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Die Linke hat wieder ein Büro

Erst im Herbst 2019 hatte die Partei ihre Räume in Großenhain geschlossen. Warum sie an anderer Stelle wieder öffnet.

September 2019: Kerstin Lauterbach und Harald Kühne schließen die Tür zum früheren Abgeordnetenbüro auf der Dresdner Straße. Jetzt startet die Linke einen Neuanfang auf der Katharinengasse 18.
September 2019: Kerstin Lauterbach und Harald Kühne schließen die Tür zum früheren Abgeordnetenbüro auf der Dresdner Straße. Jetzt startet die Linke einen Neuanfang auf der Katharinengasse 18. © Anne Hübschmann

Großenhain. Es hatte etwas von Endgültigkeit, als die langjährige Landtagsabgeordnete Kerstin Lauterbach und ihr Mitarbeiter Harald Kühne im September 2019 die Tür zuschlossen. Die Linke beendete mit der Büroschließung auf der Dresdner Straße eine Ära. Bedingt durch die Landtagswahl, bei der Kerstin Lauterbach, die das Büro als Abgeordnete unterhielt, nicht mehr antrat.

Jetzt startet der Ortsverband Großenhain/Nünchritz einen Neuanfang. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir ein neues Büro eröffnen wollen", sagt Harald Kühne.  Man wurde fündig an einem Ort, wo Die Linke schon einmal präsent war: in der Großenhainer Katharinengasse 18. Seinerzeit im Obergeschoss, richtet sich der Ortsverband jetzt im Erdgeschoss ein. 

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"Einigermaßen barrierefrei", betont Harald Kühne. Das sei der Partei wichtig gewesen. Noch in diesem Monat soll offizielle Eröffnung sein, ab Montag finden bereits Sprechstunden statt, künftig an jedem Wochentag. Damit sei die Grundlage für eine bürgernahe und konstruktive Politik seitens der Linken in der Stadt und Umgebung geschaffen. 

Zehn Ortsverbände zählt die Partei derzeit im Landkreis Meißen. "Wir sind einer der stabilsten", sagt Harald Kühne. Was nichts daran ändert, dass die Linken bei den Kommunalwahlen im letzten Jahr Federn lassen mussten. Im Großenhainer Stadtrat sind mit Kerstin Lauterbach und Harald Kühne nur noch zwei Vertreter. 

Doch die frühere Landtagsabgeordnete hat nach den ersten Monaten ein recht gutes Gefühl. Natürlich gebe es in anderen Fraktionen zahlreiche neue Gesichter, die sich erst in die Themen reinfuchsen müssen. "Deshalb dauert das Ausdiskutieren manchmal auch etwas länger", so Kerstin Lauterbach. Aber das soll kein Vorwurf sein, spricht ja auch eher für eine konstruktive Arbeitsweise im Stadtrat.

Rund 60 Mitglieder gehören zum Ortsverband Großenhain/Nünchritz. "Wir hatten immer den Ruf, eine Kümmerer-Partei zu sein. Und das soll auch künftig so sein", sagt Harald Kühne. Deshalb sind für die Zukunft wieder die traditionellen Markt- sowie Bürger- und Sozialsprechstunden geplant. 

Aber natürlich auch Sachthemen, die die Linke im 2019er Wahlprogramm umrissen hat. Viele davon decken sich mit den Zielen anderer Stadträte. Am Verkehrskonzept zum Beispiel wird bereits mit Hochdruck gearbeitet. Die Anbindung und Einbeziehung der kleineren Ortsteile ist ein Anliegen der Linken - Radwege nach Lenz, Priestewitz und Rostig stehen da ganz oben auf der Wunschliste. 

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