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Dresden

"Die Kinder haben beim Abschied geweint"

Nach vier Monaten in ihrer alten Heimat Dresden kehrte Anke Smiles mit ihrer Familie nach Australien zurück. Diese Erinnerungen hat sie mitgenommen.

Vor 13 Jahren wanderte Anke Smiles nach Australien aus. Nun kam sie mit drei Kindern zurück in ihre Heimat.
Vor 13 Jahren wanderte Anke Smiles nach Australien aus. Nun kam sie mit drei Kindern zurück in ihre Heimat. © Sven Ellger

So richtig gut fanden sie diese Idee ja nicht. Ihre Mama wollte mal wieder nach Hause in ihre Heimat nach Deutschland - und die drei Kinder Jonah, Lukas und Anouk sollten mitkommen. Nicht für ein paar Tage. Nicht für ein paar Wochen. Eher für ein paar Monate. Sogar zur Schule sollten sie in dieser Zeit in Dresden gehen. 

Als die Kinder dann auch noch das eher funktional eingerichtete Apartment im 15. Stock des Internationalen Gästehauses an der Hochschulstraße sahen, in dem sie wohnen sollten, hätten sie am liebsten gleich kehrt gemacht. Zurück nach Hause zu ihren Freunden und in ihr Häuschen mitten im Grünen in Adelaide.

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Das war im August vergangenen Jahres. Anke Smiles, die vor ihrer Hochzeit mit einem Australier noch Anke Beyer hieß, wanderte vor 14 Jahren nach Down Under aus. Dort kamen ihre Kinder zur Welt, die nun also ihr früheres Leben in Dresden kennenlernten.

Es dauerte nicht lange, da hatten sich Jonah, Lukas und Anouk eingelebt und waren bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen. In der Wohnung waren sie sowieso kaum, unternahmen stattdessen viel und verbrachten vor allem jede Menge Zeit mit Oma und Opa, die endlich eine persönliche Beziehung zu ihren Enkeln aufbauen konnten.

 Auch in eng bebauten Städten kann es ganz nett sein, finden inzwischen Anouk, Jonah und Lukas.
 Auch in eng bebauten Städten kann es ganz nett sein, finden inzwischen Anouk, Jonah und Lukas. © Sven Ellger

Schnell fanden die Kinder auch in der Schule Anschluss, berichteten ihren Mitschülern von ihrem Leben in Australien und gaben dem Englischlehrer Aussprache-Tipps. 

Anfang Dezember kam auch Papa Tim mit nach Dresden. Gemeinsam blieb die Familie noch bis zum 23. Dezember, um Weihnachten und Silvester dann bei Ankes Bruder in Freiburg zu feiern. 

Auf den ersten Schnee ihres Lebens warteten die Kinder bis dahin in Dresden vergeblich. Der Abschied aber, der fiel ihnen trotzdem schwer. "Sie waren sehr traurig, als es Zeit war, zu gehen", sagt Anke Smiles. "Anouk und Jonah haben sogar geweint." Die Schule in Dresden - da waren sich die Kinder einig - ist besser als die zu Hause in Australien.  Keine Schuluniformen, eine eigene Kantine und viel früher Schluss. Ein Traum.

Auch sonst bereute am Jahresende niemand in der Familie mehr dieses Abenteuer. "Natürlich hatten wir unsere Höhen und Tiefen", sagt Anke Smiles, "aber am Ende hat diese Zeit unsere Leben enorm bereichert".  Sie sei erstaunt gewesen wie viel mehr Freiräume Kinder in Deutschland haben und wie viel mehr Möglichkeiten es gibt, seine Freizeit zu gestalten."Die Kinder sind allein mit dem Rad zu Oma und Opa gefahren und waren einfach viel selbstständiger als zu Hause."

Besonders die 117. Grundschule an der Reichenbachstraße, in der sie früher selbst Schülerin war, habe sie positiv überrascht. Heute lernen hier besonders viele Kinder mit Migrationshintergrund. "Viele dieser Begegnungen haben meinen Kindern die Augen geöffnet", sagt Anke Smiles, die auch betonen möchte: "Ich ziehe den Hut davor, was die Lehrer dort leisten."

Zuhause in Adelaide tragen die Kinder Schuluniformen und haben viel Platz im Grünen.
Zuhause in Adelaide tragen die Kinder Schuluniformen und haben viel Platz im Grünen. © privat

Nur wenige Dinge in Dresden hätten sie gestört oder besser irritiert, zum Beispiel, wie viele kleine Kinder hier schon ihre eigene Smartphones hätten. Auch seien die Menschen in Dresden insgesamt verschlossener und würden beim Einkaufen jeden Augenkontakt vermeiden. "Viele laufen wie mit Scheuklappen herum", sagt sie. Das sei in Australien ganz anders, wo immer Zeit für einen kleinen Plausch an der Supermarktkasse sei.

Dennoch würde Anke Smiles mit ihrer Familie liebend gern auch länger in Dresden leben, aber das ist momentan keine realistische Option. "Das könnten wir uns nicht leisten", sagt sie. Sie als studierte Sozialarbeiterin und er als selbständiger Baumpfleger würden in Deutschland einfach zu wenig Geld verdienen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Und so sind Anke, Tim, Jonah, Lukas und Anouk nun erst einmal wieder im australischen Alltag angekommen. Schnee haben die Kinder zwischendurch übrigens doch noch kennenlernen dürfen. Nach dem Jahreswechsel und vor dem Heimflug machte die Familie noch einen kurzen Abstecher nach Österreich, wo sich der Nachwuchs auch gleich mal aufs Snowboard stellte.

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