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Die Kuh als Klimakiller

Der Weltklimarat berät demnächst über die Landnutzung. Eins ist schon klar: Der Mensch muss künftig anders leben.

Milchkühe produzieren Methan, und das ist noch viel klimaschädlicher als CO2.
Milchkühe produzieren Methan, und das ist noch viel klimaschädlicher als CO2. © dpa/ Mohssen Assanimoghaddam

Es gibt viele Wege, die Landwirtschaft nachhaltiger und damit weniger klimaschädlich zu machen. In dem Bereich kommt es auch auf die Verbraucher an, sagen die deutschen Mitautoren des nächsten Sonderberichts des Weltklimarates (IPCC), Almut Arneth und Alexander Popp. Der Bericht wird am 8. August in Genf veröffentlicht. Mit vollem Titel heißt er: „Klimawandel und Land: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen“. 

Die Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sind nur eines von vielen Themen darin. „Das Thema Landnutzung hat große Aufmerksamkeit verdient“, sagt Popp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). „Wenn alles weiter läuft wie bisher, wenn wir in Zukunft eventuell neun Milliarden Menschen auf der Erde haben und afrikanische Länder und China im Konsum den westlichen Ländern nachziehen, dann hätten wir ein Riesendrama.“

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„Weg von den Wiederkäuern, dann hätte man auch mehr Flächen für den Anbau von Lebensmitteln und die Aufforstung“, sagt auch Arneth. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden 91,6 Prozent oder 4,58 Milliarden Hektar der weltweit zur Verfügung stehenden Agrarfläche als Weide oder zur Produktion von Futtermitteln verwendet. Weniger Fleischkonsum bedeutet weniger Tiere, weniger Methan, weniger Weide- und Futtermittelfläche. Für die Menschen wäre es zudem gesünder, und mehr Anbaufläche für Nahrungsmittel könnte weltweit mehr Hunger stillen. 

Naturschädliche Agrarsubventionen

„Verbraucher können sich auch fragen: Muss es fünfmal ein neues T-Shirt sein oder reicht das alte noch?“, sagt Arneth weiter. Beim Anbau für die Baumwolle werden Pestizide eingesetzt, der Wasserverbrauch ist hoch. Aber kostet es nicht mehr, sich umweltbewusster zu ernähren und zu kleiden, wie viele Leute glauben? Arneth sieht das nicht so: „Ich bin nicht überzeugt, dass umweltfreundlicher Konsum notwendigerweise teurer ist“, sagt sie.

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