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Krabat-Festspiele bekommen Ableger

An drei Sonntagen im Juli wird in Schwarzkollm eine Audienz bei Sachsen-König August inszeniert.

Im Hoyerswerdaer Autohaus Kieschnick, ein Sponsor der Krabat-Festspiele, wurde in der vergangenen Woche deren Ausgabe Nummer acht vorgestellt. Unter anderem wieder mit von der Partie sein werden Steffen Urban (in Rot) als Sachsen-König August und (links n
Im Hoyerswerdaer Autohaus Kieschnick, ein Sponsor der Krabat-Festspiele, wurde in der vergangenen Woche deren Ausgabe Nummer acht vorgestellt. Unter anderem wieder mit von der Partie sein werden Steffen Urban (in Rot) als Sachsen-König August und (links n © Foto: Gernot Menzel

Schwarzkollm. Vergangenes Jahr brannte die Schwarzkollmer Krabatmühle ab. Allerdings war das nur Teil der Inszenierung der siebten Krabat-Festpiele mit dem Titel „Die Dunkelheit des Lichts“. Nach der Feuersbrunst hat der Titelheld dieses Jahr im Stück „Die Elemente der Macht“ wohl die Nase voll vom Zaubern. „Nun taucht aber der Gevatter wieder auf“, sagt Michael Kuhn vom Regie-Team. Die Proben für die achten Festspiele in Schwarzkollm laufen bereits seit zwei Wochen. Vor einer Woche gab es die ersten Kostümproben, Premiere ist am 3. Juli.

Die Festspiele im Koselbruch wachsen weiter. Man hat auf dem Mühlengelände zum Beispiel zusätzliche Tische gebaut, was die Platzkapazität erhöht. Konnten sich im vorigen Jahr 9 000 Menschen das Spektakel ansehen, werden das neue Stück in diesem Jahr nach Angaben von Regisseur Alexander Siebecke 12 000 Besucher verfolgen können. Am 9. Juli gibt es zudem eine Spezialvorstellung ausschließlich für die Schwarzkollmer. „Es war auch für uns erstaunlich, wie viele Leute aus dem Dorf das noch nie gesehen haben“, sagt Michael Kuhn. Ein großes Wunder ist das freilich nicht. Das Theater im Dorf erfreut sich derartiger Beliebtheit, dass auch dieses Mal kurz nach dem Start des Kartenvorverkaufs im Januar sämtliche Tickets weg waren.

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Theater-Camp in Planung

Freilich kann man während der achten Festspiele erstmals zusätzlich eine Art Ableger besuchen. Für die drei Sonntage der Spielzeit, nämlich am 7., am 14. und am 21. Juli, wird eine Art szenische Matinee vorbereitet, in deren Mittelpunkt einer der kauzigen Charaktere der Festspiele steht, nämlich der von Steffen Urban verkörperte Sachsen-König. „Seine Majestät, August, lässt bitten“, nennt sich ein dreistündiges Nummernprogramm, hieß es gestern bei der Vorstellung der diesjährigen Inszenierung. Für 38 Euro begegnet man nicht nur August und verschiedenen anderen Figuren aus dem Stück, sondern es gibt dazu auch Frühstück und Mittagessen. Das Ganze wird – die Sachsen scheinen irgendwie fasziniert vom Adel – als Audienz beworben. Und da so etwas eher im kleinen Kreis abgehalten wird, stehen für jeden Termin lediglich 300 Plätze zur Verfügung. Der wahre Grund: Es gibt eine Schlechtwetter-Variante in der Mühlenscheune und deren Kapazität ist nun einmal begrenzt.

Die Festival-Macher haben zudem einen weiteren Gedanken für ein Zusatzangebot. Der künstlerische Leiter Peter Siebecke berichtete vorige Woche, dass man für nächstes Jahr eine Art Theater-Camp für junge Leute anbieten will. Eine Woche lang sollen sie mit den Mitwirkenden der Festspiele in Schwarzkollm proben können.

Flüchtlinge aus Weißkollm

Bei deren Realisierung wird ohnehin schon stark auf die Jugend gesetzt. Denn die Hauptrollen in „Die Elemente der Macht“ spielen erneut als Hanka Lessing-Gymnasiastin Vivian Fischer (16) und als Krabat der ehemalige Lessing-Gymnasiast Anton Fuchs (19). Das Credo, sagt Peter Siebecke, sei eben noch immer unverändert: „Ein Dorf spielt Theater“. Von den gut 70 Mitwirkenden sind nur sieben professionelle Schauspieler. Ob auch Weißkollmer darunter sind, konnte gestern niemand verlässlich sagen. Im neuen Krabat-Stück kommen allerdings welche vor: Sie landen als Flüchtlinge in Schwarzkollm.

Karten für „Seine Majestät, August, lässt bitten!“ sind über die Krabatmühle zu beziehen.