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Wo Kamenz investieren will

Neuer Parkplatz, modernere Grundschule, mehr Kita-Plätze: Mehr als 80 Vorhaben plant die Stadt für die nächsten Jahre.

Die Parkplatzsuche am Bahnhof in Kamenz ist schwierig. Die Stadt will das ändern. Ein neuer Parkplatz steht deshalb ganz oben auf der Liste der Vorhaben für die nächsten Jahre.
Die Parkplatzsuche am Bahnhof in Kamenz ist schwierig. Die Stadt will das ändern. Ein neuer Parkplatz steht deshalb ganz oben auf der Liste der Vorhaben für die nächsten Jahre. © René Plaul

Kamenz. Für Pendler ist es am Kamenzer Bahnhof eng, die Parkplatzsuche nervig. Das soll sich ändern, deshalb  steht ein wichtiges Vorhaben ganz oben auf der Liste der Zukunftsbaustellen der Stadt. Die umfasst  mehr als 80 Posten. Die Stadtverwaltung präsentierte jetzt das umfangreiche Papier.

Allein für das kommende Jahr geht es um einen Investitionsbedarf von fast zehn Millionen Euro, inklusive Fördermittel. Bei der Stadt blieben immer noch 3,5 Millionen Euro als Eigenanteil.

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Bei den Positionen auf dem Papier handelt es sich um Entwicklungsziele bis 2025. Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) spricht von einer Diskussionsgrundlage. Die Vorschläge habe die Verwaltung aus Ratssitzungen und Hinweisen der Bürgerschaft gesammelt. Der OB erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Das Papier steht zur Diskussion und kann im Internetportal der Stadt von den Bürgern eingesehen werden. Es sei eine Entscheidungshilfe für den kommenden Etat. Wobei aus dem Papier selbst schon eine gewisse Rangfolge hervorgeht. Denn die Vorschläge für 2021/22 sind letztlich auch drängende Schwerpunkte. 

Verkehr: Großprojekt für die Mobilität

Ein Mega-Projekt für mehrere Jahre wird der Bau eines großflächigen P+R-Platzes (Parken und Reisen) im Bereich des Güterbahnhofs der Deutschen Bahn. Inklusive einer nötigen Brücke, damit die Fahrgäste über die Gleise zum Bahnhof kommen, ist zwischen 2021 und 2025 mit Kosten von etwa drei Millionen Euro zu rechnen. Das kann die Stadt nicht allein stemmen. Freistaat und Verkehrsverbund sitzen mit im Boot. Den Baustart prognostiziert das Konzept für 2023. Zwei Jahre später sollte alles fertig sein. Dann feiert Kamenz schließlich ein großes Stadtjubiläum.

Beim Straßenbau steht möglichst zeitnah die Kamenzer Straße in Lückersdorf an – ein Millionenprojekt. Die Bauarbeiten sind allerdings abhängig von Fördermitteln. Mit einem Eigenanteil von 50.000 Euro rechnet die Stadt für den Radwegbau in Gelenau an der S 95. Die sind aber erst 2025 im Finanzkonzept. Die Erneuerung der Geschwister-Scholl-Straße und  Fichtestraße mit Öffnung einer viel diskutierten Sackgasse an der Grundschule für mehrere 100.000 Euro, steht weiter hinten im Konzept.

Bildung: Millionen für Grundschule Brauna

Die Schulen der Stadt sind ebenfalls ein großer Posten. So ist die Stadt am Erweiterungsneubau des Gymnasiums und der Sanierung der 2. Oberschule beteiligt. Beides bleibt auch 2021 ein Kostenpunkt. Ein Großprojekt steht mit der Sanierung der Grundschule in Brauna an. Die Stadt rechnet mit zehn Millionen Euro Baukosten. Dafür will sie möglicherweise sogar einen Kredit aufnehmen. Es ist die einzige noch unsanierte Grundschule der Stadt, ein DDR-Plattenbau. Die Sanierung werde 2021 wohl noch nicht beginnen. Das Finanzkonzept sieht aber schon eine Summe von 500.000 Euro vor, um das Projekt anzuschieben. Außerdem sollen 2021 rund 150.000 Euro in den Jahn-Sportplatz fließen.

Kitas: Kommt ein Neubau?

Im Kitabereich kommen bis 2025 hohe Kosten auf Kamenz zu. Bis zu fünf Millionen Euro inklusive Fördermittel. Denn die Stadt rechnet damit, dass die Kitaplätze auf Dauer nicht reichen. Ein möglicher Standort, um neue Plätze zu schaffen, könnte die ehemalige Schule in Bernbruch sein. Alternative wäre ein Neubau. Eine Untersuchung soll im Detail feststellen, wie groß der Bedarf wirklich sein wird. Eine energetische Sanierung werde in den kommenden Jahren an der Kita in Cunnersdorf nötig sein.

Brandschutz: Viel Sanierungsbedarf

Auch für die freiwilligen Feuerwehren geht es um Millionen - für die Anschaffung von Material und Technik sowie Umbau, Neubau oder Sanierung von Gerätehäusern. Da stehen zum Beispiel Investitionen in Wiesa und Schönbach an, aber wohl noch nicht im nächsten Jahr, vielleicht ab 2022. In Gelenau und Lückersdorf noch später. Klar ist: In Cunnersdorf entsteht eine neue Löschwasser-Zisterne.

Sport: Sozialgebäude im Stadion

Für den Sport visiert die Stadt für 2022 eine große Investition an. Das ist der Neubau des Sozialgebäudes am Stadion der Jugend. Nach der Stadion-Sanierung sei das noch offen.

Kultur: Neue Stadtbibliothek

Wegen des fehlenden Brandschutzes mussten bereits Einrichtungen schließen, wie der Jugendtreff Safe-Club. Eine halbe Million Euro plant die Stadt deshalb im kommenden Jahr dafür. Auch die neue Stadtbibliothek im Gymnasiumsgebäude auf der Henselstraße wird viel Geld kosten, allein 2021 an die 1,5 Millionen Euro.

Ortsteile: Studie zu Ex-Gemeindeamt

Mit Blick auf die Ortsteile veranschlagt die Stadt voraussichtlich ab 2023 eine halbe Million Euro für das ehemalige Gemeindeamt Biehla mit Räumen für Feuerwehr und Kita. Eine Studie zu dem Gebäude läuft, um dort auch Räume für Vereine zu schaffen. Interessenten gebe es bereits. Ansonsten sind auch viele kleine Dinge im Konzept: wie eine Funbox für Skater im Spiel- und Freizeitpark „Altes Stadtbad“ oder 25.000 Euro für eine Rutsche mit Spielhaus in Lückersdorf. 

Es könne ja auch nicht nur die ganz große Kugel rollen, so OB Dantz. Das Leben in der Stadt habe viele Facetten und Interessengruppen. Die Liste mache den riesigen Bedarf sichtbar: „Wir werden einen langen Atem brauchen.“ Der wohl länger als fünf Jahre reichen muss. Am Ende hat der Stadtrat die Entscheidungen zu treffen.

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