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Die letzten Urtiere bleiben unvollendet

Sebnitz/Großwelka. Franz Gruß, der Schöpfer des Saurierparks Kleinwelka und des Sebnitzer Urzeitparks, ist gestorben.

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Von Christoph Scharf

Dass der Name des kleinen Ortes Kleinwelka weit über die Grenzen Sachsens ein Begriff ist, ist vor allem das Verdienst eines Mannes: Des Künstlers Franz Gruß. Am Montag ist der „Vater der Saurier“ und Gründer des bekannten Parks im Alter von 75 Jahren gestorben. Bis zuletzt hatte der gebürtige Oberschlesier neue Betonfiguren gebaut, nach den Sauriern hatten es ihm in den vergangenen Jahren vor allem Urmenschen und große Insekten angetan. „An dem Thema könnte ich noch Jahrzehnte arbeiten“, sagte der gelernter Dekorationsmaler noch im Frühjahr zur SZ.

1978 hatte der Großwelkaer auf seinem Grundstück die ersten Betonriesen geschaffen, drei Jahre später – vor 25 Jahren – erweiterte er sein Reich auf den angrenzenden Park in Kleinwelka, wo noch heute Hunderttausende Besucher das Lebenswerk des Künstlers bestaunen.

Insgesamt 600 Plastiken hat Franz Gruß gefertigt. Das bekannteste Exemplar ist der zwölf Meter hohe Brachiosaurus: Daran baute er zwei Jahre lang. Schon als Kind war Franz Gruß vom Zeichnen und Modellieren begeistert. Das ist noch bei seinen letzten Plastiken zu spüren: Lebensecht tummeln sich nackte Urmenschen im Garten, viele in erotischen Posen. Der Tatendrang des Künstlers kannte keine Grenzen – deshalb eröffnete er vor zehn Jahren in Sebnitz einen Urzeitpark, da der Platz für seine Skulpturen nicht mehr ausreichte.

Am 31. August hatte Franz Gruß zusammen mit seiner Frau Rosemarie zum letzten Mal den Sebnitzer Urzeitpark besucht. Mehr als 350 Plastiken von kleinen und großen Urviechern sind in Sebnitz zu bewundern.

Für sein Lebenswerk geehrt

Auch die Wissenschaft erkannte sein Werk an: 1984 erhielt Franz Gruß die Leibniz-Medaille, 1996 folgte das Bundesverdienstkreuz. Drei Jahre später gelangte seine Anlage in das Guinness-Buch der Rekorde. So wurde der Saurierpark und mit diesem die Region in ganz Deutschland bekannt. „Seiner engagierten Arbeit, die Franz Gruß mit hohem künstlerischem und wissenschaftlichem Anspruch erfüllte, ist es zu verdanken, dass eine einmalige Freizeiteinrichtung entstand“, sagt Volker Bartko im Namen der Mitarbeiter. „Seine Werke, die weiterhin Tausende beeindrucken, halten die Erinnerung an Franz Gruß – den Sauriervater – in uns und unseren Gästen wach.“