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Die Kommune springt in Ruppendorf ein

Höckendorf. Die Gemeinde will die Versorgung im Ortsteil retten und plant dafür den Bau einesLebensmittelgeschäfts.

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Von Franz Herz

Wir müssen überlegen, wie es mit der Versorgung auf unseren Dörfern aussieht“, sagt Höckendorfs Bürgermeister Jürgen Schreckenbach (CDU-Mandat). Für den Ortsteil Ruppendorf stehen dabei etliche Verluste zu Buche. Das Dorf hat in den letzten Jahren mehrere zentrale Einrichtungen verloren. Jetzt steht der Lebensmittelmarkt in der Beerwalder Straße vor der Schließung, informierte der Bürgermeister auf der jüngsten Ratssitzung. Auch die Pläne eines Privatmanns, in Ruppendorf ein Wohn- und Geschäftshaus neu zu errichten, gingen nicht voran.

Eine Lücke zeichnet sich ab. Die will die Gemeinde füllen und mit Fördergeldern einen Lebensmittelmarkt errichten. Die Planerin Marion Günzel aus Hartmannsdorf stellte dem Gemeinderat die Pläne vor. Hinter der gemeindeeigenen Alten Schule soll ein Neubau mit 166 Quadratmetern Grundfläche errichtet werden. Der bestehende Bau an dieser Stelle würde abgerissen. Er hat schlechte Fundamente und feuchte Wände, erklärte Günzel. Den neuen Markt will die Gemeinde vermieten. Mit einem Betreiber steht sie in Kontakt. Der Anbau soll mit seinem Eingang rechts neben der Alten Schule hervorgucken, wo der Drogeriemarkt Schlecker eingemietet ist.

Das Neubauvorhaben ist Teil eines Gesamtkonzepts für die Alte Schule. Dort steht seit dem Auszug der Sparkasse auch die erste Etage leer. Dafür gibt es Interessenten, die eine Praxis für Physiotherapie einrichten wollen. Außerdem müsste auch das Dach erneuert werden. Alles in allem müsste die Gemeinde für die verschiedenen Baumaßnahmen mit einer halben Million Euro Kosten rechnen, sagt Schreckenbach. Dafür stünden aber Fördermittel in Aussicht.

„Entweder wir machen das, oder die Versorgung stirbt im Ort. Es tut mit leid, dass wir als Gemeinde etwas finanzieren sollen, was gar nicht öffentliche Aufgabe ist, was eigentlich Sache des privaten Sektors sein sollte“, sagte der Bürgermeister. Rainer Vogel (CDU) befürwortet das Vorhaben, fragt aber: „Ich habe Bauchschmerzen, was die Standfestigkeit des Betreibers angeht. Was wird, wenn das Konzept nicht aufgeht?“ Carsten Henkel (Wählervereinigung) sagte: „Was machen wir, wenn der Mieter vorzeitig aussteigt?“ Der Bürgermeister sagte: „Die Bauchschmerzen habe ich auch. Aber wir hätten in Ruppendorf eine glückliche Kombination mit Schlecker, Bäcker und dem Geschäft. Ich kann auch nicht sagen, ob das aufgeht.“ Sonja Fischer (PDS) aus Ruppendorf wies darauf hin, dass der Ort ja auch Anlaufstelle für die Nachbardörfer Paulshain, Beerwalde und Obercunnersdorf ist.