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Die Landschaft nutzen im Einklang mit der Natur

Zum Entwurf des Nationalpark-Programms Sächsische Schweiz nimmt der ehemalige Altendorfer Helmut Protze, der jetzt in Leipzig lebt, Stellung (Auszug):

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Es kann nicht hingenommen werden, dass aus der jahrhundertelang von Menschenhand unserer Vorfahren in schwerer Rodungsarbeit geschaffenen heimatlichen Natur- und Kulturlandschaft in naher Zukunft „70 Prozent Wildlandschaft“ entstehen soll. Man konnte sich freuen, wie in den letzten Jahrzehnten große Viehherden auf Wiesen und Hängen zu sehen waren. Persönlich bedingt und als Folge der Globalisierung ist dieser normale Zustand leider rückläufig oder ganz im Verschwinden.

Zur großen Aufforstung beiderseits der Hohen Straße nach und über Mittelndorf hinaus sollte es nicht kommen, weil die vom neu geschaffenen Panoramaweg ermöglichte gute Aussicht, vom Verkehr kaum gestört, eingeengt oder gänzlich behindert wird. Auch Beeren- und Pilzsucher sollten nicht eingeschränkt werden. Die geplante Zusammenführung der beiden Nationalparkteile im Raum Altendorf – Mittelndorf beiderseits der Staatsstraße ist aus vielen Gründen abzulehnen und widerspricht dem gesunden Menschenverstand.

Der Nutzungsgedanke im Einklang mit der Natur und gegen Verwilderung und „Wüstenei“ muss im Einvernehmen mit den Menschen erhalten bleiben. Das betrifft auch den Erhalt von Wanderwegen, Bänken und Schutzhütten und eine Erweiterung dieser in Übereinstimmung mit Behörden und Heimatvereinen. Der vorgelegte Entwurf des Nationalpark-Programms behindert den Tourismus mit der Vorstellung zunehmender „Verwilderung“ und sollte keinesfalls verwirklicht werden. Mit ihm werden sich die Menschen vom Nationalpark-Anliegen abwenden, statt sich mit ihm anzufreunden.