merken
PLUS

Görlitz

Die Kehrseite des Händewaschens

Strenge Hygiene ist die schärfste Waffe gegen das Coronavirus. Doch die Haut kann darunter leiden. Görlitzer Experten sagen, wie man das verhindert.

Hände waschen gegen Corona - das funktioniert, ist aber eine Strapaze für die Haut.
Hände waschen gegen Corona - das funktioniert, ist aber eine Strapaze für die Haut. © Marijan Murat/dpa

"Hände waschen!" ist seit zwei Monaten so etwas wie der offizielle Schlachtruf gegen das Coronavirus. Doch manche nehmen das gar etwas zu ernst. Und so kommt es, dass Seifenregale im Supermarkt leergeräumt sind und sogar Spender mit Desinfektionsmitteln aus Krankenhäusern gestohlen werden. Obwohl sie dort deutlich dringender benötigt würden.

Denn Händewaschen schützt. Das Coronavirus ist mit einer Fetthülle umgeben, die in Seife enthaltenen Tenside lösen die ebenso auf, wie sie Fett aus unseren Haaren entfernen. Doch der Talg auf der Haut wird auch abgetragen. Normalerweise schützt er die Haut, wird er entfernt, kann die Haut trocken und brüchig werden und sich leicht entzünden.

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

"Man sollte sich am besten mit ph-neutralen Pflegeprodukten die Hände waschen", rät der Görlitzer Hautarzt Livio Hille. Klassische Seifen sind nur bedingt gemeint - sie sind oft alkalisch und können den ph-Wert der Haut beeinflussen. Auch das kann die Hornschicht schädigen und die Haut anfälliger machen.

Desinfizieren statt Waschen?

Besonders aufpassen müssen laut Hille die Menschen, deren Hände berufsbedingt ohnehin viel strapaziert seien, oder die bereits unter Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Handekzemen leiden. Hilfreich sei auf jeden Fall, die Hände hin und wieder einzucremen. 

Ähnlich äußert sich die Hautärztin Daniela Langer: Niemand müsse Angst um seine Hände haben – es sei denn er leide an Vorerkrankungen. "Grundsätzlich ist es für die Haut besser, die Hände zu desinfizieren als zu waschen, denn Seife zerstört den Lipidmantel“, so Daniela Langer, die ihre Praxis in der Görlitzer Altstadt betreibt. 

Normale Hände halten auch täglich mehrfaches Desinfizieren aus, erst recht, wenn es rückfettende Desinfektionsmittel sind. Ob ein Mittel diese Eigenschaften besitzt, steht meist auf der Packung.

Wer die Haut schützen will, kann sie einige Minuten nach dem Desinifizieren mit einer schnell einziehenden Handcreme pflegen, so die Ärztin. Man sollte aber keine Lotions nehmen, da diese die Haut austrocknen, und auch keine Salben, da diese schlecht einziehen und die Hände lange fettig sind.  

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Infos zu Corona im Kreis Görlitz bis 5. April

Immer mehr Infizierte, abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Einrichtungen und Grenzen: Alle bisherigen Entwicklungen in unserem Ticker-Archiv.

Die Mitarbeiterinnen der Hirsch-Apotheke am Görlitzer Postplatz raten deshalb auch zu einer fettenden Creme, auch wenn diese etwas Zeit zum Einziehen brauche. "Dann muss man eben die Hände mal fünf Minuten in die Luft strecken", sagt eine Apothekerin. Helfen könnten Baumwollhandschuhe, doch dieser Tipp ist leider nicht exklusiv - und die Handschuhe deshalb in so gut wie allen Apotheken ausverkauft.


Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau lesen Sie hier.