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Döbeln

Die mit dem Licht malen

Der Fotozirkel des Gymnasiums stellt zum ersten Mal außerhalb der Schule aus. Einen Termin zu bekommen, war Glückssache.

Im Kapitelsaal des Klosters Buch bereiten Elias und Ulrike Hansch, Matthias Franze sowie Franziska Franz (von links) die Ausstellung des Fotozirkels des Harthaer Martin-Luther-Gymnasiums vor.
Im Kapitelsaal des Klosters Buch bereiten Elias und Ulrike Hansch, Matthias Franze sowie Franziska Franz (von links) die Ausstellung des Fotozirkels des Harthaer Martin-Luther-Gymnasiums vor. © Dietmar Thomas

Hartha/Klosterbuch. Ein kleiner grüner, Bücher fressender Drache leuchtet von einem großen Foto. Mit dem beteiligt sich die Klasse 5 b des Martin-Luther-Gymnasiums an einem Wettbewerb der Stiftung Lesen.

Bevor das Bild entstehen konnte, haben die Mädchen und Jungen den Drachen aus 75 Einzelteilen zusammengesetzt, die sie selbst gebastelt haben. Inspiriert wurden die Elfjährigen vom Buch „Der geheime Kontinent“, das sie über die Aktion „Ich schenke Dir eine Geschichte“ zum Welttag des Buches erhalten haben.

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Der Leiter des Fotozirkels Matthias Franze setzte den Drachen dann gemeinsam mit den Fünftklässlern für das Foto in Szene. Eine ganze Stunde lang. „Die Kinder fanden das spannend. Sie hätten aber nicht gedacht, dass ein Bild so viel Zeit benötigt“, sagt Klassenleiterin Ulrike Hansch.

Mit dieser Aktion half Matthias Franze nicht nur der Klasse, sondern stellte ihr gleichzeitig den Fotozirkel des Gymnasiums vor. Den gibt es bereits seit zwölf Jahren. Aber jetzt haben die jungen Leute das erste Mal die Möglichkeit, ihre Arbeiten außerhalb der Schule zu zeigen. Vom 30. Juni bis zum 25. August werden die Fotos im Kapitelhaus des Klosters Buch ausgestellt.

Neben dem grünen Drachen sind es knapp 100 Aufnahmen, die unterschiedliche Motive zeigen. Natürlich sind auch solche aus dem Kloster selbst dabei, in dem die jungen Hobbyfotografen die interessantesten Ecken festgehalten haben. Gezeigt werden zudem Porträts, Landschaftsbilder, Stillleben, aber auch, welche Effekte das Highspeedblitzen haben kann. Aus einem Tropfen, der in eine mit Wasser und Maisstärke gefüllte Schüssel fällt, werden zum Beispiel ein Elefantenkopf, ein Engel oder eine freischwebende Kugel.

In der Ausstellungist auch der grüne Drache  zu sehen, mit dem eine fünfte Klasse einen Preis gewinnen möchte. 
In der Ausstellungist auch der grüne Drache  zu sehen, mit dem eine fünfte Klasse einen Preis gewinnen möchte.  © Dietmar Thomas

Doch bevor die jungen Leute solche Effekte aufs Foto bannen können, lernen sie, die Fototechnik zu beherrschen. Von der stellt Matthias Franze den größten Teil aus seinem privaten Besitz zur Verfügung. „Es geht darum, was vom Blick durch den Sucher bis zum Klick passiert und wie ich beeinflusse, was ich sehe“, erklärt der Leiter des Fotozirkels die ersten Schritte. Damit meint er: Wie wird ein Bild heller, dunkler schärfer oder „eingefroren“, wenn sich etwas schnell bewegt. „Der Fotograf malt mit Licht“, so Franze.

Die sechs Siebt- bis Elftklässler seien dabei sehr kreativ und entwickelten viele eigene Ideen, bei denen sie die Wirkung des Lichts testen. Dafür nutzen sie nicht nur die Natur. Seit diesem Jahr steht dem Fotozirkel mit dem ehemaligen Raum der Musical-Company in der HarthArena auch ein Studio zur Verfügung. Dort stellen sie Hintergrundwände auf , um Porträts zu üben.

Allein in den vergangenen vier Jahren sind so rund 5 000 Bilder entstanden. Einige von ihnen werden bei der Ausstellung ebenso zum Kauf angeboten, wie ein Kalender, für den der Zirkel Schülerkunstwerke fotografiert hat. Denn die jungen Fotografen arbeiten nicht nur für sich im sprichwörtlichen stillen Kämmerlein. Sie dokumentieren auch Höhepunkte des Schulalltages, wie die Theateraufführung des künstlerischen Profils, den Abend der offenen Tür oder das Schulfest.

Mit der Ausstellung im Kloster Buch unter dem Titel „Zauber einer Werkschau“ stehen sie nun selbst im Mittelpunkt. Dass das möglich wurde, war Glück. Denn inzwischen ist das Interesse, in den Räumen im Kloster auszustellen enorm gestiegen. „Wir haben schon mehrere Anmeldungen für das kommende Jahr“, sagt Sabine Patzelt, die für die Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit beim Förderverein Kloster Buch zuständig ist. Sie ist sich ziemlich sicher, dass sie 2020 nicht alle Anfragen von Künstlern und -gruppen berücksichtigen kann, manche vertrösten muss.

Dabei gibt es im Abthaus inzwischen weitere Präsentationsräume. Die nutzt derzeit der Radebeuler Künstler André Uhlig. „Damit ist das Abthaus nun auch außerhalb von Sonderführungen und Veranstaltungen in der Gastronomie für Besucher offen“, sagt Sabine Patzelt.

Für die Eröffnung am Sonntag kündigt sie musikalische Unterhaltung durch die Musikschüler Domenic Adam (Piano) und Metha Schumann (Oboe) an. Im regulären Veranstaltungskalender steht um 14.30 Uhr eine Klosterführung, der Imbiss ist geöffnet. (mit DA/sig)

Eröffnung der Fotoausstellung „Zauber einer Werkschau“: 30. Juni, 14 Uhr, Kapitelhaus des Klosters Buch

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