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Die Mandaubrücke muss noch warten

Auf der Brücke in der Zittauer Südstraße gibt es immer mehr Einschränkungen. Die Gefahr einer Sperrung besteht nicht.

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Von Mario Heinke

Es wäre der Supergau für den Tourismus, wenn die „Prinz-Friedrich-August-Brücke“ in der Südstraße gesperrt werden müsste. Die Besonderheit des historischen Bauwerkes besteht bekanntermaßen darin, dass die Schmalspurbahn auf der Brücke die Straße quert. Das gibt es nur selten. Deshalb ist eine Sperrung des in die Jahre gekommenen Bauwerkes ausgeschlossen, wenn der Schmalspurbahnverkehr ins Zittauer Gebirge regulär weitergehen soll.

Nach der letzten Hauptprüfung im November hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen. Seit einigen Wochen sind Betongleitwände vor die zu niedrigen Borde gesetzt worden. Sie engen die Fahrbahn spürbar ein. An den Enden der Gleitwände sind zusätzlich Warnbaken aufgestellt. Trotz einer Tonnagebegrenzung auf 16 Tonnen ist die Brücke aber weiterhin im Begegnungsverkehr befahrbar, erklärt die Pressesprecherin im Lasuv, Isabel Siebert. Auch die Gehwege sind breit genug, sodass sie ungehindert mit Kinderwagen, Rollstühlen oder anderen Gefährten befahren und von Fußgängern genutzt werden können. Die Brücke ist nach der technischen Prüfung mit der Note 3,2 eingestuft worden, das bedeutet: Sie ist „bedingt verkehrssicher“.

Ganz sicher ist hingegen: Das Bauwerk aus dem Jahre 1896 muss saniert werden. Darüber ist man sich im Landesamt in Dresden inzwischen durchaus bewusst, nachdem die Behörde die Brücke im Jahr 2009 von der Stadt „geschenkt“ bekam. Im Verwaltungsdeutsch spricht man vom Übergang der Unterhaltungslast. Schon damals war das Bauwerk stark sanierungsbedürftig. Zwei Jahre später – im November 2011 – sind bereits die Geländer mit Warnbaken gesichert worden.

Die Instandsetzung soll so ähnlich wie bei der im vergangenen Jahr fertiggestellten „König-Albert-Brücke“ erfolgen, verspricht Frau Siebert. Das heißt, in Dresden denkt man nicht an eine Billiglösung mit Abriss und Neubau, sondern fasst eine aufwendige Sanierung, bei der das äußere Erscheinungsbild weitgehend wiederhergestellt wird, ins Auge. Bei der „König-Albert-Brücke“ ist dies hervorragend gelungen. Bei dem im Mai übergebenen Schmuckstück sind lediglich geringe gestalterische Abweichungen vom Original aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen worden. Dass die Brücke in der Südstraße auch durch die Schmalspurbahn befahren wird, macht die Planungen nicht unbedingt einfacher. Vor einer Sanierung sind deshalb intensive Abstimmungen zwischen Denkmalschutz, Verkehrs- und Wasserbehörden erforderlich. Ein Bautermin könne daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht genannt werden, so Frau Siebert. In diesem Jahr passiere jedenfalls nichts mehr.

Die Zittauer sollten sich in Geduld üben und können bis dahin die Namen ihrer Brücken lernen. Kaum ein Zittauer weiß, dass die Brücken an der Hochwaldstraße „Heilige-Geist-Brücke“, an der Südstraße „Prinz-Friedrich-August-Brücke“ und an der Friedensstraße „Königin-Carola-Brücke“ heißen. Zwischen Letzterer und der Mandau-Mündung liegt auch noch die „Martin-Garn-Brücke“: Einzige Nutzer dieses Bauwerks sind vier Rohrleitungen.