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Die Letzten werden die Ersten sein

Es ist Sonnabendmorgen. Tino Eckard aus Borlas, bekennender Offroad- und Toyota-Fan, fährt mit seinem J9 auf das Gelände des Autohauses Innsbrucker Straße in Freital. Dabei hat er seine beiden Kinder Eric und Christin und seinen Nachbarn Hans Joachim Teichler.

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Von Sebastian Schöbel

Es ist Sonnabendmorgen. Tino Eckard aus Borlas, bekennender Offroad- und Toyota-Fan, fährt mit seinem J9 auf das Gelände des Autohauses Innsbrucker Straße in Freital. Dabei hat er seine beiden Kinder Eric und Christin und seinen Nachbarn Hans Joachim Teichler. Die Vier nehmen an der Off-Road „Road-Book-Tour“ teil.

Den Wettbewerb veranstaltet das Autohaus dieses Jahr zum dritten Mal. Tino war von Anfang an dabei. Heimlich hoffen er und sein Teampartner Hans Joachim dieses Mal zu gewinnen. Sein Kumpel Matthias „Feile“ Vierkant aus Paulsdorf fährt auch mit. Für ihn und seine Freundin Ulrike Lorenz ist es das erste Mal. Sie kommen mit ihrem Toyota J12, rechnen sich aber keine Gewinnchancen aus.

Um 9 Uhr darf das erste Team starten. Ab da wird alle fünf Minuten ein neuer Wagen ins Rennen geschickt. Ziel ist es, mit Hilfe einer Roadmap alle darin verzeichneten Checkpoints abzufahren. Zwischendurch müssen kleinere Aufgaben gelöst werden. Es geht nicht darum, der Erste zu sein, sondern möglichst wenig Strafpunkte zu sammeln. Tino: „Mir geht es nur um den Spaß.“

10 Uhr wird er auf die Piste geschickt, als Vorletzter. „Feile“ kommt nach ihm. Konzentriert achtet Tino auf die Streckenanweisungen seines Teamkollegen. Der erste Checkpoint ist beim Autohaus in Dresden Kaitz. Dort haben die drei die Aufgabe, einen Reifen aufzupumpen. Der Druck soll genau drei Bar betragen. Tino verschätzt sich ein wenig. Doch das stört ihn nicht. Er düst weiter. In den nächsten eineinhalb Stunden geht es durch den gesamten Weißeritzkreis. Über Landstraßen und Feldwege. Alles kein Problem für Tino und seinen Offroad. Ein Fotograf schießt noch ein Bild vom Toyota, wie der durch eine Pfütze heizt.

Die Aufgaben zwischendurch sind schnell erledigt. Jahreszahlen von Denkmälern ablesen, Fallobst sammeln, etwas Herbstliches basteln – kein Problem. Und während sich seine Tochter auf dem Rücksitz mit Zahnstochern und Eicheln abmüht, überholt der gelernte Baumaschinenschlosser einen Off-Road nach dem anderen. Was er nicht weiß: Es gibt Strafpunkte wenn man zu schnell im Ziel ist.

Das wiederum ist der Off-Road-Club Herzogswalde. Dort kommt das Team dann gegen 11.45 Uhr an, als eines der ersten. Doch bevor es zur Siegerehrung geht, müssen die Fahrer noch zwei andere Hindernisfahrten auf dem Testparcour bewältigen. Bei diesen beiden Wettbewerben steht Tino dann auch auf dem Siegertreppchen. Nur bei der Road-Book-Tour ist er auf Platz 12 gelandet. Er war einfach zu schnell. Frei nach dem Motto „Die Letzten werden die Ersten sein“ gewinnt sein Kumpel „Feile“ den ersten Preis. Tino ist ein wenig enttäuscht, freut sich aber für seinen Freund.