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Die Lebensretter an der Seilbahn

Die Berg- und Wasserwacht des DRK Sachsen stellen in ihrer Jahresbilanz auch die Zukunft vor. Und die wird extrem.

Von David Berndt

Für Hans Peter Horna begann das Jahr gleich mit einem Spezialeinsatz. Der Landesleiter der DRK Bergwacht Sachsen und seine Kollegen mussten im Januar Menschen aus einer Seilbahn in Oberwiesenthal evakuieren. Blitzeis hatte die Anlage lahmgelegt. Immerhin acht Sessel waren besetzt. „Das haben wir so bislang noch nicht erlebt“, sagt Horna. Damit solche Einsätze auch in Zukunft sicher und professionell ablaufen können, fordert die Bergwacht einheitliche sächsische Seilbahnen. Das heißt, die Technik der Lebensretter muss mit der jeweiligen Anlage kompatibel sein. Laut Hans Peter Horna sei das in Oberwiesenthal bereits der Fall. Mit den Betreibern in Rehefeld und Schöneck müsse noch verhandelt werden.

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Der Großteil der 536 Einsätze der Bergwacht 2013 gehörte dagegen zum normalen Programm, so Horna. „Im Vergleich mit den letzten zehn Jahren gibt es keine Veränderungen. Die meisten Unfälle passieren auf den Pisten.“ Über zwei Drittel der Verletzten sind Ski- und Snowboardfahrer. Auffällig sei nur die vergleichsweise große Zahl der Wanderunfälle. Mit insgesamt 74 sind es fast siebenmal so viel wie bei den Kletterern. Horna vermutet als Ursache auch Selbstüberschätzung. „Die Wanderfreunde werden immer älter, und viele gehen mit einer Vorerkrankung ins Gebirge.“

Ähnlich sieht es Michael Birkner, Landesleiter der DRK Wasserwacht Sachsen. Auch bei vielen Badeunfällen im Sommer sei Leistungsüberschätzung die Ursache gewesen. Das habe allerdings zwei Gründe – das Wetter und die mangelnde Schwimmfähigkeit. „Es gab extreme Wetterumschwünge mit Temperaturunterschieden von bis zu 15 Grad in wenigen Tagen und dazu sehr hohe Temperaturen. Da macht nicht jeder Kreislauf mit. Zumal bei Menschen, die nicht richtig schwimmen können.“ Dass es in Sachsen nach wie vor Schwimmunterricht in der Schule gebe, sei zwar gut. Doch mit dem Seepferdchen ist es nicht getan, so Birkner. „Sich 25 Meter weit über Wasser zu halten, hat nun mal nichts mit Schwimmen zu tun.“

Abgesehen vom Juni-Hochwasser sei die Zahl der Einsätze der Wasserwacht mit 1 912 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt 20 Menschen sind in diesem Sommer ertrunken, drei mehr als im Vorjahr. In Zukunft müsse man sich aber darauf einstellen, dass extreme Wetterlagen verbunden mit Hochwassern zunehmen werden.