachgang natürlich über jede Spende freut. Scheu vor einer Kastration müsse niemand haben, sagt Armin Krake. Der Tierschutzverein hilft bei Bedarf auch mit Fahrten von und zum Tierarzt, stellt darüber hinaus leihweise Lebendfallen zur Verfügung, um die Streuner einzufangen.

Armin Krake ist glücklich über die neue Verordnung und hat bereits festgestellt, dass die Aufmerksamkeit und Nachfrage zur Regelung deutlich angestiegen sind. Nach seiner Auffassung sei die Kastration, die übrigens durch die Veterinärmediziner entweder mit einem Chip oder einer kleinen Tätowierung am Katzenohr gekennzeichnet wird, das kleinere Übel für Tier und Mensch. 

Denn anderenfalls bestehe die Gefahr der weiteren unkontrollierten Vermehrung bis hin zu Katzenkrankheiten, an denen die Tiere elend zugrunde gehen können. Auch deshalb appelliert der Vereinsvorsitzende nochmals an die Verantwortung der Menschen: „Ein Tier kostet nun einmal – und Eigentum verpflichtet.“

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