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Die Kunst geht weiter - jetzt erst recht

Das Coronavirus hat Künstler um ihre Einkünfte gebracht. Nun rappeln sie sich wieder auf und gestalten Außenwerbung - in Großdobritz und Schönfeld.

Sebastian Bieler (vorn r.) und Tom Zeisbrich (vorn l.) geben dem Gebäude der Hausschlachterei Händler`s in Großdobritz ein neues Gesicht. Hinten: Fausta und Georg Händler.
Sebastian Bieler (vorn r.) und Tom Zeisbrich (vorn l.) geben dem Gebäude der Hausschlachterei Händler`s in Großdobritz ein neues Gesicht. Hinten: Fausta und Georg Händler. © Anne Hübschmann

Großdobritz/Schönfeld. Das Rind, ein Damhirsch und die Schweine müssen drauf, die Wiesen und Äcker. Kunst im ländlichen Raum eben. Geförderte Kunst.

An der Direktvermarktung der Hausschlachterei Händler in Großdobritz soll im Mai und Juni eine neue künstlerische Außengestaltung entstehen. Eine Werbung, die sogar ministeriell gefördert wird. Denn der Großenhainer Künstler Sebastian Bieler verwirklicht hier den zweiten Teil seines Auftrags vom Sächsischen Landeskuratorium ländlicher Raum. Im Vorjahr verwandelte er mit großem öffentlichen Interesse eine triste Scheue bei Kalkreuth zu einem wahren Hingucker. Große bunte Makrobilder sind nun schon von Weitem als Graffiti zu sehen. Sie verlangten Bieler und seinem Mitarbeiter Tom Zeisbrich aus Dresden körperlich sehr viel ab. 

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Jetzt soll nicht mehr gesprüht werden, sondern eine andere Technik mit einem anderen Stil zum Einsatz kommen. "Das Kuratorium wollte zwar wieder eine Scheune, aber so eine Arbeit ist nur geil, wenn man das Vorherige toppen kann", ist der Anspruch des freischaffenden Künstlers. Mittlerweile hat Kuratoriums-Geschäftsführer Peter Neunert in Großdobritz das Projekt abgesegnet. "In vielen Dörfern Sachsens zeigen Aktionen mit Künstlern und Jugendlichen, dass Kunst und Vielfalt in den ländlichen Raum gehören und zu Diskussion anregen", sagt der Geschäftsführer. So können "Mensch und Tier" starten. 

So könnte sie aussehen, die Neugestaltung des Großdobritzer Hofladens Händler.
So könnte sie aussehen, die Neugestaltung des Großdobritzer Hofladens Händler. © Privat Sebastian Bieler

Familie Händler ist Inhaber der Agrargesellschaft Großdobritz mit eigener Direktvermarktung. Sie betreibt Kreislaufwirtschaft, die so naturnah wie möglich sein soll. "Schon länger wollten wir neue Außenwerbung machen, weil wir uns umbenannt haben", sagt Fausta Händler, deren Sohn Georg und Mann Jörg die Geschäftsführer sind. Als "Händler´s" sind sie nun bis nach Dresden bekannt. Georg und Tom Zeisbrich waren zudem Schulfreunde. So fand sich das Projekt, das auf halber Strecke zwischen Großenhain und Dresden liegt - wichtig für die möglichst kurzen Fahrtwege der Künstler.

An zwei Seiten des Geschäfts, das immer donnerstags und freitags geöffnet ist, werden Bieler und Zeisbrich nun arbeiten. Wieder wird die Gestaltung so gewählt, dass sie schon von Weitem zu erkennen ist. "Typisch für uns sind die japanischen Wagyu-Rinder und die Schweinerasse Duroc", sagt Georg Händler. In Pinselarbeit mit Silikatfarbe werden die Tiere auf ein warmes Grau als Grundfarbe gemalt. "Wir können die Corona-Krise nutzen, um so voranzukommen, dass das Bild wachsen kann", sagt Sebastian Bieler. Auch das ist ein deutlicher Gegensatz zum Vorjahr - wo am Ende Akkordarbeit dominierte. 

Ein Großbetrieb im Wandel

In Schönfeld an der B 98 machen sich zeitgleich die Mitbewerber ans Werk. Betonrohre, Treppen und ein Laster haben Christian Weiße und Sebastian Girbig von der Fassadengestaltung Dresden schon als Vorlage an die große Halle von Grafe Beton gebracht. Als Graffiti soll es nun Anfang Mai gesprüht werden. Der Familienbetrieb, der im Gegensatz zu Händlers elf Mitarbeitern über 180 Leuten Beschäftigung gibt, setzt ebenfalls auf einen werbewirksamen Blickfang. "Wir wollen uns als Arbeitgeber in der Region bei Jung und Alt präsentieren", sagt Jasmin Grafe aus der Geschäftsführung. 

Seit über 115 Jahre gibt es das Unternehmen Grafe Beton mit seinen zahlreichen Niederlassungen. Grafes sind Baulieferant für viele Projekte in der Region. "Region und Firma sind im ständigen Wandel, deshalb haben wir uns bewusst für ein modernes Graffiti entschieden", so Jasmin Grafe.

Christian Weisse und Sebastian Girbig ( Foto) aus Dresden arbeiten gerade an einem Graffiti für Grafe Beton in Schönfeld.
Christian Weisse und Sebastian Girbig ( Foto) aus Dresden arbeiten gerade an einem Graffiti für Grafe Beton in Schönfeld. © Kristin Richter

Am Anfang stand hier der Entwurf des Sohnes einer Mitarbeiterin, der die Verantwortlichen inspirierte. Dann trat die hauseigene Medienabteilung in Aktion und besprach mit der Firma Fassadengestaltung, dass die Grundpfeiler des Unternehmens hervortreten sollten: Produkte für Tiefbau, Schachtaufbauten, Rohre, Garten- und Landschaftsbau-Pflaster, Stufen, Winkelstützen und vieles mehr.

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"Wir wollen Künstler der Region ermutigen und unterstützen", erklärt Jasmin Grafe. Mit etwas Glück sah man schon in der Vorwoche die Gestalter, die eigentlich aus Torgau kommen, bei der Arbeit. Das Kunstprojekt liegt direkt an der Bundesstraße. Es ist in Schönfeld von jedem zu sehen, der Richtung Berlin-Dresdner Autobahn fährt.

www.haendlers.com; www.grafe.de

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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