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Die Menschen lieben Menschels Limo

Der heiße Sommer könnte beim Hainewalder Getränkehersteller ein Rekordumsatzjahr werden. Doch die Grenze ist schon gesetzt.

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Solche Sommer braucht Peter Zabel. In seiner Firma Menschel-Limo in Hainewalde ist Hochbetrieb. Sechs verschiedene Sorten Limo werden allein heute in dem seit 1899 bestehenden Familienbetrieb abgefüllt. Gestern sind es sogar acht Sorten gewesen. „Die Nachfrage ist groß“, sagt er. So kann das von ihm in vierter Generation geführte Familienunternehmen die Flaute vom Jahresanfang durch den langen Winter wieder wettmachen.

Vier Tage in der Woche wird abgefüllt – mal in Fässer, mal in Flaschen. 14 Sorten bietet Menschel-Limo an. Die rote Fassbrause ist nach wie vor der große Renner. Das war schon zu DDR-Zeiten so, als hier noch 10 000 Hektoliter in Flaschen abgefüllt wurden. Nach den schweren Anfangsjahren nach der Wende hat sich das traditionsreiche Unternehmen nun wieder erholt, erzählt der 48-Jährige. „Wir haben jedes Jahr eine kleine Absatzsteigerung. Und ich danke den Leuten dafür, dass sie beim Kauf auf unser regionales Produkt zurückgreifen“, sagt er. 3 000 Hektoliter sind so schon wieder im vergangenen Jahr in der Hainewalder Firma produziert worden. „Vielleicht schaffen wir in diesem Jahr bei dem heißen Sommer sogar 3 500 Liter.“ Noch größere Sprünge sind dann aber derzeit kaum noch möglich. Die fünf Mitarbeiter haben voll zu tun. Peter Zabel hofft, dass er in ein paar Jahren in die Maschinentechnik investieren kann.

Neue Limo-Sorten will er vorerst keine auf den Markt bringen. Neben der Himbeerfassbrause sind von Menschel-Limo vor allem die Sorten Waldmeister, Walderdbeere, die koffeinfreie Kinder-Cola und der Oberlausitzer Energie-Drink auf dem Markt. Auch deshalb will der 48-Jährige am Geschmack seiner Fassbrause nichts ändern. Es ist ein altes Hausrezept. „Wir verwenden nur reinen Zucker und keine Süßstoffe oder irgendwelche Haltbarkeitsmittel. Und auch der Grundstoff wird nach wie vor von einer Firma aus den neuen Bundesländern geliefert, die an ihrem Produkt festhält. „So hat sich über all die Jahre halt der Geschmack auch nicht verändert“, schildert Peter Zabel.

Das Hauptabsatzgebiet von Menschel-Limo sind die Landkreise Görlitz und Bautzen. Aber auch zwei Autobahnraststätten am Hermsdorfer Kreuz beliefert der Getränkehersteller mit seinen Produkten. „Unser Aktionsradius bewegt sich im Rahmen von rund 100 Kilometern. Weiter wollen wir auch nicht hinaus“, sagt er. Ein bischen mehr in und um Dresden wäre der Firmenchef mit seiner Limonade aber gern präsent. Denn auch in der Sächsischen Schweiz läuft seine rote und grüne Fassbrause seit Jahren ganz gut. In 20-, 30- und 50-Liter-Fässern wird die Hainewalder Limo abgefüllt, ist aber auch immer noch in den kleinen 0,33 Liter Glas- und in 0,5 Liter-Flaschen zu haben. „Vielleicht bringen wir im nächsten Jahr auch ein Fünf-Liter-Fass auf den Markt“, so Zabel. (SZ/hg)