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Die Kreide verschwindet so langsam

Hoyerswerda hat über die Sommerferien viel Geld in die EDV-Ausstattung der städtischen Schulen gesteckt.

Torsten Kilz ist der Leiter der Grundschule „An der Elster“, wo nun eine komplette Rundum-Ausstattung mit interaktiven Tafeln erreicht ist.
Torsten Kilz ist der Leiter der Grundschule „An der Elster“, wo nun eine komplette Rundum-Ausstattung mit interaktiven Tafeln erreicht ist. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Vorige Woche besuchte Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) das Lessing-Gymnasium und ließ hinterher übers Internet wissen: „Meine alte Penne ist super aufgestellt für den Schulbeginn! Neue Technik in den Unterrichtsräumen und Einbahnstraßenregelungen im Schulgebäude!“ Insbesondere bezüglich der Technik hat die Stadt an ihren Schulen über die Sommerferien richtig geklotzt. Rund eine Million Euro sind in die EDV-Aufrüstung gesteckt worden – im Wesentlichen dank der „Digitalpakt“-Zuschüsse von Bund und Land Sachsen, aufgestockt durch die von der Stadt ohnehin für solche Zwecke im Haushalt geplanten Mittel.

„Wir hatten auch vorher keine schlechte Ausstattung“, sagt Uwe Brähmig, der im Rathaus auch für solche Belange verantwortlich ist. Aber nun, heißt es von der Stadt, könne man durchaus von einer Vorreiterrolle sprechen. Der Vorteil, den Hoyerswerda hatte: Die für das Fördergeld notwendigen Digital-Bildungs-Konzepte lagen nicht nur bereits in den Schubladen, sondern die Stadt und dank ihrer eigenen Budgets auch die Schulen hatten schon längst mit der Umsetzung begonnen.

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Der Chor der Europa Akademie Görlitz feiert unter der Leitung von Joshard Daus mit der „Carmina Burana“ einen leidenschaftlichen Ausblick für die kommende Saison.

Das TAGEBLATT hat mit Uwe Brähmig über die Einzelheiten gesprochen:

Grundschulen

Am besten dran ist hier sicher die Grundschule „An der Elster“ im WK II. Während der 2012 abgeschlossenen Sanierung wurden zum Beispiel die nötigen Kabel und Anschlüsse verlegt. Digitale Tafeln waren auch bisher keine Fremdkörper. Neu angeschafft wurden nun 18 Stück, dazu neue PCs für das Computer-Kabinett. Die Schule ist von der Ausstattung her nun an der Stelle, an die sie gern kommen wollte.

Ganz anders ist das an der Lindenschule im WK III. Da sie noch ihrer Innensanierung harrt, lohnt aktuell eine topmoderne Aufrüstung kaum. Mittel aus dem „Digitalpakt“ wären noch vorhanden. Angeschafft wurden allerdings ein paar Notebooks.

Die Grundschule „Am Park“ in der Altstadt war jetzt zunächst mit der sogenannten datentechnischen Erschließung an der Reihe – Kabel, Anschlüsse, Wlan-Punkte... Darauf kann nun aufgesattelt werden. Wie Uwe Brähmig sagt, läuft die Vorplanung für die Anschaffung der Technik.

Die Handrij-Zejler-Grundschule am Adler ist in diesem Zusammenhang ein Sonderfall, soll sie doch nach dem Umbau der bisherigen Altstadt-Oberschule dorthin umziehen. Ins Gebäude an der Dresdener Straße wird also nicht mehr allzu viel Geld gesteckt. Hier neu sind jedoch eine digitale Tafel und der zugehörige Steuer-PC. Sie werden beim Umzug dann einfach an den Stadtrand mitgenommen.

Oberschule

Die Oberschüler der Stadt werden den Unterschied merken. Es geht vielleicht nicht ganz, aber doch fast von null auf hundert. Mit dem Quasi-Neubau im WK I war es natürlich auch möglich, auf die zeitgemäße Digital-Ausstattung zu achten. Angeschafft wurden zum Beispiel 36 interaktive Tafeln, 240 Tablet-Computer und um die hundert PCs für die EDV-Ausbildung. 15 Dokumentenkameras – so etwas wie die High-Tech-Variante des wohlbekannten Polylux – erlauben es, Buchseiten oder Bilder einzelner Objekte an die Wand zu werfen. Und die neue Schule hat selbstverständlich auch neue Basis-Technik erhalten – sprich das nötige Server-Netzwerk.

Gymnasien

Das Foucault-Gymnasium hat ja im vorigen Jahr damit angefangen, jeden Fünftklässler mit eigenem Tablet auszustatten. Dieses Jahr wird das mit den neuen Fünfern so fortgesetzt. Für alle anderen Schüler liegen nun sozusagen Klassensätze für den temporären Einsatz im Unterricht bereit. 96 Tablets wurden angeschafft. Dazu kommen weitere 14 interaktive Tafeln, wiederum samt der Steuer-PCs. Und die Stadt hat außerdem auch angejahrte Server-Technik austauschen lassen.

Am Lessing-Gymnasium installiert worden sind 14 digitale Tafeln, bei denen es sich im Grunde um riesige Touchscreens handelt. Die drei Computerkabinette der Schule sind ebenfalls neu ausgestattet worden. Und für den Unterricht im naturwissenschaftlich-technischen Bereich gibt es 30 neue Notebooks. Überdies angeschafft wurden 35 Dokumentenkameras.

Ziel: ein relativ gleiches Niveau

Wichtig sei, sagt Uwe Brähmig, dass die Schulen je nach ihrem pädagogischen Konzept selbst über die Details ihrer Ausstattung befinden. Doch das Ziel sei schon je nach individuellen Ansprüchen ein relativ gleiches Niveau in der Ausstattung.Der Oberbürgermeister hat nach seinem jüngsten Schulbesuch am Lessing-Gymnasium angedeutet, dass das Ganze bei der Entscheidung für eine Bildungsstätte den Schulstandort Hoyerswerda attraktiver macht. „Die neue IT-Technik eröffnet interaktive und kreative Wege des Lernens und Lehrens. Ich bin mir sicher, dass sich damit auch unsere junge, medienaffine Generation der Schülerinnen und Schüler begeistern lässt“, sagt Stefan Skora.

Stefan Skora (Mitte) erfuhr bei seinem Besuch am Lessing- Gymnasium, was so eine digitale Tafel alles kann. Für jede einzelne garantiert der Hersteller 50.000 Betriebsstunden.
Stefan Skora (Mitte) erfuhr bei seinem Besuch am Lessing- Gymnasium, was so eine digitale Tafel alles kann. Für jede einzelne garantiert der Hersteller 50.000 Betriebsstunden. © Foto: Stadt Hoyerswerda

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